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Saphena - Das Leben Wird Zu Glas (6/10) - Deutschland - 2005

Genre: Metalcore
Label: Whirlwind Records
Spielzeit: 52:09
Band homepage: Saphena

Tracklist:

  1. Gefangen
  2. Die Schlacht
  3. Feuer
  4. Morgen
  5. Keine Antwort
  6. Niemals
  7. Sie
  8. Wo
  9. Der Gott
  10. Schatten
  11. Blut
Saphena - Das Leben Wird Zu Glas

Wie viele unter Euch, werte Leserschaft, wissen, bin ich dem Metalcore absolut nicht abgeneigt und meines Erachtens sind die Vorurteile unter den Metalheads oftmals damit verbunden, dass man sich mit der Materie einfach nicht auseinandersetzen will. Ein grober Fehler, wie ich mal ganz salopp behaupten möchte. Selbstverständlich gibt es auch in diesem Genre, wie in jedem anderen auch, jede Menge durchschnittliche bis komplett unspektakuläre Formationen, denen man nur bedingt sein Ohr leihen sollte.

 

Dies trifft in vorliegendem Falle auch die aus Deutschland stammenden SAPHENA, wobei hier mit zweierlei Maß gemessen werden muss. Rein objektiv gesehen ist musikalisch alles im grünen Bereich und auch in Sachen Abwechslung kann man den fünf Musikern aus Chemnitz keine Vorwürfe machen. Der subjektive Blickwinkel sieht da allerdings anders aus, denn gesanglich patzt man für meine Begriffe einfach zu sehr. Zum einen kann ich mit den deutschen Texten rein gar nichts anfangen, zum anderen ist das oftmals unmotivierte Gegröhle von Sänger Andreas Herrmann ermüdend und kurzum nervend. Hier fühlt man sich nicht selten an RICHTHOFEN, BÖHSE ONKELZ und Konsorten erinnert, genau jene Bands, mit denen ich persönlich rein gar nicht anfangen kann. Die klar gesungenen Passagen sind da aber nicht um vieles besser und wirken manchmal erzwungen und fehl am Platz.

 

Dabei ist „Das Leben Wird Zu Glas“ nicht der erste Angriff von SAPHENA auf die Hörerschaft, denn man konnte bereits unter dem Namen BRAIN(FAQ) eine Mini-LP („Brainstorming“ 2001) und einen kompletten Longplayer unter dem Titel „Nutze Die Zeit“ (2002) einzimmern und ist somit alles andere als ein Neuling im Business. Wenn man sich vorstellt, wie das Album mit einem feinfühligerem Sänger und möglicherweise englischen Texten (für mich einfach das non plus ultra in Verbindung mit Heavy Metal, Rock und Hardcore) geklungen hätte, dann muss man den verpassten Möglichkeiten doch ein wenig nachtrauern. Gut, vielleicht ist dies auch nur meine persönliche Abneigung gegenüber den deutschen Lyriks und darf hier nicht zu hoch gewertet werden, dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass bei diesem Album einfach viel mehr drin gewesen wäre. Hört man sich Tracks wie „Die Schlacht“, „Niemals“,  „Sie“ oder „Der Gott“ vom technischen und musikalischen Standpunkt an, dann bräuchten sich SAPHENA nicht verstecken und beweisen, dass sie ein wirklich gutes Gefühl für abwechslungsreich gestaltete Songs haben, die sich nicht schon nach dem fünften Durchlauf abnutzen.

 

Auch in Sachen Produktion wurde ganze Arbeit geleistet und auch das stimmig und aufwendig gestaltete Artwork von „Das Leben Wird Zu Glas“ kann sich mehr als sehen lassen. Interessierte sollten sich aber selbst ein Bild machen und sich Ausschnitte aus dem Album mal reinziehen (möglich auf der Homepage des Labels) und dann entscheiden, ob SAPHENA den persönlichen Geschmack trifft. Für mich ist diese deutsche Band ein zweischneidiges Schwert (Musik 8 Punkte, Gesang 4 Punkte ergibt eben eine Endwertung von mageren 6 Punkten).

(Online 26. November 2006)

Alexander Ehringer



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