The Metal Observer - Everything in Metal!

Band-Archiv: Metalheads online.  
# | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z Nach Land | Nach Stil | Nach Reviewer






Bandhistory folgt.

Weitere Reviews
Aktuelle Updates
Artikel drucken
Bewertungserklärung



Obscurity - Thurisaz (8/10) - Deutschland - 2004

Genre: Viking Metal
Label: Twilight-Vertrieb
Spielzeit: 30:02
Band homepage: Obscurity

Tracklist:

  1. Hel (Intro)
  2. Past Remains >mp3
  3. Loyal Companion
  4. Blessing Of The Gods
  5. Lost Paradise >mp3
  6. Saga
  7. Darkside
  8. Thurisaz
  9. T.D.E.S.
Obscurity - Thurisaz

Wer sagt, dass Viking Metal nur aus Skandinavien kommen kann? Sicherlich ist wohl diese nordische Region die auch historisch am meisten beeinflusste, aber ich muss sagen, dass hier und da auch von anderen Gestaden die Drachenboote in See stechen können, wie z.B. aus Frankreich in Form von HIMINBJORG. Bereits 1997 gegründet, sind OBSCURITY hier nun die deutschen Vertreter, die die Wikinger musikalisch in die Schlacht führen.

 

Man sollte also nicht den Fehler machen und dieses Quintett mit dem schwedischen Black/Thrash Metal-Trümmerhaufen gleichen Namens verwechseln, der 1999 das meiner Meinung nach nicht einmal halbgare „Damnations Pride“ auf den Markt geworfen hatte. Nach 2 Demos und dem Debüt-Album „Bergisch Land“ (die mir allesamt unbekannt sind) sind wir nun bei „Thurisaz“ angelangt, neun Songs inklusive Intro und der Begriff Viking Black Metal passt beinahe wie die berühmt-berüchtigte Faust aufs Auge.

 

Der Opener „Past Remains“ rauscht kräftig ins Gebein, mit fetten Double-Bass, flirrenden Gitarren (sehr Black Metallisch klingend) und rauen Vocals, dabei aber auch herrlichen Melodien, die dem Viking Metal so häufig zueigen sind, hier allerdings durchaus mit starker Black Metal-Schlagseite. Und das großteils hohe Musiziertempo wird auch nachfolgend beibehalten, wobei ein „Loyal Companion“ auch öfter mal das Tempo herausnimmt, dabei aber den Stil des Vorgängers ziemlich genau fortführt.

 

Dass die Gitarren zu Beginn eines „Blessing Of The Gods“ beinahe von AMON AMARTH stammen könnten, verwende ich absolut für OBSCURITY, da ich die Schweden zu meinen absoluten Lieblingsbands zähle, ansonsten hat der Song allerdings keine Parallelen. Was bei OBSCURITY auffällt ist, dass sie auf die häufig so Viking-typischen Chöre ebenso verzichtet wie irgendwelche folkigen Einlagen und dafür die Härte stets ordentlich hoch hält, was durch die wirklich bombig ausgefallene Produktion aus den Essener SSE-Studios noch weiter verstärkt wird, was die Jungs hier in Eigenregie auf die Beine gestellt haben, stellt viele Labelproduktionen deutlich in den Schatten, Ehre, wem Ehre gebührt!

 

Und trotz der englischen Songtitel, gehen OBSCURITY teilweise auf Deutsch zu Werke, wie bei „Lost Paradise“, bei dem der Text hervorragend zur Musik passt, wieder ziemlich schnell gespielt, mit fetten Double-Bass und diesen sirrenden, melodiösen Gitarren, darüber die Gift und Geifer speiende Stimme von Nezrac, die aber auch für meine Ohren noch genießbar bleibt, da dennoch Platz für herrlich hymnische Melodien bleibt, mit Sicherheit einer der Höhepunkte dieser leider nur 30 Minuten dauernden CD, wie auch „Darkside“ zeigt, dass das einfach zu wenig Zeit ist, denn diese Melodien muss man OBSCURITY erst einmal nachmachen!

 

Und auch die verbleibenden „Thurisaz“ und „T.D.E.S.“ lassen hier kaum nach und runden ein absolut gelungenes Album ab, das ich so im Vorfeld absolut nicht erwartet hätte. Ich hatte an eine weitere Band dieser Stilrichtung gedacht, die denselben (schwach produzierten) Sound wiederkäut, aber OBSCURITY sind in jedem Aspekt dieses Albums höchst empfehlenswert und sollten jeden Freund von melodiösem, aber hartem Viking wie auch Black Metal absolut zufrieden stellen! (Online 6. April 2004)

Alexander Melzer



© 2000-2013 The Metal Observer. Alle Rechte vorbehalten Haftungsausschluss