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Japanische Kampfhörspiele - Früher War Auch Nicht Alles Gut (7/10) - Deutschland - 2006

Genre: Grindcore
Label: Bastardized Records
Spielzeit: 64:36
Band homepage: Japanische Kampfhörspiele

Tracklist:

  1. Behindert
  2. Geräte Hassen Mich
  3. Kieferorthopädie
  4. Hand Ausrutscht
  5. 1t Mensch
  6. Aus Dem Mark Der Nebenniere
  7. Kugel Des Gerechten Killers
  8. Unpünktlicheiten
  9. Im Feld
  10. Dresscode
  11. Keiner Kann Für Irgendwas Was
  12. Sich Fur Technik Interessierende Grosse Jungs
  13. Der Fleischdämon
  14. Ein Produkt
  15. Deutsche Jugendkraft
  16. Ihr Habt Euch Schön Gemacht
  17. Humor
  18. Ungehorsam
  19. Heiliger Krieg
  20. Sektion Jaka
  21. Im Engelsfleisch
  22. Wir Gehen In Den Knast
  23. Gekochtes Fur Tiere
  24. Ich Habe Mich Entschieden
  25. All Das Muss Verunstaltet Werden
  26. Musik
  27. Nukleares Winterkind
  28. Jazz
  29. Alle Wollen Gut Aussehen [Und Tun Es Nicht] (Demo)
  30. Fan Von Gar Nichts (Demo)
  31. Abflussbestattung (Demo)
  32. Chemie (Demo)
Japanische Kampfhörspiele - Früher War Auch Nicht Alles Gut

Um es einfacher zu machen, habe ich dieses Album als Grindcore eingeordnet, wenn nur alles so einfach wäre. Die Band nennt sich selbst Grindpunk, was wohl etwas näher am Ziel ist, aber auch nicht so ganz, da JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE sehr gerne alle möglichen Quellen anzapfen, um Kategorisierungen in den Abfall zu kicken. Das im Hinterkopf behaltend, erwartet alles von SABBATH-artigen Riffs bis hin zu jenen, die bei NAPALM DEATH nicht Fehl am Platze wären, ihr werdet auf dieser Compilation ihrer älteren Werke auch alles dazwischen zu hören bekommen.

 

Das erste, das man bemerkt, und sie zeigen es von Anfang an, ist dass sie damit zufrieden sind euch das Gesicht abzuscheuern und dass sie mit euch spielen wollen. “Behindert” enthält ein seltsames Synth-Horn, ein sich entfernendes, in mitten all dem Säure-Verspüren. Dieses Schulterklopfen wird im Laufe des Albums oft wiederholt, sei es eine seltsame Drum- oder Basslinie oder das erzürnend bekannt vorkommende Horn-Riff auf “Aus Dem Mark Der Nebenniere.” Was die Riffs angeht, so werdet ihr in JAKAs selbst angebautem Gitarrenmissbrauch jede Menge Death/Black/Thrash-Einflüsse.

 

Etwas, das auffällt ist der Raum, den diese Band ihrer Musik erlaubt, sie vermeiden übertriebene Brutalität und Geschwindigkeit, obwohl es von beidem einiges zu finden. Wenn sie es etwas heftiger angehen lassen, setzen sie Säure-injizierte Riffs ein, im Gegensatz zu stark verzerrtem Prügeln, auch wenn sie hier und da einen Amboss fallen lassen. Es gibt eine gewaltige IQ-Diskrepanz, so dass auch wenn JAKA deutlich schräg daherkommen, so haben sie dennoch Richtung und vor allem einen Sinn für Humor. Aus irgendeinem Grunde erinnert mich das Ganze an gegrindete DEAD KENNEDYs, es ist mehr in der Ästhetik denn etwas anderem und ich kann es einfach  nicht abschütteln.

 

JAKA beginnen mit einem Mannequin und fügen dann alle möglichen Verzierungen hinzu, so dass jeder einzelne Song seinen seltsamen Moment hat oder ein anderes Element, um ihn über den Kernsound heraus zu heben, es könnte ein Solo sein oder ein schwerer Bassrun oder ein bizarres elektronisches Gefiedel. Natürlich gibt es auch Soundsamples, aber sie werden sparsam eingesetzt und werden dadurch nicht zur Arbeit. Die Vokalisation rangiert von tollwütigendem Kreischen und dem Grummeln von Darmgasen, allesamt angenehm unangenehm und passend zum irrsinnigen Wahnsinn, der uns hier geliefert wird.

 

Es gibt mehr als eine Stunde an Material auf diese Scheibe genagelt, ungefähr vier Jahre an Releases abdeckend. Es scheint eine geschlossene Herangehensweise und nur leichte Veränderungen, was gut ist, wenn einem gefällt, was sie ursprünglich von sich gegeben haben. Die Band kann sich jeden Moment verändern, “Ungehorsam” hat ein wesentlich leichteres, luftigeres Feeling, Elemente, die in den beiden folgenden Tracks auch zur Schau gestellt werden und zeigen, dass JAKA sich nicht darauf beschränken eure Plomben rauszuschütteln. Ich muss sagen, dass wenn die Band so richtig zur Sache geht, dass ich einen leichten Buzz fühle, was oft ist, aber selbst wenn sie in verstecktere Gefilde abdriften, machen sie noch immer Spaß.

 

Also eine Sammlung von Songs, die das Spektrum häufiger wechseln als eine Hure ihre Unterwäsche fallen lässt, was den Hörer fesselt. Die Breite ihrer Einflüsse hinterlässt euch beinahe durchgehend rätselnd, was als Nächstes daherkommt, im, um und um den Grindcore herum. Es ist alles guter Stoff und zeigt was passiert, wenn man mehr als einen Kuckuck ins Nest lässt.

(Online 10. Dezember 2006)

Niall MacCartney



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