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WHITE SKULL, das war Federica De Boni, eine Sängerin mit geiler, rauer, aber trotzdem melodiöser Stimme, jetzt steht ein gewisser Gustavo Adrian Galbano am Mikrofon, ein Argentinier, und er hat ein schweres Erbe anzutreten, also hören wir gleich mal rein, ok?
Gut, musikalisch hat sich nicht übertrieben viel geändert, harter, melodiöser Power Metal mit gewissem symphonischem Einschlag, nicht der typisch italienische Sound, nicht so glatt, sowohl in der Musik als auch Gustavos Gesang, der sowohl den glasklaren Klang wie die raueren Metalscreams der Klassiker beherrscht.
Das Album selbst ist ein Konzeptalbum über das Mittelalter und die Verbrechen der Inquisition, interessanter Stoff (der noch interessanter wäre, wenn mir auch die Texte vorlägen...), der klanglich auch durchaus adäquat umgesetzt ist, nein, nicht mit Instrumenten oder Melodien aus jener Zeit, sondern in Sachen Atmosphäre, mit der die Songs ausgestattet sind.
So, das liest sich bisher ja nach einem perfekten Album für den guten Alex an, oder? Nun, prinzipiell schon, nur habe ich das Problem, dass das Album nicht durchgehend zündet. Songs wie "The Dark Age", "The Edict", "Devil's Woman" oder "Torture" wissen mich streckenweise sogar zu begeistern, mit starken Arrangements, sehr gut und songdienlich eingesetzten Keyboards, sehr guten Chören, nicht so aufgebläht wie bei manchen anderen, sondern insgesamt kräftiger, dunkler, voller, alles teilweise wirklich dramatisch aufgebaut, mit hervorragend abgestimmtem Zusammenspiel von Lead- und Rhythmusgitarren, Keyboards und Chorarrangements, einfach stark!
So, wo liegt nun das "ABER"? Ich bin mir dabei nicht so ganz sicher, was ich hier nennen sollte, denn es ist nur sehr schwer in Worte zu fassen. Hier und da setzt diese Dynamik im Song etwas aus, was ein Punkt ist, der nicht wirklich häufig vorkommt, aber trotzdem manchmal ein Loch im Song entstehen lässt, in das man etwas hineinplumpst. Eher ist es der Gesang von Senor Galbano, der ein sehr eigenes Timbre besitzt (das mich hier und da an die Japaner von VOLCANO erinnert), das in Verbindung mit seinen streckenweise fast etwas zu rau ausgefallenen Vocals etwas von der Durchschlagskraft der WHITE SKULL-Songs wegnimmt.
Insgesamt überwiegen aber zweifelsohne die Stärken, die sich teils erst nach mehrmaligem Anhören erschließen, was sie aber wert sind. Ein sicherlich nicht ganz klischeefreies Album, aber wer sich eine Art Mischung aus italienischem Epic Power Speed und einer Band wie GRAVE DIGGER vorstellen kann, der ist bei WHITE SKULL allemal richtig, wenngleich sie nicht an die Größen herankommen. Und diese Songs noch mit Federica am Mikro... (Online 30. Oktober 2002)
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