The Metal Observer - Everything in Metal!

Band-Archiv: Metalheads online.  
# | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z Nach Land | Nach Stil | Nach Reviewer






Weitere Informationen:
Weiteres zu Beyond The Void

Weitere Reviews
Aktuelle Updates
Artikel drucken
Bewertungserklärung



Beyond The Void - Our Somewhere Else (7/10) - Deutschland - 2004

Genre: Gothic Rock
Label: Transformer Records
Spielzeit: 48:39
Band homepage: Beyond The Void

Tracklist:

  1. Raven In Your Heart
  2. Painless
  3. Falling…
  4. Through The Dark
  5. Turn White
  6. Waiting
  7. Everywhere I Turn
  8. The Price Of Infinity
  9. For All That Disappeared
  10. Echoshade
  11. Our Somewhere Else
Beyond The Void - Our Somewhere Else

Als ich gelesen habe, dass BEYOND THE VOID eine Gothic Rock Band aus Deutschland waren und in der Info solche Bands wie HIM und THE RASMUS sowie EVANESCENCE (bin mir über den Zusammenhang jedoch nicht sicher, wieder mal diese deutsche Sprachbarriere...) erwähnt wurden, war ich geistig darauf vorbereitet, das Album nicht zu mögen, hauptsächlich dank des Erwähnens von THE RASMUS. Ich meine, wie glaubwürdig kann eine Band sein, wenn sie von einem Bandwagen zum nächsten springen; und in einem Zug von knabenhaftem Rock zu sehr selbstbewusstem und poliertem (und nicht einmal gutem) Gothic Rock wechseln? Nicht sehr, meiner Meinung nach. Aber dann zurück zu BTV, da waren auch zwei unglaublich klischeehafte, blau getönte Pressefotos, die in meinem Kopf nur noch stärkeren Alarm ausgelöst haben. Auf einem von ihnen haben die Bandmitglieder ihre Augen geschlossen, aber über ihren Köpfen befindet sich ein riesiges offenes Auge. Wow Mann, das muss heißen, es ist tiefsinnig und so, wisst ihr (ihr könnt dasselbe Bild auf ihrer Homepage nachsehen und so ’entsetzt’ sein wie ich). Unnötig zu sagen, dass ich ziemliche Angst davor hatte, rauszufinden, welche Art von Musik genau ich auf dieser CD finden würde.

 

Nun, es stellte sich heraus, dass ich mich zutiefst geirrt hatte, denn die Musik ist nicht annähernd so schlecht wie ich gedacht hatte. Es ist immer noch die Art von Gothic Rock, die all diesen Gothic Girls gefallen würde, die im Kerzenschein Wein trinken und HIM oder THE 69 EYES hören, aber eigentlich ist es auch ziemlich gut. Ja, es ist dramatisch und die Songs erzählen die übliche Story über Romantik, Tod und Einsamkeit. Ja, der Sänger hat eine charismatische Stimme, die zeitweise wie Ville Valo klingt und ja, er hat blaue Fingernägel und mindestens ein Mitglied der Band benutzt zu viel Wimperntusche. Oh und ja, nach dieser CD zu urteilen muss die Band zumindest in Deutschland einfach mächtig einschlagen. Jedoch sind diese Dinge etwas leicht abzutun, wenn man sich die Musik anhört.

 

“Raven In Your Heart” beginnt mit einem hübschen, wenngleich auch typischen Gothic Rock Riff, das von Keyboards nachgespielt wird. Der Song folgt einem vertrauten Muster, wo die Verse eher ruhig sind, die Bridge dann an Geschwindigkeit zunimmt und der Refrain der Höhepunkt ist. Ein ‚sicherer’ Opener, der einem nicht wirklich verrät, was noch auf Lager ist. Das prächtige Zwischenspiel „Falling...“ war seltsamerweise der Track, der mich wirklich dazu gebracht hat, zwei mal über meine Meinung von dieser CD nachzudenken. Wenn eine Band etwas so Großartiges machen kann, dann kann es nicht vollkommen schlecht sein. „Turn White“ ist wahrscheinlich der beste Song auf dieser CD. Ein melancholischer Track mit großartigen Melodien (sowohl Gitarre als auch Gesang), der nicht demselben Muster wie die vorhergegangenen folgt. Alles in allem ein Paradebeispiel dafür, was ein großartiger Gothic Rock Song ist. Ich wäre überhaupt nicht verwundert, wenn er die erste Single von dem Album wäre. Die Verse selber sind zwar nicht so großartig, aber die Bridge und der Refrain sind einfach exzellent; rockend und melodiös. Der abschließende Track ist wieder ein besserer. Großartige Drums und Gitarren über den Song hinweg und wieder ein sehr guter Refrain.

 

Nun seid euch im Klaren darüber, dass ich oben nur die besten Tracks erwähnt habe. Es gibt auch einige anständige Songs wie das melancholische und ruhige „Painless“, das balladeske „The Prince Of Infinity“ oder das düster rockende „Everywhere I Turn“. Obwohl es keine wirklichen Patzer gibt, gibt es ein paar so-so Tracks: „Waiting“ und „Echoshade“. Sie würden wahrscheinlich funktionieren, wenn sie in einer idealen Stimmung gehöret werden würden, im Kerzenlicht und mit einer Flasche Rotwein als Begleitung, aber im Moment tendieren sie dazu, ein wenig langweilig zu werden.

 

Die Musizierung bewegt sich größtenteils auf hohem Niveau, obwohl nur der Sänger Daniel Pharos und Lead-Gitarrist Dominik Morgenroth in den Vordergrund kommen. Daniels Stimme ist für Gothic Rock passend: charismatisch und romantisch (seine deutlich deutsche Aussprache ist zeitweise allerdings lustig). Dominik kommt in vielen Soli dazu, seine Gitarrenbeherrschung darzustellen, was zweifellos gut für ihn, aber nicht so notwendig für die Songs selber ist. Ich kann nicht wirklich viel über den Rest der Gruppe sagen, außer dass es keine offensichtlichen Mängel zu bemerken gibt, aber das kann auch dank des Equipments des Studiotechnikers und der Tatsache so sein, dass Musik nicht verlangt, dass man ein sehr talentierter Musiker ist. Die Produktion ist auch gut. Sie ist ausreichend klar, sodass die meisten der Instrumente identifiziert werden können und keines im Mix untergeht. Das einzig Negative, das ich hier sagen muss, ist dass der Sound der Becken gelegentlich irritierend wird (besonders in „Everywhere I Turn“).

 

Insgesamt kriege ich dasselbe Gefühl, das ich bei LACRIMAS PROFUNDERE kriege, und das ist, dass einige Songs mich wirklich bewegen, während die anderen mehr oder weniger mittelmäßig sind. Aber, obwohl es ziemlich gewöhnlich ist, ist das hier ein vielversprechendes Debüt und bietet eine starke Basis, auf der sie auf ihrem nächsten Album bauen können. Ich habe einige Reviews gelesen, die bezüglich dieser Band sehr enthusiastisch waren und sagten, sie wäre die Rettung des Gothic Rock, aber ich würde bestimmt nicht so weit gehen. Die Band hat noch sehr viel Arbeit zu erledigen, um diesen Titel zu verdienen, aber vielleicht werde auch ich ihnen beim nächsten Mal diesen Titel geben. Fürs erste jedoch bin ich sicher, dass das hier die Herzen derer gewinnen wird, die HIM, DARKSEED, LACRIMAS PROFUNDERE und Kollegen mögen. Abgesehen davon, Gott behüte, will ich wirklich nicht noch mehr Last auf ihre bereits gefallenen Schultern hinzufügen. (Online 18. August 2004)

Jari Huusko



© 2000-2013 The Metal Observer. Alle Rechte vorbehalten Haftungsausschluss