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Trostlose Städte, die eine vom Krieg erschütterte Atmosphäre der kalten Realität bluten, werden gegen die Kulisse eines beständig militanten Rhythmus gesetzt, um euch selbst zu verstümmeln oder über die Existenz als Ganzes nachzusinnen: Das ist EMPIRE AURIGA. Töne sind lang gezogen und Patterns auf existenzielle Weise eingesetzt, um den Hörer gleichermaßen anzutreiben und zu besänftigen, indem die Gefühlswelt beeinflusst und die Empfindung gerührt wird. Naturgemäß ist dies eine komplexe Hingebung und musikalisch esoterisch, wenn eine Band in das Reich des Ambienttritt, wo sie letztendlich einen großartigen Handel des Einkaufens und Ausgebens vom Hörer verlangt.
„Time Expanding“ bestimmt das Tempo des Albums mit dissonantem Riffing und marschierender Snare, ergänzt durch leichte Industrial-Elemente. Gesang und Hintergrundgeschrei sind durch die ganze Scheibe hindurch oft wiederholt zu hören, um Visionen von Massenkatastrophen ebenso wie von dringlichen Kriegsverbrechen manifestieren zu helfen. Diese Elemente vereinigen sich in fortwährender Bewegung, erscheinen das Album hindurch wieder, bieten aber immer etwas einzigartig Unterschiedliches, um auf eine zuvor nicht gegenwärtige emotionale Veranlagung zu ziehen. Während dies ein Ambient-Album einer entschieden Black Metal-beeinflussten Band ist, wird das Gefühl in einer Richtung erfüllt, die eher zu den trostlosen Geräuschkulissen von THORNS als zu BURZUM tendiert. Dem rauen Mittelalterlichen wird sich nicht mal genähert und nicht eine einzige von einem Rob Darken-Intro abgeleitete Passage ist zu riechen. Vielmehr ist dies kalt, wütend und sich wiederholend wie ein solider Science-Fiction-Film, der von Moral und Terror handelt.
Ambient-Alben besitzen übertriebene Pegel an Gepäck. Metal allgemein bedarf einer gewissen Ausgereiftheit der Bestrebung (oder sollte es zumindest) und wird selten zur Rolle von Hintergrundmusik abgeordnet. Dieses Konzept wird mit der Ankunft von „Auriga Dying“ bis 11 gedrückt, da Dunkelheit und Einsamkeit nicht mehr nur empfohlen, sondern erforderlich sind. Wenn ihr versucht, die Stärke aufzubringen, um euch an den neunminütigen „Sorrowsong“ oder das nahezu gleichwertige „Dust And Ether“ mit geteilter Aufmerksamkeit heranzumachen, werdet ihr nicht nur eure Zeit verschwendet haben, sondern mit einem faulen Gestank zurückgelassen werden, der an euren Nüstern haften bleibt. Solche Kompositionen benötigen ungeheure Aufmerksamkeit für das Detail, denn die Minute ist, wo Ambient nicht nur eintritt, sondern überwältigt und den Grund für seine Existenz darbietet.
Eine der Hauptschwierigkeiten, die Richtung dieses Subgenres zu bewältigen und zu meistern ist, etwas Neues in einem fordernden und dynamischen Umfeld zu bieten. EMPIRE AURIGA entkommen den Fängen der Mittelmäßigkeit, indem sie einen umlaufenden Zyklus an Kreativität errichten, in dem jede Komposition auf dem Vorgänger aufbaut und etwas Neues bietet. Die Vocals entwickeln sich von mengenbeherrschendem Gesang in „Time Expanding“ zu Black Metal-Boshaftigkeit in „Dreaming Of Breath And Stars“. Harsche Melodien blühen in verfallene synthgestützte Geschütze. Die Kompositionen neigen sich und tauchen ein, wenn unerwartete Pausen auftreten, bevor der Strudel von elektrischer Ladung und Verzerrung wieder auftaucht. Es ist wunderschön und schrecklich und schließlich angenehm.
Dieses Album ist nicht nur schwierig zu unterhalten für die fast 40 Minuten, die es läuft, sondern auch ziemlich kompliziert zu reviewen und sein Gefühl und die musikalische Präsenz angemessen zu vermitteln. Der Haupterinnerungsfaktor ist, dass dies ein Ambient-Album ist, welches eine undurchlässige Denkweise benötigt. Das Material ist stark, ohne dass es mich wirklich in Lobeshymnen ausbrechen lassen hat. Ich werde das jenen empfehlen, die einen Schuss Industrial in ihrem Ambient vertragen und bitte euch dringend, euch mit der düsteren Atmosphäre weiterzuentwickeln. (Online 12. August 2006)
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