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Es sind satte acht Jahre vergangen seit ich rein zufällig (oder nicht) auf die Franzosen von HEADLINE gestoßen bin. Ich hatte damals ein gutes Lied gehört, es war was Progressives mit einem Weibchen am Mikro. Aber bis heute weiß ich nicht wer sie waren, oder sind. Kurz darauf fand ich diese Truppe im Laden und ich war mir fast sicher dass die es waren. Sie wurden dazu noch als eine Band beworben die einige Ähnlichkeiten mit DREAM THEATER haben sollte. Also ich habe die Kassette (ja, ja damals gab’s die Dinge noch!) sofort geschnappt und ab nach Hause, aber dann musste ich enttäuscht feststellen, dass das gesuchte Lied nicht auf dem Album zu finden ist und es ist nicht mal dieselbe Band die ich gesucht habe.
Aber andererseits war ich nicht so wirklich traurig daß meine Suche fehlgeschlagen war weil HEADLINE entpuppten sich als ein würdiger Trostpreis. Bands die mehr oder weniger progressiv ausgerichtet sind und eine weibliche Stimme anwenden haben wirklich große Chancen bei mir. Und HEADLINE besitzen diese beiden Voraussetzungen und dazu machen sie ihre Arbeit sehr gut.
Aber ihr habt bestimmt mehr Interesse an der Musik der Franzosen als an meiner Lebensgeschichte. Kann ich gut verstehen. Also: es handelt sich um das Debüt Album des französischen Quintetts HEADLINE aus dem Jahre 1997. Aber Zeit hat dieser Platte kaum geschadet, ganz im Gegenteil. Es ist die Art von Progressive Metal die auch heute genau so frisch klingt wie damals. Was die DREAM THEATER Ähnlichkeit angeht, ist vielleicht ein bisschen gewagt, aber wenn es sein muss, dann geht es eher in die Richtung von „Awake“. Es klingt genau so rau aber sehr melodisch. Sie spielen einen Progressive Metal der manchmal an Power grenzt.
Der Gehirn der Truppe ist ein gewisser Herr Didier Chesneau, der für die Musik verantwortlich ist und auch den Gitarrenteil übernimmt. Die Texte stammen von Sängerin Sylvie Grare. Bei ihr kann man ganz gut hören aus welchem Land sie stammt, aber das ist gar nicht negativ gemeint, denn ihre stimmliche Leistung wird hierdurch überhaupt nicht beeinträchtigt. Sie hat ein gutes Gefühl für Balladen („Who We Are“, „What Can I Do“) und füllt auch die härteren Songs genau so mit Leben und viel Gefühl.
Nach dem kurzen Intro, „Avalon“ kann man schon durchaus wissen wo es lang geht. „The Time Of Lords“ bietet sehr kraftvolle Riffs mit atmosphärischem Keyboardeinsatz und getragenem Tempo. Die meisten Songs Folgen dann dieser vorgeschriebenen, härteren Richtung und ich möchte euch den Titelsong herzlich empfehlen. Das heißt natürlich nicht, dass die Lieder sich ähnlich sind, auf keinen Fall, es gibt genug Abwechslung und was noch wichtiger ist, die Jungs (und die Dame) legen viel mehr Wert auf Melodien als auf instrumentale Egotrips.
Warum HEADLINE? Weil ich meine, dass die Band ein eigenes Gesicht und einen eigenen Sound hat, nicht nur wegen der Stimme von Sylvie Grare sondern auch dank der guten Produktion, bei der die Gitarren ziemlich rau geworden sind aber es wird kein Instrument unterdrückt oder vernachlässigt. Die Band besteht aus begabten Musikern die einiges zu bieten haben: inspirierte Melodien, gefühlvolle Soli, eine gute Stimme und eine sehr angenehme Atmosphäre. Außerdem passt die härtere Auslegung dazu sehr gut.
(Online 24. November 2006)
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