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8 tablaturen für Fates Warning


Fates Warning - Awaken The Guardian (10/10) - USA - 1986

Genre: Progressive Metal
Label: Metal Blade Records
Spielzeit: 47:45
Band homepage: Fates Warning

Tracklist:

  1. The Sorceress
  2. Valley Of The Dolls
  3. Fata Morgana
  4. Guardian
  5. Prelude To Ruin
  6. Giant's Lore (Heart Of Winter)
  7. Time Long Past
  8. Exodus
Fates Warning - Awaken The Guardian
Auf der einen Seite liebe ich es, Reviews über Klassiker zu schreiben, denn ich schreibe hiermit über ein Album, das ich liebe. Auf der anderen Seite hasse ich es, denn dieses Album ist so verdammt großartig, da ist es schwierig, wie man damit anfangen soll. Was kann man über einen Klassiker sagen? Nun, dies war das dritte Album von FATES WARNING, das letzte mit Ursprungssänger John Arch und das beste in ihrem ursprünglichen Stil. Nach diesem Album wendeten sie sich mehr und mehr dem RUSH mäßigen Prog Rock Sound zu, der in "Parallels" gipfelte, aber dies hier ist und bleibt mein Lieblingsalbum von ihnen.

FW sind eine dieser Bands, die man als Vergleich für andere Bands voranstellt, es ist also schwer hier wiederum Vergleichsmöglichkeiten zu finden. Auf ihrem ersten Album fand man einen starken IRON MAIDEN Einfluss vor, doch "The Spectre Within" zeigte die Band dann experimenteller und musikalischer und "Awaken The Guardian" geht weiter in Richtung eines verwickelten und komplexen Sounds. Das Album wird von tiefem, kompliziertem Riffing, komplizierten Lyrics und den klagenden Vocals von John Arch unterlegt. Ich nenne ihr Songwriting "komplex", aber nicht im DREAM THEATER Sinne, denn man findet kein instrumentales Gewichse oder aggressives Zurschaustellen der spielerischen Fähigkeiten auf dieser CD vor. FATES WARNING nahmen den basischen Metal Stil und machten ihn komplexer, ohne ihn wirklich zu verändern. Anstatt dreifacher Powerakkorde bildeten sie ihre Songs aus vielen Six-String Riffs gespickt mit kräftigen Rhythmusparts und Tempowechseln. Man könnte meinen, dass solche Songs nicht sehr eingängig sind, wenn man nicht richtig hinhört sind sie es auch nicht, aber nach ein paar Durchläufen offenbart sich das Material dem Hörer und lässt ihn nie wieder los. Vom dunklen, harten Opener "The Sorceress" ab, folgt eine ganze Parade an erstklassigen Songs: das hagelnde, harmonische "Fata Morgana", das epische "Prelude To Ruin" und "Exodus" sowie der Mittelpunkt des Albums und mein Alltime Favourite Song von FW, "Guardian".

Es ist eigentlich unmöglich die Texte von den Vocals zu trennen, denn beide sind die Arbeit vom legendären John Arch. Arch schrieb so komplexe Melodielinien, wie sie FW nie mehr haben sollten, oft doppel- oder dreifachspurig, um damit Harmonien und Stimmungen zu erzeugen. Er hat einen nasalen Gesangsstil, der einen vielleicht nicht sofort begeistert, man aber doch sehr schnell damit zurechtkommt. Seine Texte ergeben zusammen immer einen Sinn und wer mal die Cummings inspirierten Texte der späteren FW Alben kennt, dürfte einen Schock erleben. John Arch schrieb die dichtesten, kompliziertesten und okkultesten Texte, die ich abgesehen von NILE je gelesen habe. Selbst die Lyrics zu einem eher kürzeren Song wie "Fata Morgana" benötigen schon viel Platz im Booklet. Der Refrain von "The Sorceress" z.B. hat schon über 40 Wörter - wenn ich also von dicht spreche, dann meine ich auch dicht. Viele seiner Quellenangaben veranlassen dazu, zum Bücherregal zu rennen um herauszufinden, um was es eigentlich geht, selbst wenn man sich mit Okkultem ganz gut auskennt. Doch selbst wenn man die Bücher dazu findet, wird man möglicherweise nicht im Stande sein, zu entziffern, um was es in dem Song geht. Die Texte sind sehr cool, jedoch vermochten FATES WARNING danach nie wieder solche Texte zu schreiben.

Für 80er Metal Fans ist dies das Beste, was man nur haben kann, und das Album ist eigentlich perfekt, egal von welchem Zeitpunkt man dies auch ansehen mag. FATES WARNING mögen mit ihren späteren, eingängigeren Werken mehr Hörer gefunden haben, doch dies hier ist mein Lieblingsalbum. "Awaken The Guardian" hat die Magie eines wirklichen Klassikers und kein FW Album kann dieses Meisterwerk je übertreffen. Muss man haben. (Online 8. November 2003)

Paul Batteiger



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