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Vhäldemar - I Made My Own Hell (8/10) - Spanien - 2003

Genre: Power Metal
Label: Arise Records
Spielzeit: 50:51
Band homepage: -

Tracklist:

  1. I Made My Own Hell
  2. Breakin' All The Rules
  3. No Return
  4. Steam-Roller >mp3
  5. Old King's Visions (Part II)
  6. Mystery
  7. House Of War
  8. Moonlight
  9. Dreamer
  10. Death Comes Tonight
  11. I Will Raise My Fist
  12. March Of Dooms
Vhäldemar - I Made My Own Hell

Und hier habe ich gedacht, dass spanischer Power Metal nur ein paar Möchtegern-Italiener wie RED WINE sind. Nein, hier kommen VHÄLDEMAR mit ihrem zweiten Album, um zu beweisen, wie sehr ich daneben gelegen bin. Neben DARK MOOR und BERSERK hatte ich keine Idee, dass es im iberischen Teil der Welt gute Bands gibt, aber diese Scheibe tritt ordentlich Arsch.

 

Ich erwartete etwas Keyboardigeres und Neoklassisches, aber VHÄLDEMAR sind eine wesentlich traditionellere Heavy Metal-Band. Sie sind melodiös, keine Frage, aber zwischen der superknackigen Gitarrenattacke und den rauen Vocals von Carlos Escudero ist das hier mehr deutscher Metal als italienischer. Der echte Star der Show ist absolut Gitarrenvirtuose Pedro Monge, der ein Schredderer der alten Schule ist. Er erinnert mich an eine Art metallischen Eddie Van Halen mit seinen verspielten Leads und den kleinen Goodies, mit denen er seine Riffs ausstattet, um die Dinge interessant zu halten. Er nudelt nicht außer Kontrolle daher, sondern bleibt stets in der Spur.

 

Und was einer Spur! Es gibt hier und da ein paar Stellen, an denen VHÄLDEMAR alles etwas verlangsamen, aber 90% der Scheibe wird das Gaspedal voll durchgetreten, mit ein paar absoluten Killerriffs, die euch die Faust schwingen lassen werden und „Yeeeeaaaaah!“ schreien lassen, ganz egal, wie sehr das eure Kollegen aus der Bahn werfen könnte. Mitreißende Tracks wie dem Titelsong, dem headbangenden “Breakin’ All The Rules” und dem Riffhammer “Steam-Roller” werden euch ein Lächeln auf euer verdammtes Metal-Gesicht zaubern. Selbst das Instrumental „Mystery“ raucht. Es gibt einen langsameren Track mit “Old King’s Visions (Part II)” und er ist der schwächste Song, da er die Probleme von VHÄLDEMAR aufzeigt.

 

Einerseits ist ihr Sänger, Mr. Escudero, einfach nicht so toll. Versteht mich nicht falsch, auf den schnellen Songs killt er absolut, sein kerniger Udo-Stil passt dort. Aber wenn er versucht eine dynamischere Melodie zu singen und eine Ballade von sich gibt, dann hat er einfach nicht genug Talent. Ich sage nicht, dass sie ihn rausschmeißen sollen, sie sollten nur die Geschwindigkeit hoch halten und rocken, Metal hat genügend verweichlichte Balladen.

 

Woran sie auch noch arbeiten müssen, sind die Lyrics. Zumeist kann man sie ignorieren, weil die Musik so verdammt cool ist, aber wann immer man sie ausmachen kann, wird man zusammenzucken. Ich weiß, dass es eine deutliche Sprachenbarriere als Problem fungiert und ich applaudiere der Band dafür, dass sie versuchen in Englisch zu schreiben und singen, aber ein paar dieser Lyrics sind einfach fürchterlich. Das gesagt, sind viele von ihnen OK und wie gesagt, abgesehen von der erwähnten Ballade nehmen sie nichts von der Musik weg.

 

Weit von der RHAPSODY-Verehrung, die ich erwartet hatte, entfernt haben wir hier voll daherpreschenden Heavy fucking Metal und mit der einen Ausnahme rult er komplett. Wenn ihr schwereren Power Metal a la GRAVE DIGGER oder sogar WIZARD bevorzugt, dann ist das hier eine CD, die ihr euch gerne anschaffen werdet. Wenn es auf Energie und herausragende Gitarrenarbeit ankommt, liefern VHÄLDEMAR wirklich und ich bin sehr beeindruckt. (Online 18. Januar 2004)

Paul Batteiger



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