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Fear My Thoughts - The Great Collapse (9,5/10) - Deutschland - 2004

Genre: Metalcore
Label: Lifeforce Records
Spielzeit: 43:22
Band homepage: Fear My Thoughts

Tracklist:

  1. Velvet
  2. The Great Collapse
  3. Rituals
  4. Sirens Singing
  5. Hollow Inside
  6. The Architect
  7. Challenge
  8. Mission Immortality
  9. Norm AD
  10. Reign
Fear My Thoughts - The Great Collapse

Nach den beiden bei Let It Burn Records (u. a. SAVING THROW, SCARS OF TOMORROW, …) veröffentlichten Alben “23” und “Vitriol”, heißt die neue Unterkunft nun Lifeforce Records (BETWEEN THE BURIED AND ME, ...) und auch diese Adresse dürfte Hardcore Fans eine sehr wohl bekannte sein. An der musikalischen Ausrichtung hat dies die Machenschaften von FEAR MY THOUGHTS nicht großartig beeinflusst. Vielmehr untermauert „The Great Collapse“ den hohen Stellenwert, den diese Band nicht erst seit gestern inne hat und zeigt abermals, wie hochtechnisch und überwältigend brutal die europäische Metalcore Szene tatsächlich ist.

 

Mit Bands wie FEAR MY THOUGHTS oder HEAVEN SHALL BURN, die mich mit ihrem neuen Album “Antigone” (erschien in Europa übrigens ebenfalls am 26. April 2004) ebenfalls im Handumdrehen vom Hocker gefegt haben, braucht sich Europa wirklich nicht mehr vor der Übermacht an Bands aus den Vereinigten Staaten verstecken. An Verstecken ist gar nicht erst zu denken, denn „The Great Collapse“ protzt nur so vor Härte und massiert das Gehör mit den besten Teilen aus dem Hardcore und dem Death und Thrash Metal. Natürlich sind die Zutaten nicht die neuesten, dennoch ist die Konzentration an überwältigenden Songs schon mehr als verblüffend und das feine Gespür, sich die Rosinen aus dem metallischen Kuchen zu picken, haben FEAR MY THOUGHTS einfach drauf. Immer wieder kommen einem Bands unter die Finger, die mit demselben Vorhaben an den Start gehen, das Ergebnis ist jedoch oftmals schwer ernüchternd.

 

Uninspirierte und langweilige Bands gibt es demnach in rauhen Mengen und nur wenige können diesem übel riechenden Tümpel entfliehen. FEAR MY THOUGHTS kennen diese „Todeszone“ wahrscheinlich nur vom Hörensagen und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber diese fünfköpfige Truppe killt Ende nie. Neben Tonnen an explosiven Riffs, haarsträubenden Tempowechseln und polternden Drumsalven, verzückt ein ums andere Mal das räudige Organ von Sänger Mathias Ockl. Er versteht es perfekt die Spannungsbögen innerhalb der Songs zusätzlich zu dehnen und setzt seine Stimme äußerst variabel ein, was den Songs weiters zu Gute kommt. Beispiele gewünscht? Na dann bitte sehr!

 

Schon der nach dem kurzen Intro eröffnende Titeltrack ist Energie pur. Nach dem durchaus als groovig zu bezeichnenden Beginn, geht die Jagd richtig los. Auf etwas mehr als sechs Minuten wird sowohl das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten, als auch auf die nötigen Melodien mit Argusaugen geachtet. Überhaupt fällt auf, dass FEAR MY THOUGHTS ihre Songs gerne voll zur Entfaltung bringen und deshalb auch bei der Spielzeit der einzelnen Songs nicht knausrig sind. So tanzen lediglich das Intro „Velvet“, die kurze Zwischensequenz (verzeiht den Ausdruck) „The Architect“ und das kompakte „Norm AD“ aus der Reihe, ansonsten bewegt sich die Dauer der restlichen Songs im Durchschnitt immer über fünf Minuten. „Sirens Singing“, „Challenge“ oder das abschließende „Reign“ sind Dampfhämmer, wie sie in keiner Sammlung fehlen sollten.

 

Die Einflüsse sind dabei breit gestreut und so dürften sowohl Fans von IN FLAMES, AMON AMARTH, GOD FORBID oder den für alle Ewigkeit essentiellen und kultigen AT THE GATES an FEAR MY THOUGHTS Gefallen finden, als auch all die treuen Anhänger und Wegbegleiter aus dem Hardcore Lager ein weiteres Male zufrieden stellen. Aufgenommen wurde „The Great Collapse“ in den Schweizer Little Creek Studios, in denen beispielsweise schon GURD oder DESTRUCTION bestechende Tonkonserven fabrizierten und so kann man auch in Sachen Produktion keine Anzeichen von Schwäche entdecken. Was also bleibt übrig, als FEAR MY THOUGHTS zu diesem Meisterwerk zu gratulieren und darauf zu hoffen, dass diese Leistung auch bei den Hörern angemessen honoriert wird. (Online 24. Mai 2004)

Alexander Ehringer



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