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Rapaport, Greg - Eine Form des Eskapismus - Online Dezember 2004


Wie lange ist es her, dass du eine Gitarre in die Hand genommen hast und warum?

Ich habe mit 9 Jahren angefangen. Mein Vater war ein LED ZEPPELIN-Fan, also hat er mir ihre zwei ersten Alben gegeben. Sobald ich „Heartbreaker“ hörte, war es meine Mission wie Jimmy Page spielen zu können, also habe ich damit angefangen, Stunden zu nehmen.

 

Wie oft und was hast du geübt?

Zuerst habe ich viel geübt…wohl bis ich 17 war. Als Anfänger habe ich mich darauf konzentriert die Akkorde in meine Finger zu bekommen und zu lesen. Als ich mich weiter entwickelt habe, habe ich mehr oder weniger den ganzen LED ZEPPELIN-Katalog gelernt. Zum Ende meiner Teenjahre habe ich dann mit den Stunden aufgehört und wurde von Sachen wie College, Arbeit und anderen „erholsamen Aktivitäten“ abgelenkt, das Spielen war also bei weitem nicht mehr so wichtig, wie es hätte sein sollen. In den späten 20ern entschied ich mich dazu wieder ernst zu werden und bis heute halte ich mich an Gitarre und Bass an einen recht rigorosen Probezeitplan.

 

Wieso bist du von einer sechssaitigen zu einer siebensaitigen Gitarre gewechselt? Ist es die typische Siebensaitige (mit einer extratiefen Saite)?

Gerade bevor der Nu-Metal eingeschlagen ist, habe ich den Wechsel gemacht. Ich erinnere mich daran, als ich mir meine erste Siebensaitige (Ibanez RG7620) gekauft habe. Die RG und die Universe waren die einzigen Siebensaitigen auf dem Markt. Dann hatte mit einem Male so ziemlich jeder Gitarrenfabrikant eine draußen. Zum Glück ist das inzwischen nicht mehr der Fall, nachdem sich der Nu-Metal mehr oder weniger totgelaufen hat. Jetzt spiele ich eine Carvin DC747c Seven String, die ich wirklich mag. Sie ist wie die Standard-Siebensaitige angelegt, mit dem tiefen B.

 

Hast du die Gitarren standard gestimmt oder etwas experimentiert?

Ich lasse alles im normalen 440-Tuning. Ich denke, dass ich mit der zusätzlichen Saite genügend Raum für Experimente habe.

 

Du bist ein sehr hochkarätiger Musiker, wie man auf deiner letzten Scheibe hören kann. Bist du auf eine Musikschule gegangen oder hast du dir das Ganze selbst beigebracht? Wenn es das Erstere ist, wo hast du die Ausbildung herbekommen? Bei Letzterem, hattest du besondere Bücher, die dir besonders geholfen haben?

Danke für das Kompliment! Ich habe es mir selbst beigebracht und habe auch für Gitarre und Bass Stunden genommen bzw. nehme sie immer noch. Nachdem ich beide Methoden gemacht habe, habe ich das Gefühl, dass Stunden definitiv der richtige Weg sind. Der Schlüssel ist den richtigen Lehrer zu finden. Wenn ihr einen Lehrer finden könnt, der vielseitig ist und bereit ist, euch in die Richtung zu leiten, in die ihr gehen wollt, dann habt ihr praktisch schon gewonnen. Ich hatte in dieser Hinsicht eine Menge Glück. Ich wurde meinen Lehrer Lou Ubriaco vorgestellt, als ich 11 war. Seine Band spielte in den späten Siebzigern im Club meines Vaters. Sechs Jahre lang habe ich bei ihm Stunden genommen und jetzt lehre ich selbst Gitarre und Bass an seiner Musikschule, UMusic. Ich war auch ein paar Mal beim National Guitar Workshop drüben in New Milford CT. Ich hatte Terry Syrek als Instruktor und fand in ihm nicht nur einen großartigen Gitarristen, sondern auch einen großartigen Lehrer.

 

Wo liegen deine Haupteinflüsse? Ich sehe, dass die Musik auf dem Album sehr abwechslungsreich ist, von Metal zu Jazz zu Funk.

Als ich aufgewachsen bin, war Jimmy Page wohl mein größter Einfluss. Mir gefielen auch die klassischen Prog Rock-Bands wie YES, JETHRO TULL und RUSH sehr. Als ich älter wurde und ich das Gitarrenspiel ernster nahm, erweiterten sich auch meine musikalischen Geschmäcker zu Jazz, Fusion und Progressive Metal. Was Gitarristen angeht, so mag ich Scott Henderson, Allan Holdsworth, Frank Gambale, Pat Martino und Greg Howe. In Sachen Bassisten Gary Willis, Victor Wooten, Jaco Pastorius und Jeff Berlin. Und zu meinen Lieblingsdrummern gehören Dennis Chambers, Virgil Donati, Bill Bruford und Tony Williams. Im Bandkontext gesehen, hätte ich anzubieten: TOOL, OPETH, SYMPHONY X, DREAM THEATER, James Brown, Herbie Hancock, PLANET X, NEVERMORE, CAB und natürlich ZEPPELIN.

 

Um zur Scheibe zu kommen, warum hast du als Albumtitel “Azrael Block” gewählt?

Ich habe diesen Titel gewählt, da ich dachte, dass das Konzept recht cool ist. Die Idee bekam ich durch eines von Dean Koontzs Büchern, mit dem Titel „Strangers“. Wenn euch Mystery, Parapsychologie und Verschwörung gefallen, dann ist es etwas für euch“

 

Über die Konzepte der Songs auf “Azrael Block”, hast du im Vornherein geplant, wie die Songs im Endeffekt klingen?

Ein paar ja, Songs wie “Uncle Knucklez”, “Sever”, “Tech Support”, “Flatline” und “Azrael Block” wurden auf einer bestehenden Idee aufgebaut. Andere Songs, so wie “Difunckt”, “Interlude-A” und “Interlude-B” sind mehr oder weniger spontan entstanden. Auf der anderen Seite wurden Lieder wie “No Solace”, “Skitzophraniac” und “Deceiving The Industry” nach dem Arrangement des Songs selbst betitelt wurden. Auf meiner Website (www.gregrapaport.com) gibt es eine kurze Inhaltsangabe zu allen.

 

Was inspiriert dich dazu Musik zu schreiben?

Musik ist für mich eine Art Eskapismus. Fähig zu sein zu sehen, wie eine Idee wächst und ein eigenes Leben entwickelt, ist recht wild. Ich liebe es mich in Musik, die mir wirklich gefällt, zu verlieren und damit hoffentlich auch den Geschmack von anderen Leuten zu treffen. Meine generelle Inspiration kommt von Ideen, die mit der Menschheit und meiner eigenen Erfahrung zu tun haben. Für mich ist die wahre Herausforderung diese Ideen und Emotionen rein durch die Musik herüberzubringen.

 

Ich muss das Bassspiel ansprechen. Oft nimmt es eine ganz eigene Linie, statt nur dazu verwendet zu werden die Wurzelnoten der Gitarrenriffe zu spielen. Was inspirierte sich dazu?

Ich denke, dass der Bass ein unheimlich unterbewertetes Instrument ist. Es ist ein Klischee, dass er einfacher zu spielen ist als eine Gitarre. In Wahrheit ist es so, dass ich denke, dass der Bass sehr herausfordernd und gegenüber der Gitarre ziemlich anders ist. Als Gitarrist hat man in Sachen Timing durchaus etwas Luft, aber der Bass muss mit dem Drummer ungeheuer tight sein, um effektiv zu sein. Ich mag die Perkussivität des Basses, vor allem die Slaptechnik. Während die Gitarre mehr auf Finesse aus ist (zumindest für mich), ist der Bass mehr ursprünglich und man kann ihn wirklich aggressiv spielen. Meine Hauptinspirationen wären wohl Gary Willis und Victor Wooten. Ich mag Gary Willis aufgrund seiner Kombination aus Technik und Gefühl. Er hat auch die Fähigkeit inner- und außerhalb der Tasche beeindruckend zu klingen. Victor Wooten ist „der“ Bassist, wenn es auf Slapping kommt. Ich mag auch etwas seines melodiöseren Solierens. Ich habe von diesen beiden Jungs wirklich sehr viel gelernt.

 

Hast du irgendwelche Pläne eines Tages live zu spielen?

Ich trete tatsächlich etwas live auf. Seitdem ich mit UMusic in Kontakt bin, habe ich eine Menge großartiger Musiker in meiner Gegend kennengelernt und wir haben in lokalen Clubs einige instrumentale Shows hingelegt. Jeder Musiker spielt einen kleinen Set seiner Musik, das Material reicht dabei von Yngwie Malmsteen und John McLaughlin zu Santana und origineller Musik.

 

Welche Art Equipments benutzt du?

Ich spiele eine Carvin DC747c siebensaitige Gitarre und einen Carvin LB75p fünfsaitigen Bass als Hauptinstrumente. Als akustische Gitarre spiele ich eine Ovation Celebrity. Für meinen Live-Set benutze ich einen Carvin Tone Navigator als meinen Preamp/Effektprozessor. Ich habe einen Rocktron Velocity-Amp, den ich für Power benutze und einen Aphex Exciter für die besondere Politur. Ich benütze ein Dunlop Crybaby-Wah-Pedal und einen ART X-15 Ultrafoot Midi-Controller, um zwischen Patches zu wechseln. Da ich den Bass nur im Studio spielen, geht mir ein „offizieller“ Live-Bass-Rig ab, hoffentlich werde ich das bald ändern können. Für Aufnahmen benütze ich meinen vertrauten Roland VS-1680, Line 6 Pod 2.0, den Carvin Tone Navigator, einen Yamaha RS-7000 Sequencer/Synthesizer, ein Korg X5DR-Synth-Modul und ein Roland R-70.

 

Was sind deine 5 Lieblingsplatten?

Das ist schwer. Ich denke zu Beginn hatte LED ZEPPELIN’s “Physical Graffiti” den größten Einfluss auf mich, was das Songwriting angeht. Als Gitarrist zeigte mir Greg Howe’s “Parallax”, dass man beeindruckende Technik und dennoch Groove besitzen kann. Für den Bass brachte mir TRIBAL TECH’s “Face First” bei, dass ein Bass mehr ist als nur eine Gitarre mit fetten Saiten. Gary Willis hat mich wirklich inspiriert und ich war glücklich genug, ihn beim National Guitar Workshop live zu sehen. Was die Produktion angeht, denke ich, dass A PERFECT CIRCLE’s “Mer De Noms” beeindruckend klingt und die Produktion bläst einen einfach weg. Ich benütze es immer als Referenz, wenn ich mische. Emotional ist TOOL’s “Aenima” eines der kräftigsten Alben, die ich jemals gehört habe. Die gesamte Atmosphäre des Albums inspiriert mich.

 

Irgendwelche letzte Worte an unsere Leser?

Zuerst einmal möchte ich mich bei allen, die bei “The Metal Observer” tätig sind, dafür danken, dass sie sich die Zeit für meine Musik genommen haben und mir diese großartige Gelegenheit gegeben haben. Wenn jemand Reviews oder Clips meiner Musik anchecken möchte, kommt zu www.gregrapaport.com und hört hinein!

Discography:

1998: Nero (CD)

1998: Waiting For Darker Skies (CD)

1999: Artifacts (CD)

2001: Wyrd (CD)

2003: Azrael Block (CD)

Armen Janjanian



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