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5 tablaturen für Wintersun


Wintersun - s/t (8,5/10) - Finnland - 2004

Genre: Epic Metal
Label: Nuclear Blast Records
Spielzeit: 54:11
Band homepage: Wintersun

Tracklist:

  1. Beyond The Dark Sun
  2. Winter Madness >mp3
  3. Sleeping Stars
  4. Battle Against Time
  5. Death And The Healing
  6. Starchild
  7. Beautiful Death
  8. Sadness And Hate
Wintersun - s/t

Fans von ENSIFERUM konnten das Stirnrunzeln, verursacht durch den Abgand von Jari Mäenpää, immer noch nicht aufgeben. Der Rest von uns, die wir keine geschichtlichen Beziehungen zum finnischen Folk-Metal-Act haben, sind voll von WINTERSUN erwischt worden, der von besagtem Mäenpää gegründeten Band, welcher es für eine gute Idee hielt, einige seiner persönlichen Schöpfungen zum Leben erweckt zu sehen.

 

Da ich mit Jaris vorheriger Band nicht vertraut bin werde ich keine Vergleiche liefern und den Blick ausschließlich auf WINTERSUN richten. Die Band hatte als ein Soloprojekt begonnen und seitdem sehr positive Reaktionen von der Hörerschaft erfahren, was letztendlich zu einer Nachfrage nach Liveauftritten führen wird. Ich setze es auf jeden Fall schon auf meine Top-Ten-Liste.

 

Ok, Jari besorgt auf dieser CD alles außer der Schlagzeug- und Perkussionsarbeit, die von ROTTEN SOUND-Drummer Kai Hahto eingeprügelt wurde; er hat die ganze Sache geschrieben und produziert und spielt die Mehrzahl der Instrumente selber. Das sollte genug sein, um ihn als wahnsinnigen Workaholic bezeichnen zu können, einen bewanderten Workaholic, denn alles was er auf dem Debüt an den Tag legt ist pures Gold: die brutalen Vocals, die cleanen Vocals, das tighte Riffing, atemberaubende Soli, alles hat die Reife eines vollendeten Musikers und Songwriters.

 

Musikalisch betrachtet handelt es sich um von Keyboards gefärbten, epischen, Progressive Extreme Metal, gefiltert durch einen Satz finnischer, melancholischer Atmosphäre, Folk-Melodien und instrumentalem Können, begleitet von brilliantem Klang. "Beyond The Dark Sun" ist ein guter Song zum Einstieg, aber nicht ganz auf derselben Stufe wie der Rest des Materials. Dennoch machen ihn das melodische Gitarrenfestspiel und die gallopierenden Drums zu einem ziemlich effektiven Appetitanreger. Es folgt "Winter Madness" mit einem eher folkigen Touch. Das hohe Niveau der Gitarren- und Schlagzeugakrobatik auf diesem Track glänzt mit jeder vergangenen Sekunde mehr, mein Gott was für eine Leistung. Je eher Jari ein komplettes Line-Up zusammenhat um diese Granate zu spielen umso besser (selbst wenn sie sich dazu entschließen, die billigen Keyboards zu verwenden).

 

"Sleeping Stars" und "Death And The Healing" ziehen die Stimmung hinüber in eine  filmmusikhafte und depressive Färbung. Jedesmal wenn ich den erstgenannten Track höre stelle ich mir eine stille Stunde mit RHAPSODY und NIGHTWISH vor und füge ein Extreme-Metal-Rückhalt hinzu, und bang! Man hat ein Lied, daß euch in seinen Bann zieht  und für viele noch bevorstehende Winter genügen wird.

 

Die letzten beiden Tracks sind meine Lieblingsstücke. Die Wut und Motivation hinter "Beautiful Death" sind es auf jeden Fall wert, gehört zu werden; dies ist ein schneidender Schneesturm aus Black-Metal-Atmosphären, Killer-Riffing und –melodien und alles wegblasenden Blastbeats, die selbst die heißesten Sommer einfrieren. "Sadness And Hate" schließt mit einem mehr an "leb wohl" erinnerenden Feeling; das Outro stellt den bestmöglichsten Abschluß für dieses Album dar, indem die Keyboards einen winterlichen Sonnenuntergang malen, der am fernen Horizont verblaßt.

 

Ich wollte mir dieses Album gar nicht ansehen, da mich dieses Genre seit einiger Zeit ausgebrannt hatte, aber WINTERSUN hat es geschafft mich wieder voll dafür zu begeistern und ich bin froh, daß es das getan hat. Sei gesegnet, Jari Mäenpää, und möge dich dieser Winter inspirieren, ein weiteres Epos für das kommende Jahr zu schreiben. Laß uns nicht zu lange warten. (Online 4. Dezember 2004)

Frodi Stenberg



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