The Metal Observer - Everything in Metal!

Band-Archiv: Metalheads online.  
# | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z Nach Land | Nach Stil | Nach Reviewer






Bandhistory folgt.

Weitere Reviews
Aktuelle Updates
Artikel drucken
Bewertungserklärung



Sound Of Silence - La Casa De Los Lamentos (10/10) - Spanien - 2007

Genre: Death Metal / Thrash Metal / Metalcore
Label: Underhill Records
Spielzeit: 40:37
Band homepage: Sound Of Silence

Tracklist:

  1. Intro
  2. Nunca Seré Feliz
  3. Presa De La Desconfianza
  4. Una Lágrima
  5. Nuevas Cicatrices En El Cielo
  6. Delirios Silenciosos
  7. El Renacer
  8. A Través De Mis Ojos
  9. Más Allá De Mí
  10. Poesía Para Un Sueno Eterno
Sound Of Silence - La Casa De Los Lamentos

Für so manchen treuen "The Metal Observer" Leser dürfte die Aussage, dass es sich bei SOUND OF SILENCE um die beste und interessanteste Band aus Spanien der letzten Jahre handelt, reichlich übertrieben erscheinen. Für mich erhärtete sich diese durchaus gewagte Prognose mit jedem weiteren Durchlauf des aktuellen Meisterwerks nachhaltig. Bis dato machte die Band nur durch das Split Album mit LEGACY OF CAIN auf sich aufmerksam und schon damals konnten die Spanier ausschließlich positive Kritiken einheimsen und wurden nicht zu Unrecht als eine der Hoffnungsträger der spanischen Szene gehandelt.

 

Die aus Ex-Musikern von ESCUELA DE OIDO, ÖKBAN und ANOTHER DAY formierte Truppe wird auf „La Casa De Los Lamentos“ allen Vorschusslorbeeren gerecht und übertrifft die hohen Erwartungen oftmals um Längen. SOUND OF SILENCE verbinden auf dem ersten vollständigen Album all jene Voraussetzungen, die man von einem modernen, überaus hartem und intensivem Silberling erwartet. Dabei spielen musikalische Grenzen innerhalb des Metal Universums keinerlei Rolle, denn anstatt sich selbst zu limitieren und dadurch das akustische Spektrum einzuschränken, bedient sich das Sextett geschickt den unterschiedlichsten Einflüssen. Dass der eine oder andere Metalhead dadurch auf eine harte Probe gestellt wird, dürfte sich von selbst erklären. Aber anstatt sich in den Wirren des Metal Genres zu verheddern, schaffen SOUND OF SILENCE in jedem Song das Husarenstück, eindeutig nachvollziehbar und hörbar zu bleiben.

 

Das kurze und melodische Intro leitet den Reigen an zerstörerischem Schwermetall gekonnt ein und findet seine Fortsetzung im direkt und ohne Pause folgenden „Nunca Seré Feliz“, welches gleich mal zeigt, wo bei SOUND OF SILENCE der Hammer hängt. Neben dem filigranen Gitarrenspiel, dem hektischen Hochgeschwindigkeitsdrumming und den vielen Schwindel erregenden Tempowechseln fällt vor allem der wandlungsfähige Gesang auf. Hier wird zwar zumeist hysterisch geschrieen, aber auch böses Gegrunze und Hardcore ähnliches Gebrüll fügt sich immer wieder gekonnt ein. Gleiches Bild auch bei „Presa De La Desconfianza”, wo abermals Thrash Metal Riffs auf melodische Death Metal Auswüchse der Götheborger Schule treffen und dabei noch den einen oder anderen Metalcore typischen Breakdown mit auf den Weg bekommen und auch vor so manchem Mathcore Verwirrspiel nicht halt gemacht wird. Abwechslung an allen Ecken und Enden und das ändert sich auch nicht bei „Una Lágrima“, wo neben zerstörerischen Blast Beats und wüsten Breaks immer wieder das beeindruckende Gefühl für atemberaubende Melodien in den Vordergrund gestellt wird.

 

Eines weiteres Highlight sind die in Spanisch gehaltenen Texte, was dem ganzen Treiben eine zusätzliche eigenständige Note verpasst und somit SOUND OF SILENCE zudem aus der Masse an Bands herausragen lässt. Meiner Meinung nach ist die spanische Sprache ohnehin prädestiniert für Metal Bands und daher wundert es mich, dass nicht mehr Bands aus diesen Gefilden der Erde auf ihre Landessprache setzen. Bestes Beispiel sind auch die beiden Kracher „Nuevas Cicatrices En El Cielo“ und „Delirios Silenciosos“ welche die zuvor bereits mehrfach erwähnten Einflüsse in gewohnt perfekter Form aufarbeiten und in unvergleichlicher SOUND OF SILENCE Manier präsentieren. Ein begnadeter Song folgt dem nächsten und so ist auch „El Renacer“ ein Anspieltipp für alle Unentschlossenen. Beeindruckende Gitarrenharmonien stemmen sich wacker gegen die rasenden Blast Beat Attacken und demolieren alles, was sich eventuell in den Weg stellen könnte. Woher diese Band derart viel Einfallsreichtum und spielerisches Können nimmt bleibt wohl ein Geheimnis, sicher ist, dass SOUND OF SILENCE auf dem vorliegenden Album ihre Hausaufgaben mit Bravour gemacht haben und rein gar nichts anbrennen lassen.

 

Aber noch ist man mit der Weisheit noch lange nicht am Ende angelangt, sondern legt mit „A Través De Mis Ojos“ und „Más Allá De Mí“ weiteres Kraftfutter nach und setzt unverbraucht und erfrischend zu weiteren Rundumschlägen an. Wer zu diesem Zeitpunkt des Albums immer noch nicht von der Klasse dieser Truppe überzeugt ist, dem kann unter keinen Umständen mehr geholfen werden und das oftmals zitierte Hopfen und Mals scheint auf alle Ewigkeit verloren zu sein. Den würdigen Schusspunkt für das Album setzt dann „Poesía Para Un Sueno Eterno” abermals mit jeder Menge Speed und Intensität. SOUND OF SILENCE lassen auf „La Casa De Los Lamentos” keinerlei Wünsche offen und überzeugen mit ihrer rabiaten Mischung auf der ganzen Linie.

 

Natürlich wurde auch seitens der Produktion alles daran gesetzt, dass die zehn Songs im richtigen Licht erklingen. Auch in diesem Belangen wurde perfekt gearbeitet und nichts dem Zufall überlassen, was auch für die erstklassige Aufmachung des Albums samt schicken Pappschuber gilt. Ein rundum perfekt geschnürtes Paket, das Metalfans aller Klassen ansprechen sollte und somit eine Brücke zwischen IRON MAIDEN, CRADLE OF FILTH, AT THE GATES, SLAYER, EDGE OF SANITY, DILLINGER ESCAPE PLAN und KILLSWITCH ENGAGE schlägt. Alles andere als die Höchstnote wäre im Falle von SOUND OF SILENCE eigentlich eine Beleidigung. Glaubt mir!

(Online 10. September 2007)

Alexander Ehringer



© 2000-2013 The Metal Observer. Alle Rechte vorbehalten Haftungsausschluss