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Evanesce - Secure The Shadow (5,5/10) - Großbritannien - 2006

Genre: Death Metal
Label: No Face Records
Spielzeit: 49:06
Band homepage: -

Tracklist:

  1. This Chapter Closes
  2. The Day Of Twilight
  3. Statues To A Fallen Angel
  4. Secure The Shadow
  5. Reclaimed Land
  6. Into The Silent Morn
  7. Hate Male
  8. Buried At Sea
  9. Final Amnesia
  10. Missionaria Protectiva
  11. Fortress Of Solitude
Evanesce - Secure The Shadow

“Secure The Shadow” ist der nachgelassene Schwanengesang einer übersehenen englischen Melodic Death Kombo. Das hier ist auf die gleiche Art Melodic, wie ARGHOSLENT melodisch sind. New Wave Of British Heavy Metal-Melodien werden mit harten, an MAIDEN erinnernden Riffs kombiniert, die frontal mit PESTILENCE kollidieren (in der Theorie). Wird dein Höschen schon feucht? Freu’ dich nicht zu früh, da die Riffs hier nicht annähernd so nötigend sind, wie ihr Potenzial es vermuten lassen könnte, und weit entfernt vom zuvor erwähnten kämpferischen Stil sind.

 

In den seltenen Augenblicken, in denen dieses Outfit wirklich Schwung hat und mich mit Riffs trifft, die Heavy-fucking Metal bluten, finde ich mich selbst wieder, wie ich aus jeder Öffnung blute und erschüttert am Boden liege. Unglücklicherweise habe ich für etwa 45 Minuten dieser Platte lediglich Nasenbluten und einen leichten Stich in meiner linken Hand. Die Dinge gehen am Anfang schon in eine positive Richtung mit dem eröffnenden Instrumental „This Chapter Closes“ und dem monströsen Nachfolger „The Day Of Twilight“. Diese beiden Tracks zeigen die fleischigen Teile dieser Scheibe auf, in die du nicht nur deine Zähne reinhauen kannst, sondern die es auch erzwingen, durchgekaut zu werden, bis dein Zahnfleisch  blutet und deine Zunge geschwollen ist. EVANESCE erscheinen im oberen Bereich der mittleren Geschwindigkeit am angenehmsten, wenn sie den Hörer mit Thrash-beeinflußten Breaks von dichten Riffs und wahnsinnigem Schlagzeug verprügeln. Der Anfang von „The Day Of Twilight“ ist einer der wenigen großen Momente, die deinen Kopf bangen und dein Rückgrat vor Schmerzen zusammenziehen lassen. Jason Hearnes roher Death Metal-Growl veredelt diese Momente, da der raue Ton kombiniert mit dem melodischen Grundgerüst dein Fleisch wie ein Brandzeichen, das einem seine Markierung aufdrückt, versengt. Wenn jetzt nur diese 5 gelegentlichen Minuten an schlichtweg einem das Hirn wegpustenden Riffs und genialen Breaks die gesamte Scheibe umfassen würden.

 

Glaub’ nicht den ganzen Scheiß über die Vogelgrippe. Mittelmäßigkeit wird der wahre Niedergang dieser Welt sein und EVANESCE sind das erste Opfer geworden. Du hast diese seltenen absolut brillianten Momente und dann legt jemand einen gottverdammten Schalter um und die Band geht in Flammen auf wie ein Mann, der an einen elektrischen Stuhl gebunden ist. Die übermäßig melodischen Momente scheinen der hauptsächliche Übeltäter zu sein, da die an diese Passagen angrenzenden Riffs die Stärke der Kompositionen untergraben. Die Jekyl und Hyde-Umwandlung von ganz hartem zu völlig schlaffem Death Metal ist abrupt und sieht in deinem Gesicht wie mit Scheiße befleckte Boxer aus. Um es noch schlimmer zu machen, scheint die Band in einer Spurrille von Wiederholungen übermäßig oft festzusitzen und wird solange auf einem Riff herumreiten, bis es nicht mehr interessant ist und begraben werden sollte wie die verdammte Katze, die vor einem Monat dahingeschieden ist und bloß noch deinen Luftreiniger im Keller außer Kraft setzt. Überprüf’ mal den Anfang von „Statues To A Fallen Angel“ mit den etwas überdurchschnittlichen Stop-Start-Riffs. Mein Interesse ist pikiert bis ungefähr zur dritten oder vierten Wiederholung derselben gotteserbärmlichen Akkorde.

 

Um die Verwirrung des Hörers noch zu verstärken, werden wir mit einem instrumentalen Titeltrack gerade vor der Mitte der Scheibe konfrontiert. Warum begünstigt diese Komposition die Orientierungslosigkeit, magst du fragen? Ganz einfach; es ist ein 2-minütiges Instrumental im mittleren Tempo, dem es an Substanz mangelt und das Riffs von anderen Teilen der Scheibe recycelt. Um noch Salz in die Wunde zu streuen, folgt „Secure The Shadow“ das Stück „Reclaimed Land“, das ein unbestimmt CHASM-artiges Introriff darbietet, das schlichtweg der Killer ist... und dennoch sind die Dinge schnell auf dem absteigenden Ast. Potential, das nicht genutzt wurde, scheint das Aushängeschild auf diesem Album zu sein, da Lied um Lied an deinen Emotionen und an deinem Nacken auf eine so unangenehme Weise gezerrt wird, dass du dich fühlst, als ob deine Zeit durch das Endergebnis doch verschwendet worden ist.

 

EVANESCE finden sich selbst fest verwurzelt in der Spurrille von nichts weiter als dem Durchschnitt wieder, werden dabei immer tiefer hineingeschoben, gerade nachdem ihr Potential seinen Spott über ihre Haltung abläßt. Die verwässerten melodischen Riffs sind ein Schnitt über die Götheborg-Szene, aber ihnen mangelt es an Kreativität und Härte während im Gebrauch. Es ist sicherlich traurig, wenn dir ein Preßlufthammer für dein Gebot versprochen wird, du jedoch nur einen kleinen Plastikhammer erhältst, um damit auf die Dübel eines Fisher Price-Spielzeuges zu schlagen. (Online 3. August 2006)

Charles Theel



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