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Bewertungserklärung



Kingcrow - Insider (7,5/10) - Italien - 2004

Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
Spielzeit: 49:08
Band homepage: Kingcrow

Tracklist:

  1. Friendship
  2. The Project >mp3
  3. Temptation >mp3
  4. Never Say Die
  5. Eyes Of A Betrayer
  6. Into The Cell
  7. Lies
  8. The Killing Hand
  9. Stardust
  10. Save Me
  11. Finale
Kingcrow - Insider

KINGCROW aus Italien beehren „The Metal Observer“ bereits zum zweiten Mal mit einer Eigenproduktion, nachdem Ralf 2002 „Something Unknown“ übernahm, bin ich nun der Glückliche, dem „Insider“ in die Pfoten gefallen ist. Die Band wurde bereits 1996 aus der Taufe gehoben, damals noch als EARTH SHAKER, unter welchselbigem Namen sie 1997 ihre erste CD „Eyes Of Memories“ aufnahmen. Kurz darauf benannte man sich in KINGCROW um (inspiriert von Edgar Allan Poes Gedicht „Raven“, übrigens). 2000 folgte „Hurricane’s Eye“, die zweite CD, abermals ein Demo.

 

2001 nahmen KINGCROW dann schließlich das erste komplette Album „Something Unknown“ auf, nach dem man den Sänger wechselte (eigentlich schade, da Ralf Stefano Tissis Stimme sehr gut gefiel) und nunmehr mit Mauro Gelsomini (Ex-WINDSEEKER) am Start ist und „Insider“ eingespielt und veröffentlicht hat.

 

Laut Ralf war der Vorgänger traditionellen Heavy Metal mit Achtziger-Flair, anscheinend haben sie sich dabei etwas weiterentwickelt, da die Songs von „Insider“ doch eine etwas progressivere Note besitzen. Rein textlich haben die Italiener hier ein Konzeptalbum hingelegt, das sich angenehm von den meisten Konzepten unserer Zeit abhebt, denn ausnahmsweise geht es nicht um eine epische Saga oder so etwas, sondern um die Geschichte zweier Freunde, ein Regierungsgeheimnis, sowie die Folgen von allen möglichen Sachen, wie Versuchung, Verrat und selbst Mord, was immer wieder durch ein paar gesprochene Passagen zwischen den Songs verdeutlicht wird.

 

Musikalisch wagt man den Spagat zwischen Heavy und Progressive Metal, wie gleich der Opener „The Project“ („Friendship“ ist beinahe logischerweise ein Intro) zeigt, der verspielte Prog-Einlagen ebenso auf Lager hat wie straightes Riffing und kraftvolle Drums, während „Temptation“ ein reines Prog-Instrumental ist. Auch „Never Say Die“ ist mehr Progressive denn Heavy Metal, hier scheinen die Italiener eine gewisse Stilkorrektur vorgenommen zu haben, auch wenn immer wieder Passagen eigentlich zu eingängig für Prog sind, wie auch der Refrain von eben „Never Say Die“.

 

Und als ob sie mich Lügen strafen wollten, fetzt „Eyes Of A Stranger“ in bester Achtziger-Metal-Manier durch die Bude, straight, eingängig, treibend… Nach dem kurzen Instrumental „Into The Cell“ packen KINGCROW dann einen absoluten Hammer aus: „Lies“! Hart, treibend, mit starken Gitarren, inspiriertem Gesang, gleich der zweite straighte Song in Folge, hat absolut was! Mit „The Killing Hand“ kehrt man dann allerdings wieder zurück zu hartem Progressive Metal, vermengt mit harten Gitarren und auch wieder straighteren Passagen, an Abwechslung mangelt es also schon einmal nicht.

 

Welche Kritikpunkte kann ich nun also ins Feld führen? Nun, zum einen eben Sänger Mario Gelsomini. Nicht, dass er einen schlechten Job hinlegte, nur behagt mir persönlich seine Stimme nicht so, irgendetwas in seinem Ton lässt meine Ohren etwas zusammenzucken und nehmen ihnen zumindest ein kleines Bisschen Hörgenuss weg, fällt aber nicht allzu sehr ins Gewicht. Der Sound ist sicherlich gut, aber irgendwie könnte er, so habe ich das Gefühl, auch noch einen Tick besser sein.

 

Dennoch ist es gut zu hören, dass KINGCROW nicht den einfachen Weg gehen, sondern ihr eigenes Ding durchziehen, sowohl textlich als auch musikalisch und noch viel mehr, wenn das Endresultat dann so überzeugend ausfällt. Sicherlich gibt es immer noch Raum für Verbesserungen, aber es ist doch noch eine Eigenproduktion, das sollte man nicht aus den Augen verlieren. Ein ambitioniertes Werk, das Heavy und Progressive Metal-Fans gleichermaßen ansprechen könnte! (Online 13. April 2004)

Alexander Melzer



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