The Metal Observer - Everything in Metal!

Band-Archiv: Metalheads online.  
# | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z Nach Land | Nach Stil | Nach Reviewer






Bandhistory folgt.

Weitere Underground Reviews
Aktuelle Updates
Artikel drucken
Bewertungserklärung



Shiga Wire - Four Short Weeks (8,5/10) - Deutschland - 2004

Genre: Stoner Rock
Label: Eigenproduktion
Spielzeit: 34:06
Band homepage: Shiga Wire

Tracklist:

  1. Snafu >mp3
  2. M.I.8
  3. High On Earth
  4. Final Endeavor >mp3
  5. Urban Life
  6. On The Passenger Seat
  7. Far Off
  8. Commitment
  9. Along My Way
Shiga Wire - Four Short Weeks

Wer noch immer der Ansicht ist, daß wirklich guter (Stoner) Rock nur aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommt, der wird von den deutschen SHIGA WIRE sehr schnell eines besseren belehrt. Dabei beginnt das Album mit „Snafu“ gar nicht so berauschend und erst nach gut der Hälfte des Songs stellt sich ein in gewisser Weise von KYUSS und Konsorten bekannter tief grollender Groove ein, der einen automatisch mitreißt und so schnell nicht mehr losläßt.

 

SHIGA WIRE belassen es allerdings nicht dabei, lediglich von bereits vorhandenen Strukturen abzukupfern, sondern lassen rasch eine ganz eigene Note erkennen. So ist „M.I.8“ alles andere als ein aufgewärmtes Rock Süppchen und mit massenkompatibler „Easy Listening“ Mucke hat man ebenfalls herzlich wenig am Hut. So ist es durchaus angebracht, sich mehrere Male „Four Short Weeks“ einzuverleiben und vorallem zu genießen. Anspruchsvoll und trotzdem eingängig sind auch „High On Earth“ und „Final Endeavor“, welche immer wieder mit unerwarteten Rhytmuswechsel aufwarten und das Interesse auf dem Siedepunkt halten. Dabei spielt auch die erdige und zugleich druckvolle Produktion eine bedeutende Rolle. Gerade an dieser Hürde scheitern immer wieder Newcomer, die sich am Erbe des Desert und Stoner Rock vergreifen und dadurch schon im Vorfeld ins Mittelmaß abdriften. Nicht im Falle von SHIGA WIRE, was auch „Urban Life“ eindrucksvoll unter Beweis stellt. Entspannt und einer relaxten Jam Session gleich steigert man unaufhörlich die Intensität des Songs und gibt sich ungebrochener Spielfreude hin, ohne im unüberschaubaren Gefrickel zu enden.

 

Auch wenn „Urban Life“ nur ein kurzer Instrumental Track ist, so veranschaulicht dieser sehr gut, wie hingebungsvoll man in der Lage ist einfach gute Musik zu komponieren. Der nahtlose Übergang führt einen zu „On The Passenger Seat“, ein weiteres Highlight auf „Four Short Weeks“, der einen tiefer und tiefer in die Welt von SHIGA WIRE entführt. Auch bei diesem Song sind die Einflüsse wieder deutlich zu hören und so könnte der instrumental interpretierte Mittel-/Schlussteil auf jede KYUSS Platte gepackt werden, ohne auch nur annähernd aus der Reihe zu tanzen oder unpassend zu wirken. Und dies ist als Lob und nicht als negative Kritik zu verstehen, damit das klar ist. „Far Off“ rockt ebenfalls ganz wunderprächtig die Hütte und läßt keine Ermüdungserscheinungen erkennen. Die fetten Bassläufe, die filigranen Gitarrensounds, das mächtige Drumming und der charismatische Gesang verbinden sich zu einer mitreißenden Mixtur, die man wohl wirklich nicht in „Good Old Germany“ platzieren würde, sondern schon eher nach Übersee verfrachten möchte. Wie dem auch sei, noch ist nicht Schluss, denn mit „Commitment“ erschlägt einen gleich das nächste Stoner Brett mit voller Wucht. Mit „Along My Way“ lassen es SHIGA WIRE dann recht entspannt ausklingen, auch wenn man musikalisch zwischendurch ultrafett in die Saiten greift und nochmals einen mörderischen Groove vom Stapel läßt.

 

Keine Frage, hier ist dieser fünfköpfigen Truppe ein absolut überzeugendes Album gelungen, das Fans dieser Art von Musik vollends zufriedenstellen sollte. Ich für meinen Teil bin begeistert, den Rest solltet Ihr besser selber austesten und mal einen Blick auf die Homepage von SHIGA WIRE riskieren und bei dieser Gelegenheit auch gleich das Album ordern. (Online 19. November 2004)

Alexander Ehringer



© 2000-2013 The Metal Observer. Alle Rechte vorbehalten Haftungsausschluss