|
Ich habe irgendwo mal einen alten Artikel gelesen, in dem KRANK mit W.A.S.P. verglichen wurden. Diesen Satz im Hinterkopf bekam ich das zweite Album der Band auf dem achten Keep It True-Festival in die Hände und habe ohne lange zu fackeln zugeschlagen. Und beim anhören zu Hause wurde mein Gesicht immer länger. Denn von W.A.S.P.-ähnlichen Klängen war weit und breit nichts zu vernehmen. Stattdessen herrscht auf dem Album Schwanzrock der übelsten Sorte vor. Ab und zu verbrät der Gitarrist ja mal wirklich gute Heavy-Riffs, doch zumeist nerven die Jungs mit ausgelutschtem Bubblegum-Rock. So lahm waren ja nicht mal POISON (US) auf ihrem Debüt.
Echt, wenn ich mir nur mal den einfallslosen Schnarchrefrain von “Nasty Bastard” anhöre, fällt mir das Essen aus dem Gesicht. Aber das Beste/Schlimmste ist der Grottenolm am Mikro. Der Typ möchte gern ‘nasty&savage’ klingen, tönt aber eher nach ‘nasty&sausage’. Aber irgendwie hat so ein unbefriedigter Giftzwerg am (Mikro)ständer auch was für sich. Zumindest für ein paar Lacher ist der Typ gut. Übrigens heißt der Saitenquäler J.D. De Majo. Ob der Kerl mit Joey De Majo (MANOWAR) verwand ist? Dafür spräche auch, dass in den Special Thanks Scott Columbus auftaucht.
Na ja, falls ihr die CD irgendwann mal in die Finger kriegt, gebt lieber eurem Nachbarn, Freund oder Feind ein Bier aus, damit habt ihr wenigstens ein gutes Werk getan (und billiger ist es obendrein auch noch).
(Online 24. Juni 2008)
|