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So, dieses Album hier dürfte ca. 95% der eingefleischten Metaller kräftig am Arsch vorbeigehen. Denn was die Italiener WICKED MINDS auf ihrem dritten Longplayer abziehen, ist alles andere als Metal, dabei aber so was von Heavy. Die fünf Typen stecken bis zum Hals im 70´er Jahre-Sumpf und wäre der Sound nicht so fett, würde ich schwören (Alter!), dass das hier eine verschollene Perle aus eben diesem Zeitalter ist.
Wo Spitzenkönner a la URIAH HEEP und vor allem DEEP PURPLE in den letzten Jahrzehnten stückweise immer polierter und berechenbarer wurden, gehen WICKED MINDS zurück zu den Wurzeln dieser Giganten und ledern einen drauflos, dass es nur so kracht. Da werden wie z. B. Auf „Here Comes The King“ orgiastische Instrumentenschlachten abgezogen, dass es seine Art hat. Klar, einen zweiten Ritchie Blackmore haben auch die Italiener nicht zu bieten, trotzdem alle Achtung für das, was Lucio Calegari auf der Sechssaitigen abzieht. Und selten klangen die Orgeln geiler als auf diesem Album. Paolo Negri heißt der Tastenhexer und er steht seinen großen Vorbildern in kaum etwas nach.
Einerseits geht die Band teilweise sehr wild und auch hektisch zu Werke, kommt jedoch immer wieder auf den Punkt zurück und sorgt für Ohrwürmer en masse. Andererseits haben die Typen auch ein unheimlich geschicktes Händchen für Balladen, die einen dahinschmelzen lassen. Dazu höre man am besten das leicht spacerockige „Burning Tree“. Ja, Einflüsse von Bands wie HAWKWIND lassen sich ebenfalls ausmachen und Fans von Krautrockern wie JANE werden sowieso fündig. Habe ich schon JETHRO TULL erwähnt? Nein? Nun, deren Freundeskreis sollte sich unbedingt „Black Capricorn Fire“ zu Gemüte führen, ihr werdet es lieben! Und für Coverversionen-Verehrer gibt es ein sehr gefühlvoll umgesetztes „Soldier Of Fortune“ von DEEP PURPLE´s „Stormbringer“-Album.
(Online 18. Dezember 2006)
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