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Calm - Army Of A Few (10/10) - Schweden - 2007

Genre: Modern Metal / Crossover / Nu-Metal
Label: Eigenproduktion
Spielzeit: 37:21
Band homepage: Calm

Tracklist:

  1. One Moment To Seize
  2. Pattern
  3. Someone Divine
  4. Introduction To Nothing To Be
  5. Restore The Sky
  6. ...
  7. I Smile
  8. When Adam Ki(ss/ll)ed Eve
  9. Another Day To Come
  10. Bittersweet Memories
  11. They All Look So ...Calm
Calm - Army Of A Few

Man sollte im Falle der Schweden CALM durchaus eine etwas durchgeknallte musikalische Ader in sich tragen, damit man an der Tonkunst dieses Sextetts wirklich vollends Gefallen finden kann. Wie schon beim Debüt „Are We Supposed To Be ...“ aus dem Jahre 2003 ist luftig leichtes Dahinmusizieren Fehlanzeige und abermals regiert eine bunte und zeitweise leicht abstruse Zuschaustellung verschiedenster Einflüsse. Gerade für jene unter Euch, die solch einzigartige Bands wie SIKTH, FAITH NOR MORE, MESHUGGAH, SLIPKNOT, PRIMUS, SYSTEM OF A DOWN oder AMERICAN HEAD CHARGE zu ihren Favoriten zählen, dürften bei CALM wahre Freudensprünge hinlegen.

 

Verglichen mit dem Debüt liegt „Army Of A Few“ gleichauf, da man in Sachen Weiterentwicklung im Grunde nur noch wenig machen musste, war doch das Erstwerk nahezu perfekt und eine Bereicherung für das Genre des modernen und leicht progressiven Metals. Die vergangenen vier Jahre nutzte die Band um an weiteren verrückten Songs zu basteln und ließ sich hinsichtlich Kreativität vollends gehen. Die Ausbeute dieser Zeit sind die auf dem neuen Album vertretenen elf Stücke, die alle Tugenden von CALM abermals eindrucksvoll vereinen.

 

Dafür genügt es eigentlich schon, wenn man sich den Opener „One Moment To Seize“ zu Gemüte führt und dabei von einer Vielzahl an verschiedensten Ideen ohne Vorwarnung überrollt wird. Es ist ein wahres Wechselbad der Gefühle und es bedarf durchaus etwas Ausdauer, um dieser wüsten Ansammlung verschiedenster Stile folgen zu können. Auch bei „Pattern“ wird man wortwörtlich nieder gerannt und von kriminell getimten Tempowechseln in kleine handliche Portionen zerteilt. Und trotzdem passt alles zusammen und hat seinen berechtigten Platz. Auffällig ist dabei auch die immense Brutalität, mit der CALM zu Werke geht. Zwar wird man von einzelnen schrägen Gesangspassagen immer wieder zum Schmunzeln verleitet, zum Lachen ist die Darbietung aber ganz und gar nicht. „Army Of A Few“ ist todernst und ein mit viel Hingabe durchkonzipiertes Album geworden, auch wenn man immer wieder merkt, wie viel Spaß die sechs Musiker im Studio gehabt haben.

 

„Someone Divine“ ist dann ein im Vergleich zu den beiden vorhergehenden Tracks leicht verdauliche Kost, versehen mit einer satten Portion Groove und Druck. Mit „Introduction To Nothing To Be“ verhält es sich ähnlich, auch hier wird von zu viel Verrücktheit etwas Abstand genommen und lediglich der „spooky“ Mittelteil fällt etwas aus dem Rahmen. Das schwere und fast schon doomige Ende passt zudem bestens, bevor es mit „Restore The Sky“ wieder in die vollen geht und das schizophrene Treiben von vorne beginnt. Wunderbar und auf seine Art mitreißend, richtig verstehen tut man dies allerdings erst, wenn man es selbst gehört hat, vorausgesetzt man mag es stilistisch breit gefächert.

 

Quasi zum Durchatmen schlagen CALM mit „...“ für etwas mehr als eine Minute ungewohnt ruhige Töne an und schieben zur Mitte des Albums ein kurzes Instrumental ein. Danach wird mit „I Smile“ zum Teil die New Metal Kelle in guter alter KORN Manier geschwungen. Dass man zwischendurch aber auch schön dreist auf den Putz klopft, dürfte als Selbstverständlichkeit angesehen werden. „When Adam Ki(ss/ll)ed Eve“ ist eine weitere Achterbahnfahrt samt rasenden Blastbeats und wahnwitzigen Wendungen. Dem steht auch der Highspeed Kracher „Another Day To Come“ in nichts nach und auch wenn „Bittersweet Memories“ recht gemütlich beginnt, so wird auch hier recht schnell wieder ein Feuerwerk an Ideen abgebrannt, dass andere Bands wohl damit ein ganzes Album füllen könnten. Das Ende läutet dann „They All Look So ... Calm“ ein und beschließt somit ein Album, das man sich in dieser Form durchaus von CALM erwarten durfte. Nochmals wird schön kräftig umgerührt und den unterschiedlichen musikalischen Ergüssen freier Lauf gelassen.

 

Und auch wenn man das gesamte Album in Eigenregie eingezimmert hat, so merkt man dies der Produktion nicht im Geringsten an. Der Gesamtsound kracht stets differenziert und mordsmäßig kraftvoll aus den Boxen und lässt keinerlei Wünsche offen. Einziger Wermutstropfen bei der Sache ist, dass es das Album noch nicht im Handel zu erstehen gibt, da CALM derzeit ohne Label dastehen und somit die Veröffentlichung erstmal auf Eis liegt. Das Gute daran ist allerdings, dass man das gesamte Album über die offizielle Homepage der Band gratis downloaden kann. Somit sind die neuen Songs jedermann zugänglich und ohne jeglichen finanziellen Aufwand zu bekommen. Ein ausgesprochen netter Zug einer Band, die mit „Army Of A Few“ ein weiteres Highlight komponiert hat und gerade durch die frische und unverbrauchte Art zu musizieren unzählige neue Sympathien einheimsen wird.

 

Respekt und daher die selbe Punktezahl wie schon beim Debüt.

(Online 24. Oktober 2007)

Alexander Ehringer



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