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Bewertungserklärung

3 tablaturen für Skyforger


Skyforger - Zobena Dziesma-Sword Song (9/10) - Lettland - 2003

Genre: Folk
Label: Eigenproduktion
Spielzeit: 40:11
Band homepage: Skyforger

Tracklist:

  1. Sen Dzirdeju, Nu Ieraugu
  2. Zobena Dziesma
  3. Parkiuns Vede Vedeklenu
  4. Gatavs Biju Karavirs >mp3
  5. Apkart Kalnu Gaju
  6. Aiziedams Perkons Grauda
  7. Sidrabina Upe Tek
  8. Migla, Migla, Rasa, Rasa
  9. Zirgi Zviedza
  10. Kur Tu Jasi Balelini?
  11. Zviegtin' Zvierdza Kara Zirgi
  12. O Kai Saulute Tekejo
Skyforger - Zobena Dziesma-Sword Song
Wer meine Reviews etwas verfolgt, wird wissen, dass die Letten von SKYFORGER mit immer noch weiter wachsender Begeisterung zu meinen Lieblingsbands gehören. Kurz nach ihren brillanten "Thunderforge-Perkonkalve"-Album tauchen sie erneut in meinem Player auf, aber nicht mit neuen Pagan Metal-Kompositionen, sondern "Zobena Dziesma-Sword Song" zeigt uns eine komplett andere Seite der Letten auf, nämlich die des puren lettischen Folk!

Seitdem ich mir von ihrer Homepage das mp3-File von "Gatavs Biju Karavirs" ("Bereit ein Krieger zu sein") heruntergeladen hatten, war es bei SKYFORGER einmal mehr um mich geschehen. Wie mir seitens SKYFORGERs gesagt wurde, haben sie auch schon reine Folk-Konzerte bestritten, so dass es ein logischer Weg war, diese Songs auch auf CD zu veröffentlichen, im Gegensatz zu ihren bisherigen CDs allerdings komplett in Eigenregie aufgenommen und vertrieben. Angetrieben von Fans und Freunden sowie ihrer Liebe für die alte lettische Geschichte, Folklore und Kultur haben sie sich traditionelle lettische Folk-Stücke sowie alte Eigenkompositionen vorgenommen und in ihrer pursten Version eingespielt, der letzte Song "O Kai Saulute Tekejo" ist ein litauischer Folk-Song, den ZPOAN VTENZ vor ein paar Jahren bereits in einer metallisierten Version zum Besten gegeben hatten.

Neben akustischer Gitarre und Drums bekommen wir hier Instrumente wie Kokle, Giga (was auch immer sie sein mögen), Flöten, Maultrommel und Ähnliches, hier und da auch mit weiblicher Gesangsunterstützung, hier spielt also nichts Modernes mit hinein, kein Wunder also, dass die Kulturhauptstadtstiftung Lettlands dieses Album unterstützt hat, Authentizität ist das Stichwort. Sehr viel wird hier über mehrstimmigen Gesang ausgedrückt, der häufig im Mittelpunkt der Songs steht, gleich wenn man den Opener "Sen Dzirdeju, Nu Ieraugu" ("Lange habe ich gehört, jetzt sehe ich") nimmt, wird das sehr deutlich. Zudem verleihen die lettischen Lyrics dem Ganzen einen sehr eigenen Klang, man versteht zwar kein Wort, aber irgendwie passt alles sehr gut zusammen.

Dass eine gewisse mittelalterliche Atmosphäre mitschwingt, liegt wohl in der Natur der Sache, angesichts der benutzten Instrumente und der Herkunftszeit der Songs, so dass, wenn man sich denn mit dem lettischen Gesang anfreunden kann, eigentlich jeder, der sich auch an die akustischen Alben von Bands wie IN EXTREMO hingezogen fühlt, auch mit SKYFORGER's Folk-Platte etwas anfangen können sollte. Für mich strahlen die Songs eine Ursprünglichkeit und Ehrlichkeit aus, trotz der sparsamen Instrumentierung (oder vielleicht gerade deswegen) sehr intensiv und von Herzen kommend, nicht an irgendwelchen Trends oder irgendetwas orientiert, sondern die pure Musik steht hier eindeutig im Vordergrund. Dabei ist es keineswegs so, dass sich alles mehr oder minder gleich anhört, sondern auch eine ganze Menge Abwechslung präsentiert wird, zwischen rein vokal und ruhig bis hin zu ordentlich energetisch ist alles vertreten.

Dabei fällt es mir sehr schwer, bestimmte Songs herauszupicken, da sie allesamt auf einem sehr hohen Niveau stehen und sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Ein Highlight ist für mich aber absolut das bereits angesprochene "Gatavs Biju Karavirs" mit seiner Flötenmelodie und dem mehrstimmigen Gesang, das mir diese Seite von SKYFORGER als erstes nähergebracht hat. Aber auch der Rest der Songs steht dem kaum nach, so etwas bekommt man einfach nicht oft präsentiert und wenn dann auch noch die Klasse passt (und man deutlich merkt, dass man hier keinem hinterher zu hecheln versucht), kommt man nicht umhin als beide Daumen weit nach oben zu recken.

"Zobena Dziesma-Sword Song" ist also nur durch die lettische Sprache mit den eigentlichen Alben von SKYFORGER vergleichbar, dennoch schwingt die gleiche Stimmung mit, die einen, wenn man sich zum Folk hingezogen fühlt, einfach gefangen nimmt. Ich liebe die Pagan Metal-Alben der Letten und auch im reinen Folk machen sie eine mehr als gute Figur, geil! (Online 8. Februar 2004)

Alexander Melzer



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