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User Ne - Tarantos (8,5/10) - Spanien - 2003

Genre: Folk / Black Metal
Label: Xtreem Music
Spielzeit: 49:07
Band homepage: User Ne

Tracklist:

  1. Taranto
  2. Viola Dobozy
  3. Okankene 22
  4. Tras El IV Caos
  5. Andalucí
  6. ...And Ape Ar
  7. An Mis Theimous
  8. Nivel-Um Cix
  9. Pobo De Lenda
  10. Main Ört
  11. Corcubión
  12. Naím, Yhazura, Derval...
  13. Al-Minzorth
User Ne - Tarantos

Stolze neun Mitglieder zählen USER NE aus dem südspanischen Málaga, schon das ein Zeichen dafür, dass man nicht die ganz gewöhnliche Band von nebenan ist. Eine Querflöte tummelt sich in der Besetzung ebenso wie eine Sackpfeife (auch bekannt als Dudelsack), eine Klarinette oder ein Carrilón (was auch immer das ist) und das Ganze schimpft sich „Epic Folk Pagan Metal“.

 

Das Debüt „Nibelum Das Uhört“ aus dem Jahre 2000 kam anscheinend über ein Mini-Label heraus, das mit einem Magazin zusammenhing, das der politisch rechten Seite zugetan war, USER NE selbst haben allerdings keinerlei solcher Tendenzen zu verzeichnen (Gott sei Dank) und sind mittlerweile beim Repulse Records-Nachfolger Xtreem Music untergekommen, über die Anfang 2003 das hier vorliegende zweite Album „Tarantos“ herausgekommen ist.

 

Und tatsächlich sind USER NE eine Band, die man nicht so einfach über einen Kamm mit den Anderen scheren kann, denn hier trifft Black und Death Metal auf hispanischen Folk und alles auf eine recht ungewöhnliche Art und Weise zusammengesetzt, mit Texten in, so denke ich, spanischer Sprache, allerdings erscheinen einige der Songtitel nicht dieser Sprache zugehörig zu sein…

 

Egal, musikalisch bieten uns die Spanier also eine recht eigenständige und interessante Mischung, das Intro „Taranto“ besteht komplett aus spanischen Gitarren, bevor „Viola Dobozy“ mit Flamencorhythmus loslegt, nach dem die Band in epischen Death/Black Metal übergeht, der dann von Dudelsack durchbrochen wird, gemeinsam mit wechselndem Gesang rau/klar und dann auch zwei verschiedenen Flöten und etwas weiblichem Gesang, sehr interessanter Auftakt! Der Schluss des Songs hört sich wie aus dem Morgenland kommend an, angesichts der Herkunft der Band wohl maurischen Ursprungs, bevor das Instrumental „Okankene 22“ akustische Gitarren mit Leadquerflöte bringt. Und bei „Tras El IV Caos“ trifft eigentlich alles bisher Gehörte in einem Song aufeinander.

 

Dass die Band ungemeinen Mut besitzt mit ihren Kompositionen wird auch im weiteren Verlauf gezeigt, mit dem puren Folk-Instrumental „Andalucí“, dem höchst interessanten Folk Doom von „Nivel-Um Cix“, dem exzellenten „Main Ört“, das eine Art mittelalterlichen Folk Black Metal auffährt, den ich sofort als Anspieltip herausgeben würde, mit seinen Dudelsäcken und dem mehr als zehnminütigen, sehr komplexen „Al-Minzorth“ am Ende.

 

Bei aller Experimentierfreudigkeit verlieren die Spanier aber nie den roten Faden innerhalb der Songs, was mit etwas Bereitschaft sich in die CD hineinzuhören „Tarantos“ zu einem wahren Hörerlebnis macht, das innovativ, erfrischend, mutig und einfach nur gut ist, hört am Besten selbst rein, es lohnt sich absolut! (Online 25. März 2004)

Alexander Melzer



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