Am Anfang dieser Scheibe war ich von HEAVY LORD aus den Niederlanden recht angetan, nicht begeistert, aber angetan. Denn der Opener und gleichnamiger Titeltrack des Albums, "Chained To The World" versprühte so ein bißchen Old School Doom Flair a lá BLACK SABBATH, wohlbekannte, schwere Riffs gepaart mit einem groovigen Rhythmus und einer Portion Tempo, genau richtig.
Auch wenn die Produktion insgesamt relativ rau ist, passt sie wenigstens zum Stil von HEAVY LORD und transportiert gut ein gewisses Feeling, leider aber vor allem bei den kürzeren und schnelleren Tracks beziehungsweise Passagen, und die sind leider dann doch nicht so zahlreich.
Denn nach dem Opener kann man die nächste Zeit mal getrost vergessen, der Nachfolger Serpento ist zwar auch recht flott, aber reißt irgendwie überhaupt nicht mit, und ziemlich langweilig wird es, wenn HEAVY LORD beim dritten Track "Maelstrom" zum ersten Mal episch werden. Klar ist Doom kein Speed Metal, und klar gehören langsame, erdige Riffs und Tracks zum Doom dazu, aber Langsamkeit ohne Sinn und Zweck, ohne dass eine Atmosphäre entsteht, dafür aber Langeweile, kann sicher nicht das Ziel sein.
Zu ihrer Verteidigung muss man aber sagen, dass die beiden anderen Mammuttracks "Looking Into The Makers Eye" und "Eternal Crawl" schon um einiges besser ausfallen, vor allem ersterer ist recht gut gelungen und bleibt trotz der Länge abwechslungsreich und atmosphärisch, Ruhe muss also nicht immer gleich Langeweile sein.
Ähnliches könnte man auch für "Eternal Crawl" sagen, auch wenn einige Passagen dann doch einfach zu lang sind und sich zu lange ziehen, aber trotzdem immer noch anhörbar.
Insgesamt ist die Vorstellung zu flach, als dass man dieses Album so ohne weiteres empfehlen könnte. Wären wenigstens die kurzen, schnelleren Tracks beziehungsweise Passagen überzeugender, könnte man über die etwas zu lang und episch breiten Tracks noch hinwegsehen, aber bis auf den Opener lassen mich die weiteren Tracks relativ kalt, es entsteht keine Atmosphäre sondern klingt nicht einfach nur schleppend (was ja durchaus ein gewünschter Effekt sein kann und auch nicht schlecht ist), sondern langweilig und wenig strukturiert. Ein bißchen mehr Innovation, Mut und Veränderungen im Songwriting, dann ließe sich mit den guten hier hörbaren Ansätzen ein gutes Album basteln, aber "Chained To The World" ist mehr seicht als sonst etwas.
(Online 6. August 2008)