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4 tablaturen für Beherit


Beherit - Drawing Down The Moon (7/10) - Finnland - 1993

Genre: Black Metal
Label: Spinefarm
Spielzeit: 39:28
Band homepage: -

Tracklist:

  1. Intro (Tireheb)
  2. Salomon’s Gate
  3. Nocturnal Evil
  4. Sadomatic Rites
  5. Black Arts
  6. The Gate Of Nanna
  7. Nuclear Girl
  8. Unholy Pagan Fire
  9. Down There…
  10. Summerlands
  11. Werewolf, Semen And Blood
  12. Thou Angel Of The Gods
  13. Lord Of Shadows And Goldenwood
Beherit - Drawing Down The Moon

Die Lieferanten von Black Metal Dreck, BEHERIT, kehren um 1993 herum zurück, um das zu veröffentlichen, was das letzte Metal-Album der Finnen sein sollte. Viele würden es später als das beste Werk der Band bejubeln und von der harschen Atmosphäre, die Schmerz und Hass ausblute, prahlen. Ich glaube nicht an die Vorstellung von konzentrierter Genialität, von der viele behauptet haben, sie wohne dieser Scheibe inne. Ich glaube, dieses Album diente als Brücke, die Nuclear Holocausto über die gefährlichen Gewässer tragen würde, welche als Barriere zwischen Metal und Ambience fungieren. In der Tat gefährliche Gewässer, da viele sie durchkreuzt haben, ohne dass jemals wieder etwas von ihnen gehört wurde. Also welchem ultimativen Zweck dient diese Scheibe, und bietet sie uns etwas Besonderes und Einzigartiges? Die Antwort lautet sowohl ja als auch nein.

 

“The Oath Of Black Blood” war ein fantastisches Album. BEHERIT haben das Rahmenwerk für rauen Black Metal wie er im Buche steht eingespielt. Es enthielt intensive Geschwindigkeit, schädelspaltende Vocals, die den Hörer in eine Zwangsjacke gestopft haben und solch eine einzigartige Atmosphäre hatten, dass es einem schwer fallen würde, ein Album wie dieses zu finden. „Drawing Down The Moon“ verfolgt das zuvor genannte luftige Ziel, aber stolpert und tastet sich umher, lang bevor es seine Reise beendet.

 

Das erste seltsame Anzeichen dafür, dass dieses Album in eine vollkommen andere Richtung geht, ist das kauzige Keyboardintro, das mich fälschlicherweise hat glauben machen, dass ich mir „Daudi Baldrs“ anhörte. Kurz später setzen die ominösen verzerrten Vocals ein und heben die Atmosphäre in ein freudiges Reich von Bosheit und Hass. Zu der Zeit, da „Salomon’s Gate“ aus den Lautsprechern kotzt, ist mein Interesse wirklich gekränkt. Der erste Track liefert einen soliden Brocken Black Metal mit mittelschnellem Tempo (was bereits ein schlechtes Zeichen ist, falls euch „Oath...“ gefallen hat). Als Nuclear Holocausto uns wieder einmal begrüßt, bin ich erfreut, diese Markenzeichen-Vocals zu finden, die Gefühle von Tod und Schrecken heraufbeschwören. Die Enttäuschung kommt erst später, wenn wir entdecken, dass er seine Vielseitigkeit und Perversität auf dem vorigen Album in seinem anderen Anzug gelassen haben muss (sic). Er klingt immer noch grimmig, aber nicht mehr so einzigartig. Wo sind diese hohen, kreischenden Schreie, kombiniert mit den fetten, akzentuierten Growls? Das war es, was Holocausto so wiedererkennbar und umwerfend gemacht hat. Es war, wie ich bereits beim zweiten Track gemerkt habe, kein gutes Zeichen, dass er eine leicht andere Herangehensweise an seine Gesangsarbeit gewählt hat.

 

Der Gitarrenklang ist immer noch knochenbrechend wild und bietet das Hauptgericht aus einer Menge Verschwommenheit und Verzerrung, die für ein Black Metal Album essenziell ist. Es ist auch wichtig, anzuerkennen, dass BEHERIT’s Songwriting-Fähigkeiten sich leicht verbessert haben. Ich vermute, das liegt an der musikalischen Reife und der Übung, aber diese Jungs haben einen langen Weg hinter sich. Sie scheinen die Fähigkeit gemeistert zu haben, subtile stimmungsverändernde Techniken durch Riff- und Tempowechsel zu implementieren. Die Riffs, die über das ganze Album hinweg benutzt werden, sind spitze und stehen über ihrem vorigen Werk, sind aber aufgrund des Mangels an Intensität und Aggression nicht in der Lage, zum Leben erweckt zu werden. Wenn diese Jungs den Speed und die Wut von „The Oath...“ benutzt hätten, dann hätte das hier sehr gut das sich am Horizont abzeichnende Meisterwerk sein können. Traurigerweise dürfen die Kompositionen nur in einigen der frühen Tracks, die mittelschnelle Bretter aus rauer Bosheit enthalten, wirklich glänzen.

 

Ich muss fragen: Wo sind die höllischen Soli, die nach Dreck und Intensität gestunken haben? Waren sie nicht böse genug, oder vielleicht passten sie nicht zu der Ambient-Richtung, die Holocausto mit dieser Band eingeschlagen hat? Wie auch immer, eine Dimension von BEHERIT, die ich für meinen Teil genossen habe, war für immer verloren gegangen. Es mag nicht kultig und true sein, aber die Soli waren eine interessante Facette dieser Band, und ich denke, indem sie sie entfernt haben, hätten sie genauso gut einen der Baublöcke des Fundamentes der Originalität dieser Band entfernen können.

 

Die Einzigartigkeit dieses Albums liegt in seiner Seltsamkeit. Man muss das Album nicht genau untersuchen, um all das bizarre Ambience- und Elektronik-Sampling zu bemerken, das dieses Album in die Vergessenheit zieht. Einiges davon funktioniert (der Klang der Hörner in „Salomon’s Gate“), aber viel funktioniert nicht. Die unheimlichen chorartigen Vocals von „Nocturnal Evil“ und am Anfang von „Black Arts“ fügen schon einen Flair von Stimmung hinzu, aber diese Stimmung weigert sich, aufrechterhalten zu werden, wenn man bei den Tracks „Nuclear Girl“ und „Summerlands“ ankommt. „Nuclear Girl“ segelt zuerst vorbei, kaum getragen von einem Ozean elektronischer Ambience, der durch seine Segel flattert und letztendlich erstickt und stirbt. „Summerlands“ implementiert auf ähnliche Weise die Klänge des...ihr habt es erraten, Sommers. Vogelgezwitscher und seltsame Wunder der Natur haben vielleicht bei NOKTURNAL MORTUM funktioniert, aber hier funktionieren sie nicht. All der Schrecken und die kalte Verkommenheit, die sich in mir durch die hasserfüllten Tracks auf dieser Platte aufgebaut hat, verschwindet schnell und lässt mich fragen, „...was zur Hölle ist das?“.

 

Makel beiseite, dieses Album hat auch etwas Gutes. Es ist offensichtlich, dass Nuclear Holocausto und Co. ihre Black Sabbath-Platten gespielt haben, da dieses Stück die ganze Zeit über eine gute Mischung doomiger Riffs mit der variierenden Qualität von Ambience vermischt. Hört euch das hier im Dunkeln an und es wird euch Schrecken einflößen. Dabei wurden die durch die Ambience und die dröhnenden Gitarrenmelodien auf den Hörer projizierten Gefühle von BHERIT’s gleichen viel besser gemacht. Ich würde BURZUM, post-„Hvis Lyset Tar Oss“ oder Velvet Cacoon diesem Release hier jederzeit vorziehen. Ich verstehe einfach den ganzen Hype nicht, den dieses Album bekommen hat, und es ist meinen Erwartungen in keiner Weise gerecht geworden. Dieser Funke Energie und Bosheit, der durch die dreckigen Poren von „The Oath Of BlackBlood“ troff, scheint verschwunden und von den Typen weggelaufen zu sein (vielleicht haben ihn Holocaustos Vocals weggejagt). Kurzum, das hier ist dem ersten Output der Finnen unterlegen, und sie haben ihre Klasse einfach nicht ins Studio gebracht. (Online 18. Mai 2005)

Charles Theel



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