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Hokum - Perlen des Undergrounds (Joe) - Online Jun 2006


Wenn man sich die Musik der Newcomer HOKUM so anhört, würde mit absoluter Sicherheit ein jeder auf alte Hasen tippen. Dermaßen virtuos und brachial zugleich kracht deren neueste eigenproduzierte CD „No Escape“ durchs Gebälk. Dabei haben wir es hier mit blutjungen, aufstrebenden Musikern aus dem Raum München zu tun. Leset was unser Ralf dem HOKUM Bassisten Joe entlocken konnte.

 

Hi Joe, hier der Ralf aus der Pfalz - wie geht’s denn so?

Servus Ralf! Bei mir ist soweit alles im grünen Bereich, hoffe, bei dir ebenso!

 

Euer aktuelles Album „No Escape“ hortete überall starke Kritiken, wie fühlt man sich denn da? Gab’s auch negative Reaktionen?

Wahnsinn! Es ist echt ein wahnsinnig geiles Gefühl, auf soviel positive Resonanz zu stoßen! Es freut uns wirklich immens, dass unsere Musik so viele Leute anspricht! Richtig schlechte Kritik ist bis jetzt Gott sei Dank ausgeblieben.

 

Gab es bereits Reaktionen von Labels? Strebt ihr überhaupt unbedingt einen Deal an?

Bis jetzt ist noch kein Label an uns herangetreten, wobei ich zugeben muss, dass wir uns noch nicht aktiv nach einem umgesehen haben. Ein Deal würde uns natürlich schon freuen und eindeutig weiterhelfen, aber noch ist nichts spruchreif.

 

Der Name HOKUM bedeutet u. a. Musikstück ohne Sinn, was auf euch eher nicht zutrifft…Tiefstaplerei oder Selbstironie?

Ich würde Selbstironie sagen. Das Salz in der Suppe. Ohne Selbstironie erscheint jede Band früher oder später arrogant, und eben das wollen wir nicht werden.

 

Ihr werdet dem progressiven Lager zugerechnet, was im Detail auch stimmt. Trotzdem finde ich eure Musik sehr eingängig und brutal…

Danke! Bis vor kurzem meinte ich gar nicht, dass wir so extrem dem progressiven Lager zugerechnet werden. Wir bezeichnen unseren Stil eher als Hybriden aus Heavy-, Death- und Thrash-Metal. Von allem das Beste. (lacht)

 

Ihr seid von Bands wie SADUS, DEATH, DREAM THEATER oder ATHEIST beeinflusst, richtig? Ihr seid allerdings doch sehr jung, um die Hochzeiten dieser Künstler noch miterlebt zu haben. Was fehlt denn jüngeren Acts, was diese Gods auszeichnete?

Stimmt, genau die Bands würde ich als Haupteinflüsse aufführen! Vielen Dank, ehrt uns, dass man so was echt raushören kann! Meiner Meinung nach haben Bands wie ATHEIST mit ihren Alben unvergängliche Meisterwerke geschafft und damit sämtliche nachfolgenden Bands beeinflusst. Ich will nicht sagen, dass jüngere Acts schlechter oder besser sind, doch für damalige Verhältnisse waren die genannten Alben einfach atemberaubend und bahnbrechend. Zu oft wurden sie dann einfach nur simpel kopiert. Das ist doch schade, das braucht es doch nicht. Und übrigens, der Fakt, dass wir noch sehr jung sind muss ja nicht bedeuten, dass wir nicht auf dieselbe Mucke stehen wie ältere Metalheads, oder? Früher oder später kommt halt jeder auf den richtigen Trichter! (lacht)

 

Mit „Silent Assassin" habt ihr meiner Meinung einen echten Underground Hit gelandet, welcher Song gefällt Dir am besten?

Oh, danke! Freut mich, dass dir der Song gefällt! Mein Favorit ist zurzeit „Face The End“, der dritte von sechs Songs auf der CD, da er uns und dem Publikum live einfach wahnsinnig Spaß bereitet!

 

Was hörst Du momentan privat am liebsten?

In letzter Zeit habe ich wahnsinnigen Spaß daran, die CDs von anderen lokalen oder kleineren Bands zu hören! Es ist unglaublich, welche Perlen dort im Untergrund zu finden sind. Leider findet man solche Musik nur, wenn man sich wirklich damit befasst. In unserer Gegend in und um München gibt es wirklich tolle, professionell auftretende Bands, nicht nur aus dem Heavy-Sektor.

 

Was ist deine All-Time Top Ten?

Boh, das ist schwierig, da ich mich nicht wirklich gerne festlege. Aber darunter sind sicherlich „Kill ’em All“ von METALLICA, „Unquestionable Presence“ von ATHEIST und die Sachen von MASTODON. Letzteres ein Beispiel für eine grandiose „jüngere“ Band.

 

“No Escape” besticht durch eine geile Aufmachung und einen Top-Sound. Wie habt ihr das finanziert? Seid ihr noch Schüler/Studenten, arbeitet ihr oder stinkreich? Hehehe

Tatsächlich haben wir die Aufnahmen privat finanzieren müssen. Wir haben alle zusammengelegt und dabei herausgekommen ist wirklich ein Sound, auf den wir stolz sind. Wir leisteten zum Zeitpunkt der Aufnahmen gerade unseren Zivildienst ab, unser Schlagzeuger studiert in München. Großverdiener sind wir also wirklich nicht, aber ich denke jeder investiert gerne Geld in sein Hobby. Manche Leute sammeln teure Briefmarken, wir nehmen eben eine CD auf. (lacht)

 

Wie sieht’s an der Livefront aus? Was wäre euer Wunschtourpartner?

a)       realistisch

b)       utopisch

Oh, wenn wir utopisch sein dürfen, dann wären das sicherlich die Früh-80er-Jahre-METALLICA! Mann, das wäre bestimmt eine Gaudi gewesen! Mal davon abgesehen, dass wir damals noch gar nicht auf der Welt waren. (lacht) Jedenfalls, ich denke, dass wir mit jeder Band, die menschlich auf unserer Wellenlänge liegt, auf Tour eine Menge Spaß hätten. Zu alt und gebrechlich sollten sie also nicht sein, die heutigen METALLICA würden deswegen wohl eher flach fallen. (lacht) Nein, im Ernst, allgemein würden wir denke ich zu einer Vielzahl von Bands passen, da wir ja eine recht weite Bandbreite an Musikstilen abdecken.

 

Stell Dir vor, Du könntest Dir Deine Wunschband zusammenstellen. Wer wäre dabei? (Tote zählen auch?)

Bass würde auf alle Fälle der selige Roger Patterson spielen, Drummer wäre Flo von CRYPTOPSY, dazu John Petrucci an der Leadgitarre und OPETH-Sänger Åkerfeldt dürfte dazu brüllen und singen und Zweitaxt schwingen. Oh Mann, das wäre wahrscheinlich der ultimative Hirnfick!

 

Bitte kurze Statements zu

-          Metalcore-Boom: Hat meiner Meinung nach schon den Zenith überschritten. Es kommt einfach nichts Neues mehr.

-          Swedish Death Metal: ENTOMBED rocken alles!

-          Old School: Überstrapazierter Begriff und doch irgendwo sympathisch.

-          Steve DiGiorgio: Revoluzzer am Bass im Thrash Metal-Bereich. Klasse!

-          Chuck Schuldiner: Viel zu früh von uns gegangen.

-          Pay to play: Miese Sache. Sobald Musik nur noch als Mittel zum Verdienen von Geld gesehen wird sollte man es bleiben lassen.

-          Bayrische Volksmusik: Echte Volksmusik, also nicht das Mutantenstadl-Volkstümlicher-Brei-Einerlei, ist anspruchsvolle, schöne Musik! (klar! – Ralf)

 

Okay, Alter das war’s von meiner Seite. Wenn Du noch etwas loswerden willst, bitte:

Beste Grüße an alle Metalheads und vielen Dank an Dich für die Möglichkeit zum Interview! Sollte jemand neugierig geworden sein, so kann er doch unter www.hokum.de vorbeischauen und mal bei uns reinhören! Freuen uns über jeden Gruß in unserem Gästebuch! Bis dann, ciao! 

Discographie:

2005: First Blood (CD)

2006: No Escape (EP)

Ralf Henn



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