The Metal Observer - Everything in Metal!

Band-Archiv: Metalheads online.  
# | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z Nach Land | Nach Stil | Nach Reviewer






Bandhistory folgt.

Weitere Reviews
Aktuelle Updates
Artikel drucken
Bewertungserklärung

1 tablatur für Insision


Insision - Beneath The Folds Of Flesh (8,5/10) - Schweden - 2002

Genre: Death Metal
Label: Wicked World
Spielzeit: 29:48
Band homepage: Insision

Tracklist:

  1. World Impaled
  2. Trapped Within
  3. Sado God
  4. Temple Of Flesh
  5. Rewind Into Chaos
  6. Impaniiz Graa
  7. My Fever >mp3
  8. Before My Altar
  9. Ex Oblivione
Insision - Beneath The Folds Of Flesh

Ich bin die Art von Mensch, die niemals nachgibt, also bin ich wieder hier. Viele Leute scheine diese komische Meinung von der schwedischen Death-Metal-Szene zu haben. Sie scheinen zu denken, dass die ganze Szene aus sanften Acts besteht, die weichgespülten Melodic Death Metal spielen. Das könnte falscher nicht sein. Es gibt in der Tat viele schwedische Death-Metal-Bands, die noch nicht mal als Death Metal bezeichnet werden sollten, zweifellos, aber schließlich sind es Leute wie ich, die sie so bezeichnen. Aber es gibt in Schweden nicht nur solche Bands, bei weitem nicht. Es gibt eine ganze Menge Musiker, die Melodien hassen und stattdessen Chaos und Brutalität verehren, wie INSISION. REGURGITATE, DERANGED, MURDER SQUAD, MURDER CORPORATION, VOMITORY, AEON, KILLAMAN, BIRDFLESH, NASUM und JIGSAW TERROR sind, unter anderen, alle Beispiele für brutalen oder zumindest dreckigen schwedischen Death Metal. Hört euch diese Bands wenigstens einmal an, bevor ihr anfangt, über die schwedische Death-Metal-Szene zu jammern. IN FLAMES sind ziemlich beschissen und kommerziell geworden, aber das gilt nicht für den Rest der Szene, zumindest nicht für den ganzen.

 

Schweden beheimatet noch immer eine der besten Metal-Szenen überhaupt, Punkt.

 

So, mein Geschwätz ist am Ende angelangt. Lasst mich euch ein wenig über INSISION informieren. Zunächst einmal kann ich euch sagen, dass der Bandname ein Rechtschreibfehler ist, ein beabsichtigter, falls ich mich recht entsinne. Die korrekte Art, ihn zu schreiben, ist natürlich „incision“. Orthografie beiseite, was hier zählt, sind INSISION. Nächstes Jahr wird die Band ihren zehnten Geburtstag feiern. Gegen Ende eines Jahrzehnts des Bestehens haben sie erst zwei Full-Lengths veröffentlicht, obwohl sie insgesamt acht Veröffentlichungen auf dem Buckel haben. INSISION sind in der Tat eine Band, die sich ihren Weg freigekämpft hat, um ihre Alben auf einem Label veröffentlichen zu lassen. Nach ihrem ersten Demo wurden sie von einer Plattenfirma namens Heathendoom Music unter Vertrag genommen, ein Label, das es nur geschafft hat, die Band für eine Veröffentlichung bei sich zu behalten, nämlich für eine EP namens „The Dead Live On“. Nach dieser Zusammenkunft gingen INSISION zurück zu den Demos beziehungsweise Demos und Splits. Schätzt euch glücklich, falls ihr eine der Splits habt, an denen INSISION beteiligt waren, denn sie wurden alle auf extrem obskuren Plattenfirmen veröffentlicht. Erst als Wicked World Interesse zeigten und sie letztendlich unter Vertrag nahmen, hatten sie die Unterstützung eines professionellen Labels. Jetzt sind sie wieder auf sich allein gestellt.

 

Der erste Song, den ich jemals von dieser Band gehört habe, war “Before My Altar”, ein Song, der auf diesem Album zu finden ist.  Man kann guten Gewissens sagen, dass ich umgehauen wurde. Ich hatte zuvor nichts von der Band gehört und nichts erwartet. Lasst es euch gesagt sein, die Gänsehaut war in diesem Fall nicht weit entfernt. „Before My Altar“ ist immer noch mein Lieblingssong auf „Beneath The Folds Of Flesh“, aber der Rest des Albums sollte nicht übersehen werden. Du, geneigter Leser, hast die Möglichkeit, einen weiteren großartigen Song von diesem Album runterzuladen, nämlich „My Fever“. Bitte lade ihn runter, bevor du weiterliest.

 

Falls ihr mit der ultragutturalen und brutalen Seite des Death Metal nicht vertraut seid, wird diese Band wahrscheinlich zu viel für euch sein. Für ein ungeübtes oder unwilliges Ohr wird dieses Album sicher wie ein großes Grollen klingen. Ich habe Sympathie für diese Ansicht übrig, aber ich teile sie nicht. Um eine Band wie INSISION zu mögen, muss man mehr sein als bloß ein Gelegenheitshörer des Genres. Falls ihr das seid, werdet ihr hören, dass INSISION mehr als ein Grollen sind, verdammt, auf diesem Album kann man sogar die Bassgitarre hören. Ein weiterer Faktor, der viele abschrecken wird, sind die ultragutturalen Growls von Herr Birath, ich glaube, sie werden auch einige anziehen. Anders als viele andere Bands, die diese Art von Death Metal spielen, gibt es keine (übermäßigen) Anwendung von Harmonizern auf die Vocals. Er klingt weder wie ein Schwein, noch als würde er ertrinken und sich bis nach unten durchgurgeln. Er klingt eher wie ein Dämon oder zumindest wie ein besessener Mensch. Da ich noch keine Dämonen oder Leute, die von ihnen besessen sind, getroffen habe, möchte ich betonen, dass ich hier nur Vermutungen anstelle. Das Fazit ist, dass die Vocals absolut böse, brutal und aus den Eingeweiden kommend klingen.

 

Zur Freude einiger möchte ich alle darüber in Kenntnis setzen, dass die Produktion auf “Beneath The Folds Of Flesh” ziemlich rau ist. Sie ist nicht so rau wie BEHERIT oder DARKTHRONE, eher wirklich kraftvoll, mit einem unpolierten Feeling. Und das Beste daran ist, dass sie den Geist der Musik brillant einfängt. Das hier ist dreckige Musik, also dient eine dreckige Produktion der Musik perfekt. Auf ihrer jüngsten Veröffentlichung, „Revealed And Worshipped“, ist der Sound viel klarer. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich von jenem Album halte, aber mein einstweiliges Urteil ist eine leichte Enttäuschung. Die Zeit könnte das ändern.

 

Meiner Meinung nach bescheren uns INSISION eine halbe Stunde erstklassigen brutalen Death Metal. Das hier ist eine Band, die Unmatched Brutality unter Vertrag nehmen sollten, falls sie beabsichtigen, die Qualität, und nicht nur die Brutalität, ihrer Bandpalette zu erhöhen. Falls ihr eine Menge Blasts, abrupte Tempowechsel, Todesanbetung etc. ertragen könnt, gibt es keinen Grund zu warten. Ich hoffe, ihr habt bereits die MP3 runtergeladen.

(Online 11. November 2006)

Arve Henriksen



© 2000-2013 The Metal Observer. Alle Rechte vorbehalten Haftungsausschluss