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48 tablaturen für Venom


Venom - Welcome To Hell (9/10) - Großbritannien - 1981

Genre: Heavy Metal
Label: Neat Records
Spielzeit: 36:00
Band homepage: Venom

Tracklist:

  1. Sons Of Satan
  2. Welcome To Hell
  3. Schizo
  4. Mayhem With Mercy
  5. Poison
  6. Live Like An Angel (Die Like A Devil)
  7. Witching Hour
  8. One Thousand Days In Sodom
  9. Angel Dust
  10. In League With Satan
  11. Red Light Fever
Venom - Welcome To Hell

Oh ho, ha ha, Blut, Gedärme und Hoden, was für ein Streich. Nehmt drei verdrehte Briten, fügt eine Menge Bier und „Würze“ hinzu und ihr könnt aus einer Seidenbörse ein Schweineohr machen. VENOM haben aus Versehen Millionen von Jahren tektonischer Hitze und Druck umgekehrt, um Diamanten zurück in Kohle zu verwandeln. Zusammen mit den Heavy Metal Elementen, die in ihrem Arsch verschwunden sind, waren VENOM die 180 Liter Feigensirup-Kanne, die die Eingeweide des Metal gereinigt hat, um uns den dreckigen Haufen glorreicher Scheiße zu geben, der „Welcome To Hell“ ist.

 

Dieses Album hat die Meinungen mehr als jedes andere zu dieser Zeit gespalten. Von vielen verschmäht, von anderen hungrig verschlungen, war das hier einer der definierenden Ursprünge des extremen Metal. Obwohl es nicht so düster ist wie „Black Metal“ und „At War With Satan“, war es nichtsdestotrotz ein Umbruch was die Entwicklung des Heavy Metal betrifft. Erinnert ihr euch, Jünglinge, das hier war vor 23 Jahren, und somit ist es nicht 2004-extrem, aber ihr könnt die Wurzeln von vielem, was ihr heute schätzt, hören, die ihre stacheligen Ränke ausfahren, um den etablierten Metal von heute verwelken zu lassen.

 

Zu der Zeit, als eine anständige Produktion etwas war, nach dem praktisch jeder strebte, haben VENOM ein Album zusammengeflickt, das von Kordeln, Klebeband und diversen dubiosen, klebrigen Substanzen zusammengehalten wurde. Weniger stellar als Stella (Artois), war das hier eine Band, welche die Absicht hatte, etwas Fieses mit einer Menge am-Arsch-Attitüde zu machen. Es war, trotz der satanischen Anspielungen, natürlich extrem witzig. Obwohl der alte Nick oft erwähnt wird, hatten VENOM eindeutig Blödsinn im Sinn, statt der Opferung von Bauernhof-Tieren.

 

“Welcome To Hell” hatte den dreckigsten Sound im Metal, rauer als ein mit Käse eingeriebener Phallus und so anarchisch wie viel von der zweiten Punk-Welle, die damals ausgekotzt wurde. Es war in jeder Hinsicht überdreht und so klapprig, dass es klang, als würde es um die Ohren des schrecklichen Trios herum einstürzen. Manchmal klang es, als wären die Instrumente umgekehrt gespielt wurden, und viele der Tracks darauf hatten diese „Black“-Qualität, aus der sich die Verbindung zum Black Metal Stammbaum ergibt. Können war damals kein Wort, das mit VENOM in Verbindung gebracht wurde, aber das folgende Chaos hat viele Freunde sowie Feinde für sie gewonnen.

 

Also was ist mit den Songs? Nun, „Sons Of Satan“ spielt auf die Düsternis an, die auf späteren Alben folgen sollte. Es ist schnell und schwarz und zweifellos Proto-Black Metal, wobei der platte Basssound ihm einen höllischen Schliff verpasst. Der Titeltrack ist vom Feeling her sehr Heavy Metal, aber nachdem dieser durch einen Abwasserkanal geschleift wurde. Dazu kommt das erste Mal, dass ich eine von einer Frau gesprochene Passage gehört hatte, in der ein Gebet aufgesagt wird, und etwas, das verdächtig nach einer Blastbeat-Passage klingt, ich denke, die Gussform war geschaffen worden. Weiter geht es mit dem Klassiker „Witching Hour“, der schnell daherpoltert wie ein Bulldozer, der einen Steinbruchhang runterfällt. Es ist hier offensichtlich, warum VENOM nie in einen Topf mit der entstehenden Thrash-Szene geworfen wurden, sie waren vom Sound und von der Struktur her viel zu düster. Das frühe Ausbrüten des Höllenlärms, der so viele (aus allen möglichen Genres) beeinflussen würde, geht die ganze zweite Seite über unvermindert weiter, auf „A Thousand Days In Sodom“ jedoch langsamer, bis zu der seltsamen Frucht „In League With Satan“. Dieser Song ist ein Mantra an den Teufel und klingt eher wie eine Heavy, Hard Rock Nummer mit einer Spur Geisteskrankheit. Es zeigt die textliche Richtung, der VENOM folgen sollten. Vergesst nicht die verdrehten Soli, die auf den meisten der Tracks shreddern, achtet darauf, wann das hier aufgenommen wurde und staunt über den schmutzverkrusteten Finger, den es für das Metal Establishment darstellte.

 

“Welcome To Hell” ist ein Album, das mich selbst nach all diesen Jahren noch in mich hineinlachen lässt, und es war es wert, dass ich mich durch den Schuppen gekämpft habe, um zu dem Plattenspieler zu gelangen, da ich es nur auf Vinyl habe. Als Geschrei oder als Geschichtsstunde, es ist es wert, euch eure Ohren damit zu versauen. Auf der remasterten CD bekommt man eine Unmenge an Extratracks, um die Erfahrung zu intensivieren.

 

Das hier ist eine Hootenanny im Hades, durchtrennte Bremsschläuche auf dem Heavy Metal Tuckerbötchen, Pinte Scheiße, wo ist das Wimmern, ich weiß wo du lebst, Opus. Ist es die Quelle des Schwarzen Flusses? Wen kümmert’s? (Online 27. Januar 2005)

Niall MacCartney



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