The Metal Observer - Everything in Metal!

Band-Archiv: Metalheads online.  
# | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z Nach Land | Nach Stil | Nach Reviewer






Bandhistory folgt.

Weitere Reviews
Aktuelle Updates
Artikel drucken
Bewertungserklärung



Gutworm - Ruin The Memory (9/10) - Großbritannien - 2004

Genre: Modern Metal
Label: Anticulture Records
Spielzeit: 38:45
Band homepage: Gutworm

Tracklist:

  1. What You Are >mp3
  2. Loveless
  3. Below Within
  4. Obscure Devotion
  5. Saturate In Sadness
  6. Sick Inside
  7. Blind From Truth
  8. Incineration
  9. Twisted
  10. Reborn
Gutworm - Ruin The Memory

Es hat wohl kaum ein europäisches Land mehr hoffnungsvolle und zugleich modern klingende Metal Bands wie England und es macht den Anschein, als ob die britische Insel ein äußerst guter Boden für solch geartete Bands sein dürfte. Dabei sollte man im Falle von GUTWORM beim Wort modern nicht gleich zusammenzucken und an die immer durchschnittlicher werdenden Newcomer in der New Metal Szene denken, sondern in erster Linie das Wort Metal im Auge behalten. Dabei hätten GUTWORM schon im Jahre 2001 auf sich aufmerksam machen können und den Untergrund mit ihrem eigentlichen Debüt erschüttern können. Aber wie das Leben so spielt, wurde die Band stattdessen vom Pech verfolgt, zumindest was die Veröffentlichung des Albums anging. Dieses wurde zwar fix und fertig eingespielt, das Licht der Welt durfte es aber leider nicht erblicken.

 

Unterkriegen ließen sich die vier aus Wellingborough stammenden Musiker jedoch nicht und so entschloss man sich, ein komplett neues Album einzutrümmern. Nach der im Jahre 2000 erschienen EP „Torn From Me“, welche zudem von Ausnahmeproduzent Dave Chang aufgenommen wurde, steht nun endlich das erste vollständige Werk, dieser in britischen Szenekreisen schon seit langem als Geheimtipp gehandelten Band, in den Regalen. Bei GUTWORM zählt ganz offensichtlich nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Szene, sondern vielmehr der Spaß an der Sache und die wohl überlegte Auswahl der zu verwendenden Einflüsse, die sich von Death und Thrash Metal bis hin zu Hard- und Grindcore erstrecken. Absolut kein leichtes Unterfangen, all diese Zutaten auf einen Nenner zu bringen und dennoch nicht den Überblick zu verlieren. Alleine hier wird schon bewiesen, warum diese Band einen solch guten Ruf besitzt und „Ruin The Memory“ herbeigesehnt wurde, wie ein Schluck Wasser für einen seit Tagen in der Wüste verschollenen Abenteurer.

 

Das Debüt ist brachial, wütend und teilweise sogar leicht progressiv angehaucht und besitzt einen überdurchschnittlich hohen Unterhaltungsfaktor, der sich schnell in oftmaligem Hören des Albums ausdrückt. Hier rappelt’s im Karton und wer davon noch nicht so richtig überzeugt scheint, dem sollten die ersten drei Tracks von „Ruin The Memory“ schon mal reichen. Mörderisches Geknüppel verfolgt schwer groovende Midtempo Passagen, welche wiederum von derben Gebretter überfallen werden. Dazu kommt der mächtige Sound von Greg Chandler, der aus den Songs die letzten Reserven rausholte und GUTWORM somit das passende Klangkostüm verpasste. Bei „Obscure Devotion“ überschneidet sich dann gegen Ende des Songs die massive Soundwand mit klarem Gesang und dezenter Akustikgitarre, wodurch der anfangs hammerharte Song plötzlich in andere Sphären verschleppt wird. „Saturate With Sadness“ wartet dann wieder mit derben Gekreische und Gegrunze auf und versohlt des Hörers Allerwertesten zum wiederholten Mal. Die volle Thrash ’n’ Death Keule schwingt man dann wieder im darauffolgenden „Sick Inside“ und selbst da dürfen zwischendurch eingestreute Blast Beat Attacken nicht fehlen. Wie schon erwähnt, sind GUTWORM Grenzen zwischen den Genres vollkommen gleichgültig und so kommt „Ruin The Memory“ einem Höllenritt zwischen den einzelnen Metal Welten gleich.

 

Auch „Blind From Truth“ entzieht sich gezielt einer genauen Einordnung und lässt sich lediglich in eine Kiste stecken und zwar in jene, die für gnadenlos brutale und zeitgemäße Bands reserviert ist. Dort stecken zwar schon reichlich Bands drinnen, trotzdem dürften sich GUTWORM behaupten können und endlich die Früchte ihrer mühevollen Arbeit ernten dürfen. Mit „Incineration“ greift man im letzten Drittel der Platte nochmals tief in die Schatzkiste und holzt sich nochmals den ganzen Frust von der Seele. Gnadenlos, nicht mehr und nicht weniger. Dass GUTWORM aber auch mit gemäßigterem Tempo wie auf „Twisted“ zurechtkommen, spricht zudem für die Vielseitigkeit und offenbart dem Hörer die groovige und monströse Seite dieser Formation. Mit „Reborn“ beendet man dann nach knapp vierzig Minuten die schweißtreibende akustische Vollbedienung und lässt es nochmals gehörig rumpeln. Hier werden nochmals alle Reserven mobilisiert und die im Verlaufe des Debüts großzügig offenbarten Vorzüge ein weiteres Male hervorgezaubert. Keine Frage, GUTWORM haben ihren Teil, nämlich den, ein sagenhaftes Album zu erschaffen erfüllt, jetzt hängt es eigentlich nur noch an den Metal Fans und die dürften wohl bald in Scharen dieser Band zulaufen. Verdient hätten sie es! (Online 31. Mai 2004)

Alexander Ehringer



© 2000-2013 The Metal Observer. Alle Rechte vorbehalten Haftungsausschluss