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3 tablaturen für Týr


Týr - Ragnarok (9,5/10) - Färöer-Inseln - 2006

Genre: Heavy Metal
Label: Napalm Records
Spielzeit: 60:45
Band homepage: Týr

Tracklist:

  1. The Beginning
  2. The Hammer Of Thor
  3. Envy
  4. Brother’s Bane
  5. The Burning
  6. The Ride To Hel
  7. Torsteins Kvaedi
  8. Grímur Á Midalnesi
  9. Wings Of Time >mp3
  10. The Rage Of The Skullgaffer
  11. The Hunt
  12. Victory
  13. Lord Of Lies
  14. Gjallarhornid
  15. Ragnarok
  16. The End
Týr - Ragnarok

Lange drei Jahre dauerte es seit dem genialen Vorgänger „Eric The Red“ bis die Färinger von TÝR zum einen endlich den verdienten Deal mit Napalm Records einfahren konnten und zum anderen mit einem brandneuen Album am Start sind. Und der neueste Export-Schlager der Färöer-Inseln (wohl der größte seit der Erfindung des Schafs) enttäuscht in keinster Weise! Abermals mit einem Jan Yrlund-Cover bedeckt (er war bereits für das geile Artwork des Re-Releases von „Eric The Red“ verantwortlich), haben sich die Jungs um Heri Joensen mit „Ragnarok“ einem Konzeptalbum über die Götterdämmerung und die Endschlacht in Asgard gewidmet, das die Komplexität der Geschichte mehr als adäquat musikalisch umsetzt.

 

Dabei ist „Ragnarok“ keineswegs ein supereingängiges Album geworden, sondern benötigt doch etwas mehr Zeit, um den richtigen Zugang zu finden. Bedeutet das nun, dass TÝR ihren Stil gegenüber den beiden Vorgängern verändert haben? Nein, nicht wirklich, vielmehr hat man hier und da eine etwas andere Herangehensweise gewählt, welche ihre Anziehungskraft nicht sofort versprüht, sondern ein bisschen mehr Aufmerksamkeit verlangen, diese aber mehr als nur belohnt

 

„The Beginning“ ist ein Intro oder vielmehr ein ausgewachsenes Instrumental zu Beginn, welches von Akustikgitarren bis hin zu kraftvollen Double-Bass das gesamte Spektrum abdecken, bevor man mit „The Hammer Of Thor“ einen zumindest für mich sehr überraschend sperrigen Opener hinlegt, welcher mich einige Zeit gebraucht hat, um hereinzufinden, nicht zuletzt aufgrund des sehr langen und mit unüblichen Harmonien ausgestatteten Refrain, aber nach dem akustischen Zwischenspiel „Envy“ (das Album hat eine ganze Menge dieser Zwischenspiele, welche die Geschichte sozusagen zusammenhalten) bringt uns „Brother’s Bane“ eine ganz starke Mid-Tempo-Hymne mit genialem Refrain, welche das ganze Potential dieses Quartetts eindrucksvoll darlegt.

 

„The Ride To Hel“ fährt auch wieder sämtliche TÝR-Markenzeichen auf, Heris charakteristischer Gesang, die unnachahmlichen Gesangsharmonien und Chöre, sowie schwerem Riffing, bevor „Torsteins Kvaedi“ eine kleine Hymne mit färöischem Gesang darstellt, und „Grímur Á Midalnesi“ ein Volkslied aus dem Sechzigern aufnimmt, dessen Melodie dann auf dem genialen „Wings Of Time“ fortgeführt wird und in einen sehr wuchtigen Song einflicht, der einen einfach nur noch gefangen nimmt. Dasselbe passiert auch mit „Victory“, das eine Folkmelodie in einer Taverne verspielt, nur um auf „Lord Of Lies“ abermals die Melodie aufnimmt und sie in einen mitreißenden Song einbaut, dass es eine wahre Wonne ist! Am Ende ist der Titeltrack dann noch ein weiteres abwechslungsreiches Highlight mit hymnischem Charakter und diesen unvergleichlichen Chören.

 

Wie bereits erwähnt, „Ragnarok“ benötigt ein paar mehr Anläufe, besitzt aber den gleichen Charme wie die beiden Vorgänger und zeigt die Band definitiv weiter gereift und in der Lage auch anspruchsvolle und etwas komplexere Songs gekonnt umzusetzen. Und ich denke, dass sich mittlerweile niemand mehr darüber beschweren kann, dass TÝR nicht einen wirklich eigenen Stil besitzen, mir war das schon von Beginn an klar, aber mit der gewonnenen Reife etablieren sich die Jungs nun aber endgültig in der Spitze des Metal, ohne wenn und aber! Warum immer noch keine 10/10? Ich denke, dass sie noch nicht ihren Höhepunkt erreicht haben… (Online 20. September 2006)

Alexander Melzer



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