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Neocrima - Indifference's Deadly (7,5/10) - Kirgisien - 2000

Genre: Death Metal
Label: Eigenproduktion
Spielzeit: 24:27
Band homepage: -

Tracklist:

  1. The Keys
  2. Spiteful Land
  3. Dreamwave
  4. Breath No More
  5. The Way Of Crescent
Neocrima - Indifference's Deadly
Death Metal aus Kirgisien... Also das ist etwas, das einem garantiert nicht oft begegnet, aber das soll ja nicht heißen, dass es schlecht wäre! Also, das Teil gibt es "nur" als mp3-Demo, aufgenommen im Homestudio per Computer und Frontmann Andrey Romanov warnt schon gleich im Vorfeld, dass der Sound mies sei. Als Voraussetzungen nicht unbedingt das Allerbeste, aber trotzdem, ein Bayer kennt keine Angst!

So, der Sound ist sicherlich nicht gerade Bundesliga-Niveau, aber so fürchterlich wie man es befürchten musste, ist er eigentlich gar nicht. Sicher, die Vocals sind nicht allzu gut weggekommen, aber ich habe schon wesentlich Schlimmeres gehört, auch bei "richtigen" Produktionen mit Studio und allem Drum und Dran, also schon einmal gar nicht so dramatisch die ganze Sache.

Musikalisch hat die Band mir Death Metal angekündigt, aber was da aus meinen Boxen schallt, ist gar nicht so das, was ich erwartet hätte. Häufig ist es ja eher die brutale Variante, die einen vor allem aus nicht unbedingt für den Metal bekannten Regionen entgegenkommt, aber NEOCRIMA haben sich einer harten, aber sehr melodiösen Variante verschrieben, bei der eigentlich nur der Gesang auf Death Metal hindeutet, der Rest könnte mit einem "richtigen" Sänger beinahe als knallharter Power Metal durchgehen, sehr überraschend, aber positiv!

Die fünf Tracks geben sich auch dementsprechend abwechslungsreich, vom eingehenden Instrumental "The Keys" mit sehr melodiösen Gitarren und unterlegtem Keyboard bis zum schleppenden Abschluss von "The Way Of Crescent", aber ich will jetzt nicht vorgreifen. "Spiteful Land", der zweite Track, überrascht dann schon einmal durch seine sehr gut durchdachte Struktur, seine starken Melodien und die dennoch wirklich ausreichend vorhandene Härte, lediglich die Stimme von Andrey Romanov zieht den Song meiner Meinung nach nach unten, nicht nur aufgrund der klanglichen Probleme in diesem Bereich, sondern auch weil die sehr harsche Stimme nicht so recht zur Musik passen will. Ein Manko, das beim folgenden "Dreamwave" noch stärker zum Tragen kommt, denn dieser Track ist schlicht und ergreifend hervorragend! Das mit Sicherheit abwechslungsreichste Stück des Demos beginnt ruhig, mit sehr guter Frauenstimme, bevor schleppender Metal einsetzt, leider eben wieder mit dieser Stimme, wobei sich diese Teile glücklicherweise mit dem ruhigen Part des Beginns wieder abwechseln, teilweise sogar mit Flöte, wirklich beide Daumen nach oben hierfür, sehr gut arrangiert!

"Breath No More" kommt dann durchaus schwedisch, Death Metal grob an die Göteborg-Schiene angelehnt, ohne aber die gängigen Schemata zu kopieren, und "The Way Of Crescent" schlägt wieder eher schleppendere Geschwindigkeiten an, wieder mit der sehr guten Frauenstimme und leichten klaren männlichen Vocals (die im Mix aber irgendwie ziemlich untergehen), im Mittelteil nur eine akustische Gitarre mit Bass und ein paar Drums, um danach wieder in den schleppenden Metal von zuvor zurückzukehren, wieder mit den Death-Vocals, die diesmal aber nicht ganz so schlimm herüberkommen.

Insgesamt mit Ausnahme der Vocals (für die es einen Punkte Abzug gibt!) und des Sounds (der wie gesagt nicht gut ist, aber nicht so schlimm wie befürchtet) eine sehr positive Überraschung aus Zentralasien, die einen wahrlich nach mehr lechzen lässt! Besucht die Homepage und lasst euch selbst von der interessanten musikalischen Mischung überzeugen, NEOCRIMA haben Potential, und ich würde sagen sogar verdammt viel davon!!

Alexander Melzer



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