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Tyrant - Too Late To Pray (10/10) - USA - 1987/1996

Genre: Power Thrash Metal
Label: Art Of Music
Spielzeit: 56:16
Band homepage: -

Tracklist:

  1. Tyrant's Revelation II
  2. Too Late To Pray
  3. Beyond The Grave
  4. Valley Of Death
  5. The Nazarene
  6. Bells Of Hades
  7. Into The Flames
  8. Babylon
  9. Verdalack
  10. Beginning Of The End
  11. Eve Of Destruction
  12. Heavy Steel (Bonus Track)
  13. You Don’t Have To Sell Your Soul (Bonus Track)
Tyrant - Too Late To Pray

Heavy. Abgrundtief heavy, das zweite Album der Amerikaner TYRANT. „Too Late To Pray“, do der Titel dieser infernalischen Granate, schlägt so ziemlich alles, was sich jemals unter dem Banner Heavy Metal zusammenscharte. Ich höre jetzt einen Aufschrei durch die Gemeinde gehen: „Wie kann er nur so was behaupten, damit degradiert er ja selbst alle von ihm hochgepriesenen Alben zur Bedeutungslosigkeit!“ Nein, tut er nicht, jede der hochgelobten Scheiben ist ihr Geld auch wert, nur dass TYRANT einen absoluten Sonderstatus genießen.

 

In punkto Härte und Düsternis fegen die Tyrannen fast alle Doom-Bands mit Leichtigkeit hinfort, in Sachen Abwechslung sowieso. Aggressiv wie die besten Thrash-Kapellen a la alte SLAYER/DARK ANGEL geht man auch zu Werke, fehlt noch die Eingängigkeit und die Melodien. Und da sieht es schon etwas anders aus. Die einprägsamen Hymnen des Vorgängers „Legions Of The Dead“ gingen diesmal etwas verloren, aber mit der Zeit schälen sich auch auf „Too Late To Pray“ wahre Kristalle aus dem harten Songboden.

 

Zeit braucht man auf jeden Fall, um mit der Scheibe warm zu werden, da diese doch recht komplex und mit vielen Einzelheiten versehen ausfiel. Nein, die Truppe um die Gebrüder May frickelte sich nicht die Seele aus dem Leib, aber von alltäglichen Songstrukturen war man auch Lichtjahre entfernt. Und der barbarisch-verzweifelt aufbrüllende Gesang von Glen May macht es einem auch nicht gerade leicht. Leute mit manischen Depressionen sollten in jedem Fall die Finger von dem Album lassen!

 

Wer die düstere Stimmung von EVERGREY, die Heaviness von ganz alten BLACK SABBATH, die Aggression von DARK ANGELs „Darkness Descends“ und die ausgefallenen, raffinierten Songstrukturen alter MANILLA ROAD, CIRITH UNGOL usw. schätzt, kommt um „Too Late To Pray“ nicht herum, zumal die Lieder sich auch geschwindigkeitsmäßig teilweise sehr verausgaben. Nicht dass die Band jemals voll aufs Gas drückte, aber z.B. der Titelsong schlägt neben seiner abartigen Brutalität mit einem gepflegten Bleifuß zu Buche (nebenbei der vielleicht eingängigste Song des Albums). Auch bei „The Nazarene“ machen die Tyrannen ordentlich Tempo und drücken den unbedarften Hörer platt an die Wand.

 

Für die Power Metal-Fraktion gibt es jedenfalls mehr als genug zu entdecken. Aber auch den toleranten unter den Doom-Jüngern wird bei Monstertracks wie „Beginning Of The End“ oder dem balladesk beginnenden und dann urgewaltig die Axt kreisen lassenden „Valley Of Death“, das dann gegen Ende hin wieder ruhiger wird, gezeigt, wo Thors Hammer hängt.

 

Fans von TROUBLE bis DOOMSWORD sollten auf Plattenbörsen ebenfalls die Augen aufhalten, es lohnt sich wie selten. Nach kurzer Pause schließen sich dem letzten CD-Track „Eve Of Destruction“ noch zwei Bonus-Songs von frühen Rehearsal-Tapes an, welche soundmäßig logischerweise mit dem regulären Material nicht mithalten können, aber musikalisch ordentlich was hermachen. (Online 16. Oktober 2004)

Falk Kollmannsperger



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