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Thy Repentance - Through The Twilight Eyes Of Frost (7/10) - Russland - 2003

Genre: Black Metal
Label: Stygian Crypt
Spielzeit: 54:48
Band homepage: -

Tracklist:

  1. Blood For The Soil
  2. Inseparable Story
  3. Moon Roots Of War
  4. Skoljenie V Ledovom Tumane >mp3
  5. When The Sky Is Dark Yet >mp3
  6. Wizard And Witch
  7. Flowers Of Triumphant-I Hate Them Again
  8. Umbra
  9. Ural Twilight Autumnalias
  10. New Scene-My Snow Funeral Curtain
Thy Repentance - Through The Twilight Eyes Of Frost

Einige Dinge dürften einfach nicht funktionieren, einige Dinge sollte man einfach als schrecklich empfinden und das war’s. Ich habe so ziemlich dasselbe gedacht, als ich die Songs auf „Through The Twilight...“ durchgegangen bin. „O nein, noch ein Topf Scheiße“ dachte ich und verdammte mich selbst dafür, CDs zu kaufen ohne sie mir anzuhören. Glücklicherweise habe ich ihr einen vollen Durchlauf gewährt und habe, entgegen aller Erwartungen, gemerkt, dass mir dieser klagevolle Schrecken des Elends gefallen hat.

 

Das hier dürfte nicht funktionieren, aber das tut es. Die einzelnen Komponenten halten der Prüfung nicht stand, wenn man sie isoliert hört, aber zusammengeworfen wird es ein ansteckendes, wunderbares Ganzes. Erstens klingt die Produktion, so wenig es davon auch gibt, elendig, jedoch ist das in diesem Fall eine gute Sache, da wir hier von trübselig reden. Wie bei vielem in Black Metal kann ein kleines bisschen Produktion es weit bringen und hier funktioniert es gut.

 

Dies ist im Grunde genommen Ambient Black Metal, 1996 aufgenommen. Der Drumcomputer ist überwiegend auf eine Marschgeschwindigkeit eingestellt, hebt aber gelegentlich die Sticks und bricht in einen Galopp aus. Die Keyboards werden auf simple, aber effektive Weise eingesetzt. Die Gitarren sind verzerrt und rußig, wobei der Bass sehr präsent ist. Die Vocals sind mut- und trostlos, die Schreie einer gequälten Seele. Oft wird dem düsteren Fortschreiten der Drums und Keyboards eine rasende Saitenabteilung entgegengesetzt. Musikalisch empfinde ich das Album als Kollision von BURZUM und SUMMONING.

 

Die CD beginnt mit einem unergründlichen pochenden Instrumental, das doppelt so gut wäre, wenn es halb so lang wäre. Dann werden wir eingeladen, zu „Inseparable Story“ in all seiner verdorbenen Glorie unsere Pulsadern durchzuschneiden. Obwohl es wie Musik klingt, die man bei einem Leichenschmaus spielen könnte, hat der Song eine triumphale Melodie, ein Thema, das durchweg wiedererscheint. Die Tracks tendieren dazu, einer ungekünstelten Formel zu folgen, wobei die Keyboards den Hauptunterschied liefern. Alles hier hat eine unkomplizierte Struktur und das stellt eine große Menge des Reizes dar. Der vierte Track „Skoljenie V Ledovom Tumane“ ist ein düsteres militärisches Stampfen, das von Schreien wie aus der Hölle begleitet wird, und der gesamte Track strahlt Bedrohlichkeit aus.

 

Die Produktion ist steinzeitmäßig, irgendwo in einer Domhöhle aufgenommen, der Bass poltert wie Steinbrocken von der Decke, inmitten der Verzweiflung; es gibt ein paar mehr Instrumentale, die wie Lichter am Ende eines langen und dunklen Tunnels leuchten und Aufschub vor der Düsternis gewähren. Allerdings strömt dieses Album wie Blut aus dem frisch aufgeschlitzten Handgelenk von jemanden, der alles und jeden verloren hat, der ihm teuer war.

 

Nach meiner anfänglichen Reserviertheit habe ich gemerkt, dass ich mir „Twilight Eyes“ anhören und von ihm bewegt werden kann. Ich würde empfehlen, es in einem dunklen Raum zu erleben, aus dem alle scharfen Objekte entfernt wurden. (Online 30. Oktober 2004)

Niall MacCartney



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