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Legion - Prophecy (7/10) - Russland - 2001

Genre: Heavy Metal
Label: Irond
Spielzeit: 47:19
Band homepage: -

Tracklist:

  1. Do Svyatoy Zemlyi
  2. Tsaritsa Chernyikh Skal
  3. More Dlya Nos
  4. V Poiskakh Avollono
  5. Pisma V Zdom
  6. Ekho
  7. Kak Mnogo Slez
  8. Turetskoye Rondo
  9. Prorochestvo
Legion - Prophecy
Der kalte Wind der russischen Steppe bläst eisig aus dem Norden. Eine Stimme erzählt die Geschichte der Legionen, die sich aus dem Osten kommend gen Westen gewendet haben und mit "Prophecy" unsere Ohren beglücken. So oder so ähnlich...

Egal, LEGION sind ein Quartett aus Russland, das sich dem sehr traditionellen Heavy Metal verschrieben hat und anscheinend schon seit mehr als 20 Jahren ihr "Unwesen" treibt, mit ihrem bis dato letzten Album "Prophecy" aus dem Jahre 2001, veröffentlicht über Irond Records. Wie ihr seht, die Informationen, die ich zu LEGION habe, halten sich einigermaßen in Grenzen, außer dass sie aus Moskau kommen habe ich so gut wie nichts herausfinden können - mit Ausnahme des Studios, in dem sie "Prophecy" aufgenommen haben: Galimafon, was angeblich so viel bedeutet wie Scheißhaufen. Klingt das nicht vielversprechend? Genau.

Aber so schlimm ist es glücklicherweise dann doch nicht, denn die hier enthaltenen Songs haben einen durchaus brauchbaren Sound, der die gute Stimme von Fronter Aleksey Buglakov gut zur Geltung bringt und auch der Rest der Musiker gut wegkommt, mit Ausnahme von den Gitarrenleads, die hier und da ein bisschen untergehen. Aber wenn man sich darüber hinweghören kann (ist nicht so schwer), dann liefern uns LEGION gutklassigen Heavy Metal der traditionellen Schule, ohne jegliche moderne Anwandlungen, sehr eingängig, oftmals im Up-Tempo dargeboten, dessen Vor- und gleichzeitig auch Nachteil ein- und derselbe sind: Das gleichbleibende Niveau ihrer Kompositionen.

Das mag sich nun reichlich seltsam anlesen, aber auf "Prophecy" ist weder ein herausragender noch ein abfallender Track zu finden, was ebenso negativ (ersteres) wie positiv (letzteres) anzusehen ist, ich hoffe, dass dies hier irgendeinen Sinn macht...

Auf der Habenseite können LEGION auf jeden Fall das sehr melodiöse, reife und eingängige Songwriting verbuchen, wie eben auch Buglakovs Stimme, was Songs wie "Do Svyatov Zemlyi", "More Dlya Nos" auch sehr gut belegen. Dabei merkt man dem Quartett deutlich die jahrelange Erfahrung an, denn die Arrangements sind allesamt sehr schlüssig und geschmeidig, man hört, dass jede Note ihren genauen Platz hat, ohne dabei aber in leblose Konstrukte zu verfallen, die nurmehr aus purer Erfahrung bestehen und keine Seele mehr enthalten. Auch "Ekho" und das treibende "Kak Mnogo Slez" kommen gut herüber, während der "Turetskoye Rondo" (besser bekannt als "Rondo a la Turca" bzw. "Türkischer Marsch") von Mozart hier irgendwie etwas zu wünschen übrig lässt. Technisch zwar absolut sauber gespielt (hier können Gitarrist Andrey Zvezdnyi und Bassist Stanislav Kozlov ihre Fähigkeiten gut zur Schau stellen, da auch der Bass ziemlich im Vordergrund steht), aber mir geht irgendwie der Pep ab, den z.B. STORMWITCH in ihrer Version hatten.

Auf der anderen Seite sticht, wie bereits angeführt, kein Song wirklich heraus, so dass wir es im Falle von "Prophecy" zwar mit einem sehr homogenen Album zu tun haben, nur der wirklich im Ohr hängen bleibende Track, der einen unvermittelt zum erneuten Drücken der "Play-Taste" verleitet, der geht LEGION zumindest auf diesem Album leider ab. Wobei das wiederum zur Frage führt, ist es besser ein komplettes Album gleichbleibender Qualität zu haben, aber ohne das große Highlight, oder einen Killersong, der im Gegenzug dafür auch einen Ausfall im Gepäck hat? Das ist aber eine Frage, die jeder nur für sich selbst beantworten kann.

Meiner Meinung nach ist "Prophecy" nun zwar kein Überflieger geworden, sollte aber doch Fans des traditionellen Heavy Metal zufrieden stellen, so man sich mit den russischen Vocals anfreunden kann, rein stimmlich gibt es schon mal absolut nichts zu kritisieren hier. Wäre interessant auch die älteren Sachen mal zu hören, da diese angeblich noch um einiges besser sein sollen als dieses Album, schauen wir mal was ich da noch ausgraben kann!

Erhältlich bei www.metal-cd.ru! (Online 30. September 2003)

Alexander Melzer



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