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Bewertungserklärung

16 tablaturen für Empyrium


Empyrium - Weiland (9,5/10) - Deutschland - 2002

Genre: Folk
Label: Prophecy Productions
Spielzeit: 50:48
Band homepage: Empyrium

Tracklist:

Kapitel I: Heidestimmung

  1. Kein Hirtenfeuer Glimmt Mehr
  2. Heimwärts >mp3
  3. Nebel
  4. Fortgang
  5. A Cappella
  6. Nachhall

Kapitel II: Waldpoesie

  1. Waldpoesie >mp3

Kapitel III: Wassergeister

  1. Die Schwäne Im Schilf
  2. Am Wasserfall
  3. Fossegrim
  4. Der Nix
  5. Das Blau-Kristallne Kämmerlein >mp3
Empyrium - Weiland

„Weiland“ ist das vierte Album von EMPYRIUM, einer Zwei-Mann-Band bestehend aus Schwadorf (akustische Gitarre, Bass, Mellotron, Schlagzeug, Sprechgesang) und Helm (Gesang, Flügel), die sich mittlerweile aufgelöst hat. Im Jahre 2002 veröffentlichten sie dieses Album mit dem Untertitel „Naturmystik in drei Kapiteln“ und wie man bereits an den Instrumenten erkennen kann, ist es ein rein akustisches Werk. Außer den zwei regulären Bandmitgliedern haben sich vier Session-Musiker daran beteiligt, die weitere ungewöhnliche Instrumente wie beispielsweise Fagott und Cello gespielt haben. „Weiland“ wird oft mit ULVER’s „Kveldssanger“ verglichen, welches ich leider nicht besitze, aber man kann definitiv sagen, dass es an die Folk-Passagen auf „Bergtat“ erinnert, zumal hier und da auch krächzende Black Metal Vocals benutzt werden.

 

Das Album ist in die drei Kapitel „Heidestimmung“, „Waldpoesie“ und „Wassergeister“ eingeteilt, die sich sowohl textlich als auch musikalisch voneinander unterscheiden. Was in Kapitel 1 bereits auffällt, ist der außergewöhnliche Gesang von Helm, der viele Hörer zunächst sicherlich abschrecken wird, da er ziemlich opernhaft klingt und teilweise sogar an kirchlichen Gesänge (Anfang von „Fortgang“) erinnert. Allerdings habe ich mich dann doch recht schnell daran gewöhnt, zumal die Musik schon beim ersten Hören überzeugen kann. Das zweite Kapitel besteht aus einem einzigen, fast 14-minütigen Song, „Waldpoesie“, in dem die Band ihr ganzes Können präsentiert und mit den unterschiedlichsten Atmosphären aufwartet. Er beginnt heiter und beschreibt die Schönheit des abendlichen Waldes, doch nach etwa zwei Minuten wird die Stimmung immer unbehaglicher und der Text handelt von den Ängsten eines Mannes, der sich nachts im Wald verirrt hat. Nach einer bedrückenden instrumentalen Passage keimt dann jedoch wieder Hoffnung auf und Text, Gesang und Instrumentierung werden wieder ausgelassener und fröhlicher, die Angst ist verschwunden. Auch kommen in den Song sehr viele verschiedene Instrumente zum Einsatz, unter anderem das oben genannte, von einem gewissen Herr Horst Faust (er ist übrigens über 70 Jahre alt) gespielte Fagott, was den Song noch interessanter macht und überraschend viel zur Atmosphäre beiträgt.

 

Trotz alldem ist mein Lieblingskapitel „Wassergeister“, in dem der Flügel eine tragende Rolle spielt und großartige Melodien erzeugt. Es beginnt mit dem unheilvollen Song „Die Schwäne Im Schilf“, der davon handelt, wie eine Frau von Schwänen in einen See gelockt wird und dort ertrinkt, was hier musikalisch sehr passend begleitet. Auffallend ist zudem, dass die Black Metal Vocals auf dem gesamten Album zwar sehr selten zum Einsatz kommen, ihre Wirkung dadurch jedoch umso größer wird, weil sie im richtigen Augenblick die Ruhe der Songs durchbrechen. Die nun noch folgenden Stücke kann man mit Worten eigentlich gar nicht beschreiben, man muss sie sich einfach selber anhören und die wunderschönen Klaviermelodien auf sich wirken lassen.

 

Insgesamt also ein großartiges Album, das sich zwar von Kapitel zu Kapitel steigert, aber keine wirklichen Schwachstellen hat und sehr magisch endet. (Online 30. Oktober 2004)

Dennis



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