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1 tablatur für Stolen Babies


Stolen Babies - There Be Squabbles Ahead (8/10) - USA - 2006

Genre: Avantgarde Rock / Experimental
Label: The End Records
Spielzeit: 49:08
Band homepage: Stolen Babies

Tracklist:

  1. Spill!
  2. Awful Fall
  3. Filistata
  4. A Year Of Judges
  5. So Close
  6. Tablescrap
  7. Swint? Or Slude?
  8. Mind Your Eyes
  9. Lifeless
  10. Tall Tales >mp3
  11. Push Button >mp3
  12. Gathering Fingers
  13. The Button Has Been Pushed
Stolen Babies - There Be Squabbles Ahead

The End Records haben in letzter Zeit ihren Katalog ganz schön ausgebaut. Schaut euch die Liste ihrer Bands mal an, und ihr werdet ca. eine halbe Tonne Gruppen finden, die nicht ins gewohnte Schema "richtig geiler Progressive Metal (der nicht einfach DREAM THEATER kopiert!) mit einem Avantgarde-Einschlag" passen. Stattdessen haben The End sich eher auf Bands konzentriert, deren Alben klingen als wären sie der Feder Mike Pattons entsprungen (mit etwas Post-Rock dabei). Einer dieser Bands ist STOLEN BABIES, und ich werde euch jetzt von ihrem Album berichten.

 

"There Be Squabbles Ahead" ist eine makabre, aber auf seltsame Weise unschuldige Angelegenheit, wie dieses kleine Mädchen mit roten Locken und einem riesigen Lächeln, das Tiere foltert wenn gerade keiner hinsieht. Es ist eine Mischung von Tim Burton, Disney, David Lynch und vielleicht ein bißchen "Itchy and Scratchy". Dieses Album steckt voller Nervenzusammenbrüche, grotesker Jahrmarktsmusik und einigen wirklich eindringlichen Passagen, die irgendwo im Grenzbereich zwischen Punk, Metal, Hardcore und einfach nur Krach liegen. Sängerin Dominique Persi singt, schmachtet, weint und kreischt zu einer durchgedrehten Klangpalette aus Kontrabass, Keyboards, Schlagzeug und Gitarre. Es klingt in etwa wie eines von Grimms Märchen nach einer Tour durch den Geist von H.R. Giger.


Ich muß allerdings auch sagen, daß ich mich bei dieser Scheibe nicht recht auf eine Meinung festlegen kann. Manchmal höre ich sie mir an und finde sie absolut genial, mit ihrer Mixtur aus eingängiger Verdrehtheit und hitziger Aggression. Andererseits höre ich in ihr manchmal nichts als eine weitere von vielen MR. BUNGLE-Kopien, wie schon SLEEPYTIME GORILLA MUSEUM, DOG FASHION DISCO, TUB RING, ESTRADASPHERE, SECRET CHIEFS 3 und so weiter. Das ist vielleicht etwas zu hart -- ein deutlicher Einfluß kommt nicht unbedingt schamloser Nachahmung gleich, aber wißt ihr, bisweilen irritiert es mich etwas wenn Bands, die sich angeblich der Kreativität verschrieben haben, am Schluß so ähnlich klingen. Aber was soll's. Ja, das hier ist gut, und wenn euch meine Beschreibung des Albums zusagt werdet ihr es wahrscheinlich mögen. Aber wenn ihr ähnlich denkt wie ich, d.h. ihr die Übersättigung des Genres mit Avantgarde-Bands, die sich gar nicht so arg unterscheiden, auch als Problem seht, solltet ihr vor dem Kauf unbedingt erst einmal probehören.

(Online 7. Dezember 2006)

Wesley D. Cray



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