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53 tablaturen für King Diamond


King Diamond - The Puppet Master (4/10) - Dänemark - 2003

Genre: Heavy Metal
Label: Massacre Records
Spielzeit: 55:48
Band homepage: King Diamond

Tracklist:

  1. Midnight
  2. The Puppet Master
  3. Magic
  4. Imerencia
  5. Blue Eyes
  6. The Ritual
  7. No More Me
  8. Blood To Walk >mp3
  9. Darkness
  10. So Sad
  11. Christmas
  12. Living Dead
King Diamond - The Puppet Master

Bevor ich irgendetwas über dieses Album schreibe, würde ich gerne klarstellen, dass wir, wenn wir über so eine Legende wie KING DIAMOND sprechen, ihn nicht an denselben Standards messen können wie irgendeinen Newcomer. Dieses Genie hat uns seit den Achtzigern einige der großartigsten Heavy Metal-Alben beschert, sowohl mit MERCYFUL FATE und mit dieser Band, die seinen eigenen Namen trägt; ich werde nicht weiter auf dieses Thema eingehen, aber ich würde gerne sagen, dass der Status, den dieser Musiker erreicht hatte, es ihm einfach nicht erlaubt, mittelmäßige oder monotone Alben zu machen.

 

Obwohl wir nicht sagen können, dass “The Puppet Master” eine schlechte Scheibe ist, ist es weit von dem Niveau seiner direkten Vorgänger entfernt und bestimmt kein würdiger Nachfolger für Abigail II”. Es ist basierend auf seiner wohlbekannten Formel aufgebaut, aber ohne irgendetwas, ABSOLUT IRGENDETWAS Neues zu bieten. Wenn man nicht innovativ ist, nicht experimentiert und so, kann man, wenn alles perfekt läuft, etwas machen, das seinen früheren Werken ebenbürtig ist. Diesem Album fehlt es an Schnelligkeit; die Gitarrensoli, auch wenn sie immer noch großartig sind, sind vorhersagbar und tauchen genau dann auf, wenn wir es erwarten können, der Bass ist irrelevant, die Drums trauen sich in keinem Song, ein Risiko einzugehen, und die Riffs sind einfach klebrig und langweilig. Dazu die Überdosis an Gesangseffekten, die sich als hervorstechender Touch in KD’s Karriere bewiesen hatten, aber jetzt sind sie wirklich gezwungen und unnatürlich. Sie überraschen überhaupt nicht und finden an der Seite der Saiten keine Begleitung mehr.

 

Das bei weitem Beste auf diesem Album ist die erzählte Geschichte. Ich denke nicht, dass es nötig ist, euch zu sagen, dass das hier ein weiteres Konzeptalbum ist, etwas, das seit „Abigail“ (1987) ohne Unterbrechung gemacht wurde. Das „The Puppet Master“-Thema ist einfach einer meiner Favoriten von KING DIAMOND und handelt von einer makabren Horrorstory, die sich in Budapest entwickelt hat. Der Bösewicht ist...na ja, ihr habt es erraten: Ein Puppenspieler, der seine Puppen aus Zombies, Leichen herstellt, die er vor den Vorführungen, in denen sie spielen müssen, zum Leben erweckt.

 

Aber lasst uns jetzt auf die Musik eingehen. Alles beginnt mit „Midnight“, einem unruhigen, atmosphärischen Intro, nach dem wir direkt zum Titeltrack übergehen. Dieser ist so ziemlich der Standard-Song der Band; eine Menge Stimmen, direkte, geradlinige Riffs, Soli... alles legte sich in einen Mid-Tempo-Rhythmus. Es ist ein guter Song, zweifellos ein Highlight, macht aber von Anfang an klar, zumindest für mich, der ich die gesamte Diskographie gekauft hatte, dass wir uns wieder mal etwas anhören würden, das wir viele Male zuvor gehört hatten.

 

Dann kommt “Magic”, das mit dem Anfangsriff sehr überrascht, was dachten sie sich? Wollten sie den Song mit dem verdammten Riff in einen Radio-Hit verwandeln? Na ja, der Song ist wirklich eingängig, aber nach ein paar Hördurchgängen langweilt er sehr. Dieser Track hat mich an die kommerziellste und uninspirierte Ära von MERCYFUL FATE und besonders an das Album „Time“ erinnert.

 

Das 4. Stück ist “Emerencia”, das wirklich langsam und melancholisch ist. Zuerst ist es nett anzuhören, aber es wird zu lang, unnötig lang. Dann kommen „Blue Eyes“ und „The Ritual“. Sie sind auch zu langsam, und ich vermisse stark eine Führungsrolle bei den Drums und eine solide Gitarrenarbeit, um sie vor der Mittelmäßigkeit zu bewahren. An seiner Seite trauen sich die immer hervorragenden Stimmbänder von KING DIAMOND nicht über das Erwartete hinaus.

 

“No More Me” ist ein Übergangstrack, und sein Sinn hat mehr mit der Story als mit der Musik zu tun, mit einigen gesprochenen Parts und düsteren Atmosphären. Also gehen wir über zu „Blood To Walk“, wo wir ENDLICH! etwas Speed vorfinden. Zeitweise klingt es wirklich thrashig, dank der rhythmischen Riffs, schnell und krachend. Es ist mein Lieblingssong des Albums, aber dann müssen wir mit „Darkness“ fertig werden, einem weiteren über seine ganze Länge langsamen, langweiligen und ebenso mittelmäßigen Song.

 

Das 10. Stück heißt “So Sad”,und sein Hauptcharakteristikum ist der Gebrauch (und Missbrauch) von Frauengesang. Dann finden wir in „Christmas“ etwas Schnelligkeit vor, aber leider nur eine Weile lang, und „Living Dead“ beendet das Album ohne jeglichen Ruhm; ein leeres Ende für eine leere Scheibe.

 

Zum Abschluss würde ich zu sagen wagen, dass das hier der bei weitem enttäuschendste Release dieser legendären dänischen Gruppe ist. Keine Stärke, kein Wille zur Größe und wie bereits gesagt, basierend auf einem bereits übermäßig benutzten musikalischen Konzept. Ich würde das hier niemandem empfehlen... ok, Neulinge können eine allgemeine Vorstellung davon bekommen, wie die Band ist, aber ich denke nicht, dass sie wirklich daran interessiert wären, sich eingehender mit der Band zu befassen. Und nun, für diejenigen, die Die-Hard-Fans dieses kranken Genies namens KING DIAMOND sind, seht euch einfach dieses Review an, um das Gefühl zu sehen, die „The Puppet Master“ in jemandem wie euch ausgelöst hat. (Online 8. Juni 2005)

Daniel Barros



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