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36 tablaturen für Finntroll


Finntroll - Ur Jordens Djup (3,5/10) - Finnland - 2007

Genre: Folk Metal / Black Metal
Label: Century Media
Spielzeit: 55:56
Band homepage: Finntroll

Tracklist:

  1. Gryning
  2. Sång
  3. Korpens Saga
  4. Nedgång
  5. Ur Djupet
  6. Slagbröder
  7. En Mäktig Här
  8. Ormhäxan
  9. Maktens Spira
  10. Under Två Runor
  11. Kvällning/Hidden track
Finntroll - Ur Jordens Djup
Ich muss gestehen, dass ich FINNTROLL mit ihrer spielerischen Einarbeitung von unpassenden Polka-Klängen in “Black” Metal nie gemocht habe. Allerdings scheinen sie trotz meiner Abneigung ein enorm beliebter Act zu sein und feiern trotz vieler Feinde einen Erfolg nach dem anderen. Ausgehend von einer geradlinigeren Black Metal/Humppa-Kreuzung, übernahm die Band bald einen epischeren, eingängigeren Ansatz, der eher in eine Live-Umgebung denn auf CD passt. Das ist eigentlich mein größter Kritikpunkt an der Band – ähnlich wie der Celtic Metal der späteren CRUACHAN und der brasilianischen (hallo?) TUATHA DE DANANN sind FINNTROLL ungefähr so kulturell bedeutsam und exakt wie der auf Touristen zugeschnittene Souvenirshop am Flughafen, wobei ihre Musik dem Klischee Vorschub leistet. Somit ist die Wichtigkeit dieser Sache gleich Null, abgesehen von ein wenig ausgelassener Heiterkeit.

Umgekehrt sind TUATHA DE DANANN, obwohl sie keinesfalls Ernst genommen werden können, das Metal-Gegenstück zu Dance-Musik, fürchterlich anzuhören, aber im Kontext (z.B. in einer Disco), in diesem Fall live, nachvollziehbar. In der Tat war ihr Auftritt in Wacken vor ein paar Jahren einer der unterhaltsamsten des Festivals, und diejenigen, die FINNTROLL bei ihrer letzten Wacken-Performance gesehen haben, haben sie ähnlich vollmundig gelobt.

Für die Fans würde ich sagen, dass das hier eine leichte Rückkehr zu dem etwas weniger epischen, geradlinigeren Material von früher darstellt, aber die Herangehensweise erinnert für meinen Geschmack immer noch zu sehr an diesen CHILDREN OF BODOM- und KALHAMH-artigen finnischen Blödsinn. Zudem herrscht hier ein Mangel an Qualität und Überzeugung (selbst für ihre Verhältnisse), da das Album klingt, als würden der Band die Ideen ausgehen, was gewissermaßen beweist, dass sie die alberne, substanzlose Band sind, für die ich sie oft gehalten habe. Alles in allem ist es zu durchschnittlich und eine zu lange Wiederholung ihrer ehemaligen „Glanztaten“ – das hier ist der Sound einer Band, die sich damit zufrieden gibt, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Dennoch würde ich wetten, dass es für viele immer noch genug sein wird, um in der Konzerthalle und in den sonnenverbrannten Pits der Metal-Festivals auszurasten.

(Online 30. August 2007)

Niall Kennedy



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