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Fantômas - The Director’s Cut (8,5/10) - USA - 2001

Genre: Avantgarde Metal
Label: Ipecac Recordings
Spielzeit: 38:44
Band homepage: -

Tracklist:

  1. The Godfather
  2. Der Golem
  3. Experiment In Terror
  4. One Step Beyond
  5. Night Of The Hunter (Remix)
  6. Cape Fear
  7. Rosemary’s Baby
  8. The Devil Rides Out (Remix)
  9. Spider Baby
  10. The Omen (Ave Satani)
  11. Henry: Portrait Of A Serial Killer
  12. Vendetta
  13. Untitled
  14. Investigations Of A Citizen Above Suspicion
  15. Twin Peaks: Fire Walk With Me
  16. Charade
Fantômas - The Director’s Cut

Nachdem er mit dem selbstbetitelten Debüt in die Welt des klanglichen schwarzen Comics eingetaucht war, führt Mike Patton FANTÔMAS mit “The Director’s Cut” in ein anderes Medium: Horrorfilme. Bestehend aus 15 Neuinterpretationen klassischer Kompositionen von Songwritern wie Henri Mancini und Christopher Komeda (sowie einem Track, der nur aus ein paar Sekunden der Stille besteht) ist “The Director’s Cut” sowohl eine Hommage an Filmmusik als auch eine kranke und verdrehte Hörerfahrung.

 

Dieses Album sticht aus zwei Gründen aus der FANTÔMAS-Discography hervor. Zuerst einmal gibt es neben Pattons gewöhnlichen Gesangsstilen (wenn man sie jemals als “gewöhnlich” bezeichnen möchte) gibt es diesmal bei einigen Songs tatsächlich Texte! Zweitens gibt es auf “The Director’s Cut” wesentlich mehr Songstrukturen als auf irgendeinem anderen FANTÔMAS-Release, was dies zum bei weitem konventionellste Werk der Band macht. Natürlich bedeutet “konventionell” nach Pattons Standards immer noch weit jenseits der Toleranz der meisten Metalheads, das bedeutet also nicht wirklich viel. Die Songs mögen strukturierter sein, aber abgesehen von ein paar Ausflügen in die Welt des puren Pop und R&B sind sie immer noch so weit entfernt von “eingängig” und “zugänglich” wie ich vom Titel “Weltbester Reviewer”.

 

Passenderweise fangen die Songs hier eine Menge der cineastischen Natur der Filme, denen sie entnommen worden sind, ein, was zu einem sehr visuellen und bombastischen Album führt. Pattons Vocals sind pures Gold – der Mann kann von einem sanften, beinahe weiblichen Gesang zu unglaublich unmenschlichen Schreien wechseln und im Nu wieder zurückkommen, während er auf einem brennenden Einrad mit verbundenen Augen doppelschneidige Messer jongliert…über einer Alligatorengrube. Wie auf “Investigation Of A Citizen Above Suspicion” bewiesen, könnte er auch der Welt bester Pfeifer und Zungenschnalzer sein. Im Ernst, der Mann kann wirklich singen und ein paar der lyrischen Passagen erinnern mich etwas an die ruhigeren Momente von FAITH NO MORE. Der Rest der Band ist auch in absoluter Topform, aber wenn man sich vor Augen hält, dass es sich dabei um Buzz Osbourne (THE MELVINS), Dave Lombardo (SLAYER) und Trevor Dunn (MR. BUNGLE) handelt, sollte es keine Ausreden geben, wenn dem nicht der Fall wäre. Alles fügt sich zusammen in einer wahrhaft angsteinflössenden musikalischen Reise – bei “Rosemary’s Baby” WERDET ihr euch vor Angst in die Hose scheissen.

 

“The Director’s Cut” ist ein guter Anfang, wenn man sich in die psychotische Welt von FANTÔMAS stürzen will und ich will es Fans von Pattons Werken gar nicht mehr empfehlen müssen, da sie es ohnehin schon haben. Aber seid vorgewarnt – das ist ein kranker Trip, ein bisschen klingend als was passiert wäre, wenn Tim Burton bei “Child’s Play” Regie geführt hätte. (Online 17. Juli 2006)

Wesley D. Cray



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