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Queensrÿche - Operation: Mindcrime (10/10) - USA - 1988

Genre: Progressive Metal
Label: EMI Music
Spielzeit: 59:05
Band homepage: Queensrÿche

Tracklist:

  1. I Remember Now
  2. Anarchy-X
  3. Revolution Calling
  4. Operation: Mindcrime
  5. Speak
  6. Spreading The Disease
  7. The Mission
  8. Suite Sister Mary
  9. The Needle Lies
  10. Electric Requiem
  11. Breaking The Silence
  12. I Don't Believe In Love
  13. Waiting For 22
  14. My Empty Room
  15. Eyes Of A Stranger
Queensrÿche - Operation: Mindcrime
Wenn man von Konzept-Alben spricht, fällt beinahe unweigerlich der Name QUEENSRYCHE und der Titel "Operation: Mindcrime". Im Jahre 1988 veröffentlichte das Quintett aus Seattle dieses Album und sorgten für einiges Aufsehen.

Die Geschichte erzählt von einem Mann, der orientierungslos in die Hände eines zukünftigen Revolutionsführers namens Dr.X gerät. Er wird mit Drogen und Versprechungen zu einer Tötungsmaschine in dessen Dienst gemacht und verliebt sich schließlich in die Nonne (!) namens Mary, die sein einziger Kontakt ist, die ihn mit den Drogen versorgt. Das Unglück nimmt schließlich seinen Lauf als er den Auftrag erhält, eben diese Mary zu töten...

Musikalisch setzen QUEENSRYCHE diese Geschichte auf atemberaubende Weise um, wenn man sich die Texte während der Songs durchliest, läuft vor dem geistigen Auge beinahe ein Film der Geschichte ab. Nach dem Intro "I Remember Now" macht "Anarchy-X" seinem Namen alle Ehre, atmosphärisch, mit Sprachsamples einer großen Menge und militärischem Rhythmus, wenn auch kurz. "Revolution Calling", im Mid-Tempo-Gewand, überzeugt durch sein hervorragendes Arrangement und gipfelt in einem unwiderstehlichen Refrain. Hier wird erzählt, wie Nikki sich von den Reden des Dr.X angezogen fühlt und beschließt ihm zu folgen.

Der folgende Titeltrack nimmt schon beinahe dramatische Züge an und setzt den Text hervorragend um, schließlich wird der Hauptdarsteller durch Drogen gefügig und zu einer Ein-Mann-Tötungsmaschine gemacht. "Speak" kommt dann einen ganzen Zacken aggressiver und auch etwas schneller daher und zeigt Nikki in seiner Mission als Todesengel, der dieses neue System nicht hinterfragt, sondern bereits damit zufrieden ist, dass Feind- und Leitbild zusammenpassen, bevor "Spreading The Disease" in treibendem Mid-Tempo die Lebensgeschichte von Mary erzählt, die zu Hause weggelaufen ist und als Live-Tänzerin im New Yorker Untergrund ihr Geld verdiente bevor sie ein Pfarrer auflas und ihr Gott näherbrachte, sie dafür aber einen bitteren Preis bezahlen muß.

"The Mission" nimmt wieder dramatische Züge an, da Nikki verzweifelt seine Lage erkennt und sich mehr und mehr an Mary klammert und von ihr mit Drogen und ihrem Körper beruhigt wird. Als nächstes folgt nun das Herzstück von "Operation: Mindcrime", "Suite Sister Mary". Mehr als zehn Minuten lang ist der Song musikalisch eine Achterbahn der Gefühle, nachdem Nikki den Befehl erhalten hat Mary zu töten und er versucht Mary davon zu überzeugen mit ihm zu fliehen, die grausame Realität hinter sich zu lassen. Er erschießt den Priester, der Mary gerettet, doch damit nur von einem Unheil ins nächste gestürzt hat...

Mit "The Needle Lies" kommt dann der schnellste und härteste Track des Albums, in dem Nikki erkennt, wie er von Dr.X mit Drogen gefügig gemacht worden ist, was die Nadel ihm angetan hat, doch die Abhängigkeit ist zu groß als dass er sich lösen könnte. Das kurze Instrumental "Electric Requiem" zeigt dann, dass nicht nur der Priester sterben musste, sondern Nikki unwillentlich doch Dr.X' Auftrag, Mary zu töten, ausgeführt hat. "Breaking The Silence" zeigt, wie er innerlich zerbricht, wie seine einzige Stütze Mary weggebrochen ist und seine Welt einstürzt. "I Don't Believe In Love" ist mittlerweile ein absoluter Klassiker von QR, die Geschichte erzählt, dass er von der Polizei aufgefasst worden ist und nun in einer Zelle erwacht. Er fühlt sich verlassen, verraten vom Leben und versucht seine eigenen Gefühle gegenüber Mary zu negieren, sich dadurch Distanz zu seiner Tat zu verschaffen.

Nikki verzweifelt schließlich in seiner Zelle, was Geoff Tate in "My Empty Room" herzergreifend zum Ausdruck bringt und im abschließenden "Eyes Of A Stranger" erwacht Nikki immer wieder, von den Erinnerungen geplagt, um festzustellen, dass Mary immer wieder in seine Augen blickt, in die Augen eines Fremden, die er im Spiegel sieht.

Mit "Operation: Mindcrime" ist QUEENSRYCHE eine harte Gesellschaftskritik gelungen, die eine Geschichte in einer dramatischen Detailliertheit erzählt, dass man wirklich nachzudenken beginnt, wie oft sie in der Realität tatsächlich passiert ist und passiert. Verpackt in eine kristallklare Produktion ist die musikalische Umsetzung die perfekte Vertonung der Stimmungen, der Handlung, der Geschehnisse, die "Operation: Mindcrime" einen festen Platz im Olymp des Rock und Metal beschert hat!

Alexander Melzer



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