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50 tablaturen für Nile


Nile - Annihilation Of The Wicked (10/10) - USA - 2005

Genre: Death Metal
Label: Relapse Records
Spielzeit: 53:00
Band homepage: Nile

Tracklist:

  1. Dusk Falls Upon The Temple Of The Serpent On The Mountain Of Sunrise
  2. Cast Down The Heretic
  3. Sacrifice Unto Sebek
  4. User-Maat-Re
  5. The Burning Pits Of The Duat
  6. Chapter Of Obeisance Before Giving Breath To The Inert One In The Presence Of The Crescent Shaped Horns
  7. Lashed To The Slave Stick >mp3
  8. Spawn Of Uamenti
  9. Annihilation Of The Wicked
  10. Von Unaussprechlichen Kulten
Nile - Annihilation Of The Wicked

Nach dem Boom der amerikanischen Death Metal Szene in den frühen 90ern, waren NILE eine der Bands, die die Lücke danach füllten. Dank neuer Höchstleistungen in Sachen Brutalität, Technik und Innovation, gelang es der Band sich einen Namen zu machen und mittlerweile können nur wenige Death Metal Bands noch mit ihrer Popularität mithalten. Nach ausgedehnten Tourneen begann die Band endlich an dem lange erwarteten Nachfolger des 2002er Monsters „In Their Darkened Shrines“ zu arbeiten. Dies ging nicht gänzlich ohne Veränderungen von statten, denn die Band hatte sowohl vor als auch nach den Aufnahmen zu „Annihilation Of The Wicked“ mit Besetzungswechseln zu kämpfen.

 

Natürlich haben diese Wechsel auch Auswirkungen auf dieses Album, aber eine dieser Konsequenzen ist nicht ganz so offensichtlich. Aufgrund des Ausstiegs von Bassist und Leadsänger Jon Vesano (der zwischenzeitlich durch den talentierten Jon Payne ersetzt wurde), übernahm Dallas Toler-Wade mehr Anteile an den Vocals, zusätzlich also zu den Vocals von Gründungsmitglied Karl Sanders und Jon Vesano. Wie gesagt, dies ist nicht so extrem offensichtlich, denn die vielseitigen Grunts gehören nach wie vor zu den Highlights von NILE. Schon bemerkenswerter war da der Ausstieg von Tony Laureano, der von dem griechischen Schlagzeuger George Kollias ersetzt wurde. Aber keine Angst, wie zu erwarten war, kann der neue Drummer den vorherigen anstandslos ersetzen. Möglicherweise ist das Drumming nicht mehr ganz so spitzfindig und vielschichtig wie jenes genial strukturierte Drumming des vorherigen Albums, aber in Sachen Geschwindigkeit und Kreativität bleibt man nahezu unerreicht (hört euch beispielsweise nur mal die Drums während des Solos in „Cast Down The Heretic“ an, der Wahnsinn!).

 

Das Drumming ist so, wie es einfach sein sollte, doch dieses NILE Album ist ansonsten nicht wie „In Their Darkened Shrines“… Keine Sorge, „Annhilation Of The Wicked“ ist in erster Linie natürlich ein brutales Album und es erinnert mehr an das Debütalbum „Amongst The Catacombs Of Nephren-Ka“ als die beiden Vorgängeralben zuvor. Doch die Weiterentwicklung im technischen Niveau ist wiederum spürbar, der Mix des Albums ist einfach brutaler ausgefallen und die komplexen Songstrukturen sind weiterhin vernehmbar (Gitarrenfreaks sollten mal in „The Burning Pits Of The Duat“ anhören, euch wird die Kinnlade runterklappen). Für diesen riesigen Sound verantwortlich ist Neil Kernon und es ist offensichtlich, dass er seinem Ruf als Klasseproduzent absolut gerecht wird. Aufgrund dieses Mixes sind die Groove Elemente noch deutlicher hervorgehoben, man höre nur mal das unglaubliche „Lashed To The Slave Stick“. Das ist typisch NILE, der Song klingt zunächst vielleicht noch ein wenig anders, aber eigentlich ist diese Weiterentwicklung der Band typisch. Doch zweifellos gibt es hier genau das, was man sich von einem neuen NILE Album wünscht: Brutalität, Groove, Kreativität, Dynamik, Komplexität… Aber fehlt da nicht doch was? Die ägyptischen Samples spielten auf den bisherigen NILE Alben eine sehr große Rolle, auf „Annihilation Of The Wicked“ wurden sie deutlich reduziert. Sie reduzierten sie bereits bei den vorherigen Alben ein wenig, aber beim neuen Album findet man sie kaum noch. Sie beschränken sich dabei auf das Akustik Intro “Dusk Falls Upon The Temple Of The Serpent On The Mount Of Sunrise” und auf den Anfang von „User-Maat-Re“ sowie auf Soundeffekte von Hörnern und Gongs in „Spawn Of Uamenti“ sowie im fantastischen Titeltrack des Albums. Die Band hat wohl realisiert, dass es besser ist, sich da etwas einzuschränken, meiner Meinung tun sie genau das Richtige, denn irgendwann hat sich dieses Stilelement abgenutzt. Abgesehen davon ist es sowieso egal, ob sie Alben über Ägypten machen oder nicht, NILE ist einfach eine brutale Death Metal Band und „Annihilation Of The Wicked“ ist eines der besten Alben dieses Genres. Und natürlich darf Mastermind Karl Sanders auch weiterhin bei seinen Solo Alben mit seltsamen Sounds experimentieren.

 

„In Their Darkened Shrines“ bekam von mir bereits die volle Punktzahl, wie kann ich dieses Album also ernsthaft bewerten? Nun, diese Scheibe enthält alles, was eine NILE CD haben muss, die Band hat sich weiterentwickelt, aber ihre eigene Identität bewahrt. Für mich gibt es keinen Zweifel, wer die derzeitigen Kings des Death Metal sind, denn die Eindringlichkeit von NILE ist unübertroffen. Sie schaffen es als Band zu wachsen und „Annihilation Of The Wicked“ ist diesbezüglich ein Statement. Ich kann euch auch nur empfehlen, die Brutalität dieser Band einmal live mitzuerleben, denn auch dort schaffen sie es, diese Energie zu entfesseln. Prepare to be AnNILEhilated!! (Online 6. Juli 2005)

Vincent Portegijs



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