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Mutant - The Aeonic Majesty (9,5/10) - Schweden - 2001

Genre: Black Metal
Label: Listenable Records
Spielzeit: 39:21
Band homepage: Mutant

Tracklist:

  1. The Majestic Twelve
  2. Demonworlds
  3. Premonitions Erupt
  4. Beyond Bet Durrabia
  5. The Aeonic Majesty
  6. Immemorial Lunacy
  7. Dark Spheres
  8. Eden Burnt To Ashes
  9. Abduct To Mutate
Mutant - The Aeonic Majesty
Bevor ich mir diese CD zugelegt hatte, hatte ich einen Song davon gehört, "Immemorial Lunacy", der mich von Anfang an angesprochen hat. Schnell, düster, atmosphärisch, transzendental und vollkommen einzigartig in seinem Sound und seiner Art. Die Drums, obwohl programmiert, haben einen betörenden technologischen Touch, vielleicht ein weiterer Punkt, der in den transzendentalen Aspekt MUTANT's mit hineinspielt (die Geschwindigkeit der Blastbeats und Double-Bass sind unmenschlich schnell, aber es ist so cool sich einfach vorzustellen, dass ein ECHTER Drummer das Ganze spielt). Nehmt zu dieser Mischung noch einen unauffälligen Hintergrund von geschmackvollen und NICHT kleistrig klingenden Keyboards (oh schlage weiter mein Herz!) und ich WUSSTE, ich musste das Album einfach kaufen! Ich hatte mir den erwähnten Song schon so oft angehört, ich konnte es nicht mehr länger aushalten...

Nun muss ich zugeben, dass ich nicht erwartet hatte, dass der Rest der Kompositionen auf "The Aeonic Majesty" die grandiose Düsternis eines "Immemorial Lunacy" aufrechterhalten könnte, aber wie falsch lag ich damit. In dem Moment in dem ich diese CD in meinen Player geschoben hatte, wurde ich von den genialen Riffs und mitreißenden Rhythmen von "The Majestic Twelve" umgeblasen. Keine einzige Sekunde dieses Album ist ohne Grund! Henrik Ohlssons gequälte Schreie sind purer Black Metal, aber sie sind nicht nur monotones Gekreische und größtenteils nicht mit Effekten zugekleistert, sie passen einfach perfekt zur superben Musik. Es kommt sehr selten vor, dass ich an Vocals eines Black Metal-Releases absolut NICHTS auszusetzen hatte, da ich nie ein Fan dieses "Gesangsstils" gewesen bin, aber ich muss zugeben, dass sie mir von Mal zu Mal besser gefallen haben.

Die RIFFS; aber, sind das absolute Highlight von MUTANT. Gitarrenzauberer Peter Lake (ist das ein ECHTER Name? Ich bin etwas skeptisch...) hat sich hier wirklich als Meister der Töne erwiesen, die direkt von der Gitarre aus die Tiefen der menschlichen Psyche ausloten... Das ist es, warum ich den Begriff "transzendental" als treffendsten ansehe, um MUTANT zu beschreiben. Die Art, in der die sehr ausgefeilten, arpeggiativen Riffs mit den exzellenten Keyboard-Lagen einhergehen, machen "The Aeonic Majesty" zu einem wahrhaft unvergesslichen Hörerlebnis.

Sicher kann man sagen, dass Bands wie EMPEROR die unumstrittenen Könige einer solchen musikalischen Herangehensweise (obskurer atmosphärischer Black Metal) sind, aber MUTANT haben eine wesentlich größere Frische anzubieten und klingen so anders als all die Möchtegern-EMPERORs gerne klingen würden. Es ist einfach ORIGINELLE Musik mit einem klaren Ziel: eine vollkommen NEUE Dimension in die Kunst des Heavy Metal zu bringen. Im Gegensatz zur "Schwesterband" THEORY IN PRACTICE sind MUTANT kompositorisch wesentlich direkter, mit mehr Schwerpunkt auf die Riffs und Melodien anstatt sie in alle möglichen Richtungen zu verdrehen (wie bei TiP). Es gibt mehr klare "Strophe-Bridge-Refrain"-Strukturen, die in vielerlei Hinsicht ein hervorragender Kontrast zu der absoluten Gehirnmusik von THEORY IN PRACTICE's "The Armageddon Theories" darstellt.

Was kann man also von alldem gewinnen? Nun, ich habe mindestens zehn verschiedene Versuche, um zu erklären, was MUTANT so einzigartig macht, aber ich habe jedes Mal aufs neue versagt. Etwas KANN ich aber mit absoluter Sicherheit sagen, MUTANT bewegen sich auf sehr interessanten und gänzlich unbetretenen Pfaden und hoffentlich wird uns dieses "Side-Projekt" noch lange erhalten bleiben. Es wäre eine wäre Schande, wenn dieses musikalische Medium von den beiden Herren (das nächste Mal vielleicht mit einem vollständigen Line-Up?) nicht weiter genutzt würde. Sollten wir noch einmal mit einem MUTANT-Album beglückt werden, verwette ich mein Haus, dass es ein weiterer göttlicher Brocken solch unvergleichlicher Majestät sein wird. Ich kann nur noch sagen: BITTE gebt dieser Band eine Chance! Tut es für...euer Heimatland! Seit patriotisch verdammich!

Gabriel Gose



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