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Narcissus - Crave And Collapse (9,5/10) - USA - 2004

Genre: Hardcore
Label: Century Media
Spielzeit: 61:13
Band homepage: Narcissus

Tracklist:

  1. Division Of The Figureheads
  2. Crave And Collapse
  3. Talented Prey – Weak Hunter
  4. “rush”
  5. Sound Of Silver
  6. Pride/Politics >mp3
  7. To James
  8. The Recovery
  9. Seveneight
  10. Blessed Coma
  11. Indifference Of Living
  12. Anticardia
  13. Grey
Narcissus - Crave And Collapse

Ob Emo, Screamo oder einfach nur Hardcore, es bleibt doch komplett wurscht, die Hauptsache bei solchen Kategorisierungen bleibt normalerweise immer nur der eine Grund, einer Band ein gewisse Zuordnung zu geben, sie in ein Schublade zu stecken und es sich somit etwas leichter zu machen. Was aber tun, wenn sich eine Band diesem Schubladendenken kaltschnäuzig entzieht und sich in Galaxien vorwagt, die nur wenige vorher erforscht haben? Die Möglichkeiten die sich nun bieten sind minimal, denn entweder man erfindet rasch eine passende Umschreibung, oder man lässt das Erschaffene einfach wie es ist und erfreut sich an dessen Besonderheit.

 

Die Wahl fällt im Falle von NARCISSUS auf Zweiteres und so wählt man schon einmal den schwierigeren Weg. Denn eben Dargebotenes muss ja dem geneigten Hörer, also Euch, näher gebracht werden. Gut, auch wenn hier wieder einige plumpes Namedropping vermuten werden, irgendwo muß man ja auch anfangen und auch wenn keiner der nachstehenden Referenzen wirklich greifen will, so befinden sich NARCISSUS dennoch irgendwo dazwischen. Man nehme die Klasse von TOOL, CAVE-IN, POISON THE WELL und einer Prise BILLY TALENT und stelle sich vor, eine einzige Band könnte diese auf einen gemeinsamen Nenner bringen und dann auch noch in der Lage sein diese Meisterleistung zu vertonen. Schöne Visionen, nicht wahr? Und glaubt mir, weit sind NARCISSUS davon nicht entfernt.

 

Mit ihrem nunmehr dritten Album (ohne der Debüt-EP mitgerechnet) haben die Amis einen Meilenstein ehrlicher, harter und zeitloser Musik abgeliefert und nach „New Wave Techno Homicide“ (2000) und „Becoming Leviathan“ (2001) nun endgültig ihre musikalische Berufung und Heimat gefunden. Schon der durch Mark und Bein dringende Opener „Division Of The Figureheads“ ist bezeichnend für die grenzenlose Vielfalt dieser Band. Dabei scheut man weder brachiale Ausritte wie beim Refrain zu „Talented Prey – Weak Hunter“, noch schreckt man vor wunderschönen und gefühlvollen Songs wie dem verträumten und wunderschön instrumentierten „Sound Of Silver“ zurück. Wie schnell jedoch die Stimmung wieder umschlagen kann, beweist am besten der darauffolgende Hardcore Brecher „Pride/Politics“. Aber auch hier fallen abermals die glasklaren und durchdringenden Vocals von John Pope ins Gewicht, die aber auch für die brachialen und messerscharfen Schreiattacken bestens geeignet sind.

 

„To James“ rockt mit viel Feingefühl und Hingabe die Bude, lässt einen durch seine Brülleinlagen kurzzeitig erstarren und sorgt ebenfalls für blendende Kurzweil. Die zum Großteil über fünfminütigen Songs sind keine auf Charts abzielende Singles, sondern großartige und von der Bandbreite her unbeschreibliche Kleinode, die es mehr als wert sind in aller Pracht entdeckt zu werden. Da machen „Seveneight“, „Blessed Coma” oder “Anticardia” keine Ausnahme und lassen aus einem vermeintlichen Hardcore Album, viel mehr werden und setzen NARCISSUS mit „Crave And Collapse“ an die Front talentierter, moderner und dennoch mächtig harter Vertreter einer Musikgattung, die keine bereits bekannte Bezeichnung zulässt und somit größtenteils selbst erforscht werden sollte.

 

Eines sei jedoch gewiss, NARCISSUS haben mit diesem Album einen Beweis dafür abgelegt, dass noch lange nicht alles verloren ist und es immer noch genügend Bands gibt, die für Überraschungen gut sind und dem oftmals als üblichen Müll zu bezeichnenden Teil der Veröffentlichungsflut einen dreisten Schlag in die Fresse versetzen. Dafür und vorallem für „Crave And Collapse“ sollte man NARCISSUS dankbar sein. End of transmission!!! (Online 21. April 2004)

Alexander Ehringer



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