The Metal Observer - Everything in Metal!

Band-Archiv: Metalheads online.  
# | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z Nach Land | Nach Stil | Nach Reviewer






Bandhistory folgt.

Weitere Reviews
Aktuelle Updates
Artikel drucken
Bewertungserklärung

96 tablaturen für Judas Priest


Judas Priest - Angel Of Retribution (9,5/10) - Großbritannien - 2005

Genre: Heavy Metal
Label: Sony Music
Spielzeit: 52:44
Band homepage: Judas Priest

Tracklist:

  1. Judas Is Rising
  2. Deal With The Devil
  3. Revolution
  4. Worth Fighting For
  5. Demonizer
  6. Wheels Of Fire
  7. Angel
  8. Hellrider
  9. Eulogy
  10. Lochness

DVD

  • Documentary from the "Reunited" Tour 2004
  • Live Footage:
  • Breaking The Law
  • A Touch Of Evil
  • Hell Bent For Leather
  • The Hellion/Electric Eye
  • Diamonds & Rust
  • Living After Midnight
Judas Priest - Angel Of Retribution

Nachdem in den letzten vier, fünf Jahren viele getrennte Metalbands wieder zusammenfanden, wurden auch die Rufe und Hoffnungen nach einer Reunion der englischen Metal Gods von JUDAS PRIEST in Originalbesetzung wieder laut (mal abgesehen von der Drum Besetzung, da es da stets viele Wechsel gab). Doch der Zusammenbruch dieser Vorband der New Wave Of British Heavy Metal war gegen Ende so bitter, dass viele dachten, es würde wohl nie geschehen. Doch als 2003 offiziell vermeldet wurde, dass die Originalmitglieder Glenn Tipton, K.K. Downing und Ian Hill wieder mit Sänger Rob Halford zusammenarbeiten würden, wuchs die Euphorie der eingefleischten Fans (wie ich) von JUDAS PRIEST ins Unermessliche. Die Band begleitete die Ozzfest Tour 2004 und begeisterte dabei jede Arena. PRIEST were back… und dies bedeutete, dass es mit einem neuen Studioalbum nicht weit her sein konnte.

 

Nachdem ich mir nun das fragliche Album „Angel Of Retribution“ angehört habe, kann ich fest behaupten, dass PRIEST wieder eine Macht im Heavy Metal sind. „Angel Of Retribution“ ist in vielelei Hinsicht eine Rückkehr in die Prä-„Turbo“ Zeiten als JUDAS PRIEST eine der größten Metalbands waren und ihren Platz als Metallegende sicher hatten. „Judas Is Rising“, der Opener des Albums, legt sofort mächtig los und könnte auch locker von „Defenders Of The Faith“ stammen, der Track hat einen harten und schnellen Schub, der unmissverständlich nur von JUDAS PRIEST sein kann. Bei einigen der folgenden Tracks, wie etwa „Deal With The Devil“ oder „Worth Fighting For“, wird klar, dass die Band wieder zu ihren Wurzeln zurückgekehrt ist und wieder leicht Blues beeinflussten Metal spielt. Manch einer wird dies gerne bestreiten wollen, aber auf Alben wie „Screaming For Vengeance“ oder „British Steel“ kommt Glenn Tipton’s Blues Background zum Tragen, wenn er seine tollen Breaks durchführt oder auch in den Strophen der jeweiligen Songs. Tipton und Downing sind wieder absolut in Hochform, tolle Leads und groovender Metal vom Feinsten.

 

Mit jedem neuen Durchlauf liebe ich dieses Album immer mehr, denn es enthält ein so hochklassiges Songwriting, wie es die Band seit 20 Jahren nicht mehr gezeigt hat. Songs mit tollen Lead-Ins und klassischen PRIEST Refrains und den etwas härteren Strophen. Rob Halford enttäuscht genauso wenig, er verwendet sein Stimmenrepertoire noch tighter als bei seinen Soloalben oder bei seinen letzten Alben mit JUDAS PRIEST. Es ist bekannt, dass er mit die beste Lunge in der Metalwelt hat und er klingt vor allem nicht so schrill (wie etwa auf dem überbewerteten „Painkiller“). Dann haben wir da die Powerballade „Angel“, die sich etwas hinzieht, aber dies ist auch der einzige Schwachpunkt dieses Albums. Ansonsten beherrscht tolles Material die Sache und es erinnert mich daran, warum ich PRIEST schon immer so liebte. Wie sie es auch auf der begleitenden DVD richtig sagen, SABBATH waren heavy, aber JUDAS PRIEST sind Metal. Und dies beweisen sie einmal mehr mit Songs wie „Hellrider“ oder „Demonizer“. „Lochness“, der Abschlusstrack, ist ein vielschichtiges Epos mit einem leicht melancholischen Refrain, doch das bissige Riffing ist auch hier gegenwärtig. Wobei man sagen muss, dass man hier versucht, so was „Monster und Kobolde“-mäßiges zu kreieren, was nicht wirklich zu PRIEST passt. Man betrachte nur mal ähnliche Songs aus der Vergangenheit wie „The Sentinel“ oder „The Green Manalishi“. Doch da ich in Schottland geboren und aufgewachsen bin, kenne ich natürlich die Geschichte von „Nessie“, denn sie ist ein wahres und gefeiertes Nationaldenkmal!

 

Die mit der limitierten Ausgabe beigelegte DVD ist für jeden JUDAS PRIEST Fan ein kleines Juwel. Sie besteht aus zwei Teilen: einer 40-minütigen Dokumentation über die „Reunited Tour“ sowie sieben Liveauftritte aus Spanien. Die Dokumentation enthält die obligatorischen gegenseitigen Komplimente, zeichnet aber auch ehrlich nach, warum die Band wieder da ist und noch mal loslegen wollte. Da das Ganze nicht von jemandem kommentiert wird sondern alles direkt von der Band selbst kommt, wirkt es auch ehrlicher. Die Livevideos sind ziemlich gut, Sound und Bild sind hervorragend. Das einzig Seltsame sind die Roboterbewegungen von Halford bei „Metal Gods“. Dies soll aber nicht von einer klasse Band in Topform ablenken. (Online 17. April 2005)

Stephen Rafferty



© 2000-2013 The Metal Observer. Alle Rechte vorbehalten Haftungsausschluss