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Ich war noch nie ein großer Fan von Texten in einer Fremdsprache. Mir ist klar, dass jede Sprache für irgendjemanden fremd ist, und ich kann niemandem vorwerfen, dass er Texte in seiner/ihrer Muttersprache schreibt. Aber Englisch ist die einzige Sprache, die ich spreche, und im Allgemeinen kann ich mich mit Texten, die in irgendeiner anderen Sprache geschrieben wurden, nicht anfreunden. Hin und wieder ist die Musik jedoch so verdammt gut, dass ich eine Ausnahme mache. Leider ist „Living On The Edge“ von SANTA MARIA aus Russland keine dieser Ausnahmen.
Ich weiß noch nicht mal ganz, wie ich SANTA MARIA akkurat beschreiben soll. Es gibt Power Metal-Elemente (hört euch „Lord Of The Skies“, „Frigates Of Dreams“ oder „Way Forward“ an), Progressive Elemente (besonders in den langen Jams in “Glory To The Madmen” und “Dark Winter Morning”), 1970er-Psychedelic Rock-Elemente (“Dead Hero”, “A Ballad Of A Knight And A Princess” und “Way Forward”) und sogar Momente, die mich an weinerlichen Punk erinnern. Der erste Track „Fight“ ist von elektronischen Elementen durchzogen, die das Ganze etwas seltsamer machen. In dem zuvor genannten „Lord Of The Skies“ wirkt der Bridge-Part wie Fahrstuhlmusik. „Living On The Edge“ kann man wohl am besten in die Kategorie „nicht kategorisierbar“ einordnen.
Zwar steht die Musizierung der Mitglieder von SANTA MARIA außer Frage, da jeder von ihnen definitiv weiß, wie er sein jeweiliges Instrument zu spielen hat. Das Songwriting ist für meinen Geschmack aber einfach zu abgedreht. Die hohe, nasale Stimme von Sänger Sergey Sergeev trägt noch zu dieser Seltsamkeit bei, die russischen Texte ebenso.
Ich glaube, dass SANTA MARIA’s “Living On The Edge” meine erste Erfahrung mit einer russischen Band ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie alle so komisch und seltsam sind, aber wenn doch, dann muss Russland ein interessantes Land sein. Mein einziger Vorschlag für SANTA MARIA ist, sucht euch einen Stil aus und bleibt dabei. Bis dahin kann ich das hier nur schizophrenen Metalheads empfehlen oder solchen mit schwerem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Der Rest von euch sollte die Finger hiervon lassen. (Online 12. September 2006)
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