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Psychotron - Open The Gate (7/10) - Deutschland - 2004

Genre: Power Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
Spielzeit: 56:00
Band homepage: Psychotron

Tracklist:

  1. Intro
  2. Open The Gate
  3. God Nihil
  4. The Ticket (To Insanity)
  5. Meine Hölle
  6. Private Hell
  7. Beauty Of Sadness
  8. Closing Doors
  9. Lightbringer
  10. Necromantia (Welcome To The Dead)
  11. Instrumental
Psychotron - Open The Gate

So schnell kann die Freude über einen Plattenvertrag versauern, wie im Falle von den deutschen PSYCHOTRON. Gerade noch ist man nach zehn Jahren des Bestehens happy über einen Vertrag mit Generation Records und schon macht die Firma die Schotten dicht, so dass man wieder alleine dasteht und sich in Eigenregie um Promotion und Vermarktung kümmern muss.

 

Ich kenne die Jungs schon von der vorhergehenden CD „Chaos Cosmic Time“ aus dem Jahre 2000 und die knapp vier Jahre seither hat man anscheinend recht gut dazu verwendet den eigenen Stil zu verfeinern und hier auf „Open The Gate“ eine kernige Mischung aus Bay Area-Thrash und amerikanischen Power Metal zu zimmern, die nur etwas unter der ein bisschen matschigen Produktion zu leiden hat, die dem Ganzen leider doch etwas von der zweifelsohne deutlich vorhandenen Power wegnimmt.

 

Nach dem Intro „Intro“ (da haben sie sicherlich eine ganze Weile drüber gebrütet ;) bricht der Titeltrack gleich ordentlich flott durchs Gebälk, aber auch wenn er reichlich thrashig loslegt, zeigt bereits dieser Song, dass PSYCHOTRON keineswegs einfach nur eindimensional vor sich hin prügeln, sondern ganz im Gegenteil doch um ein ganzes Stück verschachtelter zu Werke gehen, die sehr häufig angeführte Mischung aus TESTAMENT und NEVERMORE liegt dabei gar nicht mal so daneben, auch wenn man sich deutlich bemüht zeigt eben nicht die Einflüsse so deutlich durchscheinen zu lassen.

 

Danach bekommen wir ein ganz starkes Duo präsentiert, in Form von „God Nihil“ und „The Ticket (To Insanity)“, ersteres mit ganz exzellenten klaren Vocals, die mit den tieferen Thrash-Vocals eine Art Duett eingehen, wobei es sich hier wohl um den Song mit dem größten Anteil an Klargesang handeln dürfte, eingängig, aber heavy. Zweiterer beginnt sehr proggig, mit klarem Gesang und wird dann zunehmend schneller, um sehr abwechslungsreich fortzusetzen, sehr stark gemacht, vor allem auch wieder durch den Wechselgesang.

 

Auch unbedingt anzumerken sei das mehr als achtminütige Epos „Closing Doors“, das nicht so thrashig daherkommt, aber auch über seine Länge den Zug nie vermissen lässt. Auf der anderen Seite kann mich „Lightbringer“ nicht völlig überzeugen, da gibt es doch ein paar Längen, das kurze „Meine Hölle“ mit spacigen Keyboardeffekten und deutschen Sprechgesang hätte man ganz weglassen können und die etwas seltsamen Clownereien von Sänger Matze nach dem recht langen, eigentlich guten Akustikinstrumental „Instrumental“ (ja, noch so ein tiefsinniger Titel ;) sind wohl auch nicht jedermanns Sache, ich habe damit kein Problem, zeigt es doch, dass man auch im Business noch Spaß haben kann, hehe.

 

Insgesamt kommt „Open The Gate“ doch recht gut rüber, mit einer guten Balance aus straightem Thrash der Bay Area-Schule und vertrackteren Passagen, mit wirklich guten und abwechslungsreichen Vocals, einem recht stark dastehenden Bass (was gewisse Erinnerungen an OVERKILL wach werden lässt) und eben der etwas undifferentierten Produktion. Dennoch ist PSYCHOTRON ein recht gutes Album der relativ alten Schule geworden, das man sich durchaus mal antun sollte. (Online 22. Mai 2004)

Alexander Melzer



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