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23 tablaturen für Gorgoroth


Gorgoroth - Antichrist (8/10) - Norwegen - 1996

Genre: Black Metal
Label: Season Of Mist
Spielzeit: 25:19
Band homepage: Gorgoroth

Tracklist:

  1. En Stram Lukt Av Kristent Blod
  2. Bergtrollets Hevn
  3. Gorgoroth
  4. Possessed (By Satan)
  5. Heavens Fall
  6. Sorg
Gorgoroth - Antichrist

GORGOROTH. Von manchen geliebt, von anderen gehasst. Eine Sache, für die sie stehen, ist Konsistenz, hört euch „Pentagram“ und dann das neueste „Ad Majorem Sathanas Gloriam“ an, und obwohl Welten dazwischenliegen, ist das grundlegende Element vorhanden, das eine Veröffentlichung von GORGOROTH kennzeichnet. Worauf man sich ebenfalls verlassen kann, ist die Qualität der Musik darauf, so dass es für mich auch im schlimmsten Fall immer noch eine Menge an kompromisslosem Black Metal gibt.  

 

„Antichrist”, das das zweite Album der Band darstellt, folgt in der Weise dem Zug der anderen, als dass seine Kürze euch nach mehr verlangen läßt. Da es weniger als eine halbe Stunde lang ist, kann „Antichrist“ es sich nicht leisten, irgendwelche Aussetzer zu haben, und zum Glück ist jeder Track hier ein grimmiges Vergnügen und jeder hat auch seine eigenen Nuancen. In Schatten ummantelt, besetzt durch Schranken gegen Licht, beißen GORGOROTH hier die Zähne zusammen, um kahle Panoramen aufzuzeigen, die eher in Tintenfischtönen als in nichts sagenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen eingefangen wurden.

 

Der erste Track bedarf keiner Übersetzung für Deutschsprachige, der Titel spielt mehr als nur auf die Verachtung an, die von dem Sänger auf dem folgenden Track herausgegurgelt wird. Von der Minute an, wo die Kaskade an Riffs überläuft, weiß man, welche Band das ist, es ist eine Signatur in Blut, die viele GORGOROTH-Tracks auf sich geschmiert haben. Das Feuer und Eis der Sexsaiter kneift in eure Extremitäten, also haltet euer Ding sicher verstaut, Leute. Gefrierender Regen, der senkrecht von einem dunklen Himmel fällt und der schwachen Sonne trotzt, die er verdunkelt, finde ich persönlich die erzeugte Atmosphäre dieser Band bewegender als viele der gehobeneren Namen aus dem Teil der Welt zu der Zeit. Gesagt, getan, besudeln GORGOROTH-Alben meine Stereoanlage doch weit mehr als andere beachtliche Platten aus derselben Richtung.

 

Was folgt, ist noch eine Erfindung der Band, nämlich ein verdrehter schwarzer, religiöser Grabgesang, der durch melancholische Basstöne und frommen klaren Gesang unterstrichen wird. Während sein Vorgänger entlang galoppiert, fängt „Gorgoroth“ in verhaltenem Tempo an, bevor es aufhört, indem es die Geschwindigkeit für einen Endspurt anzieht, das ganze durch etwas kirchenverspottende Melodie ausgeschmuckt. Um ihre Gabe für Vielseitigkeit in der Dynamik weiter zu demonstrieren, stampft „Possessed (By Satan)“ entlang, dank dem dumpfen Schlag der Bassdrum. Die minimalistischen Riffs, die das höhnische krächzen der Vocals unterstreichen, bleiben standhaft, bis man wieder auf den GORGOROTH-Galopp trifft, worauf ihr mit einem ganzen Rumpf beehrt werdet, der sein düsteres Antlitz bewahrt.

 

“Heavens Fall” führt den Graupelschauer, der ins Fleisch beißt, wieder ein, der den Körper austrickst, indem er ihn irrtümlich für Wärme hält. Wieder dient eine einfache Struktur nur dem Zweck in dem Maße, dass es abseits eines vorübergehenden Aufschreis irgendwo doch überhaupt keinen Gesang gibt. Und so kommen wir zum bedrückenden, tiefen Gejammer mit Namen „Sorg“. Ich bin kein Freund von Black Metal im Trauerschritt, aber es gibt immer Ausnahmen und diese Band ist eine der sehr wenigen, die mich davon abhalten können auf den Skip-Button zu drücken. Trauervolles kriechen versucht, den trollartigen Gesang dahinschwinden zu lassen, während die leitenden Refrains die Festlichkiet präsentieren, die man im Fall von Blasphemie erwarten würde. Die neue Erscheinung von gespenstisch schwermütigem klarem Gesang erhebt vergeblich den Moment von der verdorbenen Finsternis, die sich darum windet, und der Song endet mit einer Art Frage, die unbeantwortet bleibt.

 

Auf durchweg jeder von GORGOROTHs Inkarnationen haben sie die gleiche Strenge beibehalten, die sicherstellt, dass wie auch immer sie ihr Werk präsentieren, es unverkennbar nach ihnen klingt. „Antichrist“ ist ein Meilenstein zusammen mit dem Album davor und danach, das ihre Vorgehensweise untermauert, hochwertigen Black Metal zu machen, der nicht daran appelliert hat, nach etwas zu streben, und entschiedenerweise kämpferisch bleibt trotz Experimentierens (nicht alles, was ich gewürdigt habe – „Incipit Satan“). Wenn man sich eine lange etablierte Band anhört und dann beginnt, ihre früheren Sachen zu erforschen, wird man sehr oft enttäuscht zurückgelassen. Bei keinem der ersten Werke der Band besteht die Gefahr davor, wenn ihr es also noch nicht habt, greift zu. (Online 14. August 2006)

Niall MacCartney



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