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Xenesthis - Sick Of Pitch-Black (9/10) - Österreich - 2007

Genre: Metalcore / Thrash Metal
Label: Noise Head Records
Spielzeit: 39:25
Band homepage: Xenesthis

Tracklist:

  1. Death Will Take Us All
  2. Home-Made Oppression
  3. This Burden
  4. Shades
  5. Time To Win
  6. Upper Class Romance
  7. Rise With Us
  8. Thrills
  9. Lines
  10. Still Bulimic
Xenesthis - Sick Of Pitch-Black

Bis heute zählten die Metalcore Senkrechtstarter BEFORE THE FALL zu meinen absoluten Favoriten des jungen österreichischen Labels Noisehead Records. In diesen Belangen konnten nun aber die ebenfalls aus Österreich stammenden XENESTHIS blitzschnell gleichziehen und setzen hinsichtlich ihres technischen Könnens gleich noch einen drauf. Zwar kann man die Musik der beiden Bands prinzipiell nicht miteinander vergleichen, in Sachen Durchschlagskraft und Intensität können sich beide aber durchaus messen und ziehen Nase an Nase über die Ziellinie. Musikalisch setzt man in beiden Lagern auf Metalcore, wobei unter dem Banner BEFORE THE FALL stets der Vorschlaghammer regiert und XENESTHIS als die melodischen Feinmechaniker zu bezeichnen sind.

 

Formiert haben sich XENESTHIS im Jahre 2004 und brachten es bis zum hier vorliegenden Album „Sick Of Pitch-Black“ auf zwei EP’s unter dem Titel „Straight To Infinity“ (2005) und „Shades“ (2006). Welche Qualitäten diese Band schlussendlich aber hat, beweist das erste vollständige Werk recht deutlich und in nur wenigen Minuten. Nach kurzem Intro bläst einen nämlich gleich der ausgesprochen druckvolle und gewaltige Sound an die Wand und XENESTHIS brechen quasi mit „Death Will Take Us All“ mit dem Schädel voran durch die verschlossene Tür. Das hohe und vorher schon kurz angeschnittene technische Können der fünf Musiker wird dem Hörer zudem schnell bewusst, denn das Quintett macht akustisch keinerlei Gefangenen und marschiert auch unverfroren und munter mit „Home Made Oppression“ weiter.

 

Dabei vereinen XENESTHIS die mannigfaltigsten Einflüsse, welche von ARCH ENEMY und OTEP über SLAYER, IN FLAMES oder KILLSWITCH ENGAGE bis hin zu IRON MAIDEN, FEAR OF GOD oder ICED EARTH reichen. Alles gemeinsam gut verpackt und erstklassig aufbereitet klingen die Österreicher frisch, authentisch und zugleich originell. Einen hohen Einfluss auf den Wiedererkennungswert hat vor allem der charismatische Gesang von Frontfrau Katrin Bernhardt. Ihr ganz eigener, unverwechselbarer und oftmals dunkler Gesangsstil wird immer wieder von Lead Gitarrist Raffael Trimmal durch brutale Shouts ergänzt, was etliche geniale Duelle auf der Platte zwischen den beiden als Folgewirkung hat. Bestes Beispiel dafür ist das kraftvolle „This Burden“, bei dem mehrmals gesangliche Attacken ausgetragen werden, die selbstredend für die Abwechslung zusätzlich fördernd wirken.

 

In musikalischer Hinsicht haben XENESTHIS jedenfalls Ihre Hausaufgaben mit Vorzug erledigt, da man nach etwaigen Schwachstellen vergebens sucht. So sind auch „Shades“ oder „Time To Win“ eine metallische Meisterleistung, welche Headbanger aller Klassen zu Lobeshymnen hinreißen müsste. Dem herkömmlichen Verständnis das dem Begriff Metalcore anhaftet versuchen XENESTHIS geschickt zu umschiffen, denn im Grunde findet man keine unmotivierten und vielfach gehörten Breakdowns, keine Mosh Parts oder ähnliche vielerorts bereits ausgereizte Stilmittel. Stattdessen erhält der Hörer messerscharfe und zugleich filigrane Riffs, mehrstimmige Melodien und geschickte Tempowechsel gepaart mit einer mehr als überzeugenden gesanglichen Darbietung.

 

Fast schon rockig, oder sagen wir besser alternativ gibt sich der Ohrwurm „Upper Class Romance“ bevor man mit „Rise With Us“ wieder einen Zahn zulegt. Einen oder mehrere Songs hervorzuheben fällt im Falle XENESTHIS sehr schwer, da man ein stets hohes Level hält und auch die dichte Atmosphäre die gesamte Albumlänge nicht unterbricht. Nur die kurzen Unterbrechungen zwischen den Songs können als kurze Verschnaufpausen genutzt werden, ansonsten erhält man harte metallische Kost wie „Thrills“ die einen nicht zur Ruhe kommen lässt. Es macht einfach ungehörigen Spaß den mit viel Herzblut komponierten Songs zu lauschen und man darf XENESTHIS durchaus attestieren, zu den hoffnungsvollsten österreichischen Bands zu gehören.

 

Dafür stehen auch die beiden abschließenden Songs „Lines“ und „Still Bulimic“, wobei ersterer zu den ruhigsten Momenten auf „Sick Of Pitch-Black“ zu zählen ist und „Still Bulimic“ dann nochmals alle Register zieht. Perfektion an allen Fronten, denn auch die grafische Aufmachung des Albums steht dem akustischen Treiben in nichts nach und kann als künstlerisch wertvoll bezeichnet werden. Ein rundum positives und perfekt geschnürtes Paket, das XENESTHIS mit ihrem Album „Sick Of Pitch-Black“ hier abgeliefert haben. Darüber hinaus sind XENESTHIS absolut ein Versprechen für die Zukunft. Und um mit einigen Worten aus der beiliegenden Bandinfo zu schließen, die da wie folgt lauten: Wer hier nicht bangt, hat keinen Kopf ... Danke, setzen!!!

(Online 3. Oktober 2007)

Alexander Ehringer



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