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King Crimson - Red (10/10) - Großbritannien - 1974

Genre: Progressive Rock
Label: EG
Spielzeit: 39:45
Band homepage: King Crimson

Tracklist:

  1. Red
  2. Fallen Angel
  3. One More Red Nightmare
  4. Providence
  5. Starless
King Crimson - Red

Robert Fripp - Guitar and Mellotron
John Wetton - Bass and Vocals
Bill Bruford - Percussion

KING CRIMSON von 1974 waren ein Progressive Powertrio, das aus John Wetton am Bass und Vocals, Bill Bruford an den Drums und dem ewigen Bandmitglied Robert Fripp an der Gitarre und am Mellotron bestand. Was sehr faszinierend ist, ist, dass das Album trotz minimalem Line-up sowohl härter als auch dichter klang als jedes andere CRIMSON Album davor. Nicht mal die schrägsten und seltsamsten Momente auf "Starless And Bible Black" und "Larks' Tongues In Aspic" kommen an die atmosphärische Dunkelheit heran, die der Hörer auf "Red" entdecken konnte. Das Album ist mit Gastmusikern wie z.B. den früheren CRIMSON Mitgliedern David Cross und Ian McDonald sowie dem Canterbury Veteranen Mel Collins übersät.

Der Titeltrack eröffnet das Album mit einer bedrohlichen, instrumentalen Attacke. Bruford's Drumming stiehlt hier allen die Show; sein chaotisches Spiel dient dazu, die ruhige Logik seiner Perkussion zu überdecken. Verschiedene Tempi und seltsame Passagen sind auf "Red" an der Tagesordnung, aber das Trio schafft es so dermaßen tight aufzuspielen, dass es geradezu göttlich ist. Das Hauptthema wird im weiteren Verlauf öfters wiederholt, nur das Fripp's Gitarre sich bei jeder Wiederholung weiter erhebt und er anscheinend vergeblich nach dem ultimativen Ende zu suchen scheint. "Fallen Angel" eröffnet mit einem quälenden Mellotroneffekt, was sogleich von Fripp's sanftmütiger Gitarrenarbeit begleitet wird. Blasinstrumente vermischen sich mit Mellotron und erzeugen so einen schönen Hintergrund für Fripp's gekonntes Spiel bevor der Song dann in einen Zustand der Entropie abgleitet. "One More Red Nightmare" wird von Wetton dominiert, sein starker Bass bildet die Grundlage für dieses Jazz Rock Monster. Das improvisierte "Providence" ist ein instrumentales Stück, das mit atmosphärischen Violinen von Cross beginnt, sich aber schnell in eine schon vorhersehbare Jamsession verwandelt. Wie desöfteren auf "Red" tun sich zwischen diesen dunklen Wolken auch immer wieder helle Silberstreifen am Horizont auf; in diesem Fall vor allem durch Cross, dessen Violine das Jagdopfer von Fripp und Wetton's Instrumenten ist. Jeder Song des Albums besitzt einen Scheitelpunkt und der Abschlusstrack "Starless" bildet da keine Ausnahme. Wetton's Vocals sind hier sehr ursprünglich und werden mit dem Mellotron und Saxophon vermischt. Dieses eröffnende Vorspiel entwickelt sich zu einer strukturierten Jamsession, die mit einem reinigenden Knall endet, denn es werden die Themen des Vorspiels noch mal wiederholt und die Sache explodiert unter angezogenem Tempo im totalen Chaos.

"Red" ist ein spezielles Werk für Fans von Progressive Rock. KING CRIMSON wurden kurz nach der Veröffentlichung von Bandleader Fripp auseinander gerissen. Es war das Referenzwerk der Progressive Rock Bewegung von Anfang bis Mitte der 70er, es ragte noch etwas über den anderen Klassikern und Referenzwerken hervor. Der Release von "Red" und der anschließende Split von CRIMSON schienen normal für die Progressive Musik der damaligen Zeit zu sein, denn die meisten bekannten Bands gingen mehr in die Mainstreamecke und die Fans sehnten sich auch bald nach etwas Neuem. Dies war das erste Progressive Rock Album, das ich besaß und obwohl ich dazu neige, die Sache durch die rosarote Brille zu sehen, muss ich dennoch sagen, dass dieses Album in jeglicher Hinsicht fehlerlos ist. "Red" ist meine einsame Insel Scheibe und ein perfekter Beginn für jeden, der sich mit der langen und abwechslungsreichen Geschichte von KING CRIMSON auseinandersetzen möchte. (Online 27. September 2003)

Gast Reviewer Dan Pritchard



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