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96 tablaturen für Judas Priest


Judas Priest - Angel Of Retribution (4/10) - Großbritannien - 2005

Genre: Heavy Metal
Label: Sony Music
Spielzeit: 52:44
Band homepage: Judas Priest

Tracklist:

  1. Judas Rising
  2. Deal With The Devil
  3. Revolution
  4. Worth Fighting For
  5. Demonizer
  6. Wheels Of Fire
  7. Angel
  8. Hellrider
  9. Eulogy
  10. Lochness
Judas Priest - Angel Of Retribution

Nun, wenn das hier die Wiederbelebung der mächtigen JUDAS PRIEST sein soll, dass müsst ihr verrückt geworden sein. Das hier ist einfach eine klägliche Enttäuschung von einer Gruppe Musiker, die es besser wissen sollte. Die Sachen wie mechanisch erledigen ist der einzige zutreffende Satz für das Desaster, welches “Angel Of Retribution” darstellt. Lasst mich euch sagen, dass das hier keine „Brave New World“- oder „Dance Of Death“-Rückkehr zu alter Form für eines der besten Exponate des Metal ist.

 

Die Songtitel sind extrem lächerlich und peinlich, “Wheels Of Fire“, „Deal With The Devil“ und „Hellrider“ usw., was passabel wäre, wenn JUDAS PRIEST nicht schon in ihrem vierten Jahrzehnt wären. Die Lyrics sind einfach schrecklich, klischeehaft und uninteressant. Wenn man die Metal-Götter kreischen hört „ride to live, live to ride, wheels of fire forever“, dann ist es vorbei, fürchte ich. Wo ist die prügelnde Ohrenattacke von „Painkiller“, die sich aufbauende Epik von „Victim Of Changes“ oder die Killerriffs von „The Sentinel“ oder „Freewheel Burning“? Müssen auf einem anderen JUDAS PRIEST-Album sein, denn auf „Angel Of Retribution“ sind sie nicht.

 

Jeder Song ist ein Echo von vergangenem Erfolg. Die Soli reizen die Haut, die Drums hämmern und Halford schreit höchstwahrscheinlich mit der Faust in der Luft, dem Metal huldigend, aber das ist so vollkommen enttäuschend, da JUDAS PRIEST all das vorher gemacht haben und es viel besser gemacht haben. Über die SPINAL TAP-Absurdität des epischen letzten Tracks, „Lochness“, spricht man am besten gar nicht. Dieser Song ist von vorne bis hinten ein totales Desaster. Was dachte die Band sich dabei, mit dieser Idee anzukommen? Wenn man diesen Reinfall aus der Spielzeit des Albums rausnimmt, dann dauert „Angel Of Retribution“ weniger als vierzig Minuten. Wir warten seit scheinbar einer Äone auf Halfords Rückkehr, und was wir kriegen, ist, verglichen mit den Werken der meisten Bands dieser Tage, im Grunde genommen eine Bonusdisc. Das hier ist eigentlich Standard-Metal, gespielt von einer einst kolossalen Metal-Band.

 

Die oft als die wahre Heavy Metal Band zitierten JUDAS PRIEST ruhen sich auf vergangenen, glorreichen Lorbeeren aus. Das hier ist eine Platte, die immer gemacht werden würde, egal was passiert. Allerdings riecht die einfallslose Art, auf die sie zusammengestellt wurde, nach Abzocke. Ich zweifle nicht daran, dass PRIEST, wenn sie live spielen, einen Sturm entfesseln werden, aber der Sturm wird sich beruhigen, wenn sie irgend etwas von dem Schrott von „Angel Of Retribution“.

 

Eine totale Enttäuschung ist noch gelinde gesagt. (Online 19.April 2005)

Chris Doran



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