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Seitdem ich 1995 zum ersten Mal “The Gallery” gehört hatte, war ich DARK TRANQUILLITY hoffnungslos verfallen und meine Bewertungen bisher sprechen für sich “Of Chaos And Eternal Night” 8,5/10, “The Gallery” 9,5/10, “Projector” 9,5/10, “Haven” 9/10, “Damage Done” 9,5/10 und “Character” 9,5/10, wann immer also ein neues Album der Schweden am Horizont ist, werde ich aufgeregt. Anno 2007 hört das Objekt der Begierde auf den Titel “Fiction“ und meine Hoffnungen sind hoch, sehr hoch!
Und vom Anfang von “Nothing To No One” haben mich die Göteborger in ihrem Griff und sie lassen nicht mehr los bis die letzten Noten von “The Mundane And The Magic” verklungen sind… Im Laufe der Jahre waren DARK TRANQUILLITY die einzige Band des originalen Triumvirats des Melodic Death Metals, die näher an ihren Wurzeln geblieben ist und sich doch von Album zu Album weiterentwickelt hat und auch wenn “Fiction” mehr Evolution denn Revolution (was ein paar ihrer Vorgänger ja waren) ist, so steht es voll und ganz in der Tradition der Schweden, moderner melodiöser Death Metal mit genügend Drehungen und Wendungen, um sich meilenweit vom Rest abzuheben.
Vom Danish Knöpfe-Meister Tue Madsen produziert erforschen die Herren Stanne, Henriksson, Sundin, Nicklasson, Jivarp und Brandström nach wie vor die vielen verschiedenen Facetten dieses Stils, sei es geradlinig und heavy, düster und brütend, mit klarem Gesang oder auch Elektronika, aber sie verlieren nie den Song aus dem Auge und das ist, was DARK TRANQUILLITY zur herausragenden Band macht, die sie sind. “Nothing To No One” beginnt aggressive und heavy, mit dem charakteristischen Rasierklingenriffing, Mikael Stanne’s einzigartigen Vocals und im Refrain Klavier und Keyboards im Hintergrund, was für ein Anfang!
Bevor ich jetzt jeden einzelnen Track nenne und beschreibe, sollte ich wohl nur ein paar der besonders hervorstechenden Kompositionen dieses Albums aufzählen. Zuerst einmal “Terminus (Where Death Is Most Alive)”, das ich als einen der besten DARK TRANQUILLITY-Songs aller Zeiten ansehe, mit unglaublicher Dynamik und Melodien, die Elektronika sind geschmackvoll eingewoben, lenken nie ab, sondern fügen dem Song viel hinzu! Wenn es euch eher nach etwas Geradlinigem und Schwerem, aber dennoch Melodiösem steht, dann ist “Blind At Heart” für euch, während das Duo “Icipher” und “Inside The Particle Storm” eine langsamere, intensivere Seite der Band aufzeigt. “Misery’s Crown” ist dann die Rückkehr von Stannes tiefer, klarer Stimme, die dem Track teils eine Wave-artige Atmosphäre verleiht, aber er kontert sie mit seinem charismatisch rauen Organ und gibt dem Song so etwas mehr Biss, geil! Und das abschließende “The Mundane And The Magic” ist noch eine weitere Überraschung mit etwas Frauengesang oben drauf. Und das bedeutet nun in keine, Wege, dass die Songs, die ich nicht erwähnt habe, irgendwie abfallen, absolut nicht!
Es ist beinahe unheimlich das konstant hohe Level der Qualität und Innovation dieser sechs Herren jedes Mal aufs Neue zu sehen, so muss moderner Melodic Death klingen, ohne klotziges US-Riffing oder andere unpassende Einflüsse. “Fiction” ist eine Einheit, ist modern, ist DARK TRANQUILLITY, ist mein Top-Album 2007 bisher!
(Online 23. April 2007)
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