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Queensrÿche - Tribe (7/10) - USA - 2003

Genre: Alternative Rock
Label: Metal Is Records
Spielzeit: 41:41
Band homepage: Queensrÿche

Tracklist:

  1. Open
  2. Losing Myself
  3. Desert Dance
  4. Falling Behind
  5. The Great Divide
  6. Rhythm Of Hope
  7. Tribe
  8. Blood
  9. The Art Of Life
  10. Doin' Fine
Queensrÿche - Tribe
Nach ihrem hervorragenden "Empire"-Album (ganz abgesehen von den noch größeren Taten zuvor) hatte ich durch Alben wie "Promised Land", "Hear The New Frontier" und auch "Y2K" beinahe komplett das Interesse an den Amerikanern von QUEENSRŸCHE verloren. Warum? Nun, weil sie stilistisch nicht nur eine Korrektur gefahren sind, sondern eher das Steuer recht kapital herumgerissen hatten, in wesentlich mehr Alternative-beeinflusste Gefilde, was zumindest ich mit dem Namen QUEENSRŸCHE einfach nicht mehr verbunden habe.

Daher war ich beim Erhalt von "Tribe" auch eher vorsichtig mit großartiger Hoffnung, lieber positiv überraschen lassen. Und auch wenn Gitarrist Chris DeGarmo wieder zurück in der Band ist, an die früheren Glanztaten kommen die Amerikaner auch mit diesem Album nicht heran. Progressive Metal ist es beileibe nicht mehr, selbst beim Begriff Metal habe ich gezögert, ob ich ihn überhaupt noch vergeben kann, denn im Prinzip ist das hier Alternative Rock.

Sicherlich sollte man nicht ständig in der Vergangenheit leben und eine Band nur an dem messen, was sie bisher gemacht hat, aber seien wir ehrlich, man muss es einfach tun... Und im Falle von QUEENSRŸCHE kommen mir zwar nicht die Tränen, denn so schlimm ist es nicht, aber trotzdem bin ich mir nicht ganz sicher, was ich wirklich davon halten soll. Der Opener "Open" (wenigstens passend betitelt) ist eher gemächlich unterwegs, mit etwas dunkleren Gitarren und einem recht starken Bass, bei dem sich vor allem der Refrain recht schnell im Ohr festsetzt.

"Losing Myself" beginnt dann recht ruhig, mit etwas seltsamen Keyboards und kommt recht modern herüber, was beim folgenden "Desert Dance" zunächst etwas anders ausfällt, da man hier orientalisch beginnt, im Refrain aber bricht dann der Damm und wird vollkommen von Vocals und Effekten überfrachtet und nimmt ihm eigentlich jeglichen Fluß. Die ruhige Ballade "Falling Behind" steht da schon wesentlich eher in der Bandtradition, recht sparsam instrumentiert, aber sehr effektiv und hier kommt Geoff Tates tolle Stimme richtig zur Geltung.

Nach zwei weiteren eher gewöhnlichen, modernen Rock-Songs bringt uns der Titeltrack wieder ein bisschen Abwechslung, mit tiefer gestimmtem Riff und mehr gesprochenen denn gesungenen Strophen, klingt interessant, aber nur bedingt nach QUEENSRŸCHE. Und auch der Rest ist mehr moderner Rock, mit teils etwas düsterer Stimmung und Riffing, mit Ausnahme der auch moderner klingenden Ballade "Doing Fine", die das Album gut abschließt.

Insgesamt betrachtet befürchte ich, dass wir uns wohl endgültig vom alten QUEENSRŸCHE-Sound verabschieden müssen, denn nach vier Alben außerhalb des alten Stils glaube ich nicht, dass die Seattle-Band die Kurve noch einmal kratzt. "Tribe" ist ein, und das ist im Zusammenhang mit dieser Band schon ein ziemlicher Gradmesser, gewöhnlich klingendes, modernes Rock-Album mit etwas alternativem Touch geworden, das von einer jungen, unbedarften Band sicherlich als vielversprechend angesehen werden würde, von QUEENSRŸCHE herausgebracht allerdings zwar keine herbe Enttäuschung ist, aber als Fan der Phase bis einschließlich "Empire" wohl das Abschreiben einer weiteren Band aus dem Olymp bedeutet... (Online 03. September 2003)

Alexander Melzer



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